Kalle Pohl zu Besuch im Castrop-Rauxeler Knast

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„Herzlich Willkommen in Knastrop-Rauxel!“ So begann Karl-Heinz "Kalle" Pohl sein Abend-Programm hinter Gittern. In der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel waren rund 120 Insassen und viele weitere Gäste gekommen und genossen einen abwechslungsreichen Abend. Mehr dazu in unserer Fotostrecke.

CASTROP-RAUXEL

11.03.2015, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch eine Musicalnummer samt Balletteinlage gehörten zum Programm - Tarzan meets Mamma Mia.

Auch eine Musicalnummer samt Balletteinlage gehörten zum Programm - Tarzan meets Mamma Mia.

Zwei Stunden voller Witze, handgemachter Akkordeon-Musik, Kabarett und sogar Musical-Einlagen mischten die JVA am Meisenhof richtig auf. Die unter dem Motto "KultiK - Kultur im Knast" veranstaltete Vorpremiere von Kalle Pohls neuem Programm "Selfi in Delfi" brachte ein Stück Abwechslung in den Gefängnisalltag - inklusive eines gastronomischen Angebotes.

Und so nahm der Abend seinen Lauf. Es wäre ungerecht, ein bestimmtes Stück oder eine Szene herauszugreifen. Pohls Auftritt war durchzogen von Themen- und Stimmungswechseln, die beim heterogenen Publikum hervorragend ankamen. Das bemerkte auch der Künstler zu später Stunde: "Es war klasse. Die ruhigen Sachen wurden angenommen, aber auch die witzigen und knalligen Stücke."

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Kalle Pohl in der JVA in Castrop-Rauxel

„Herzlich Willkommen in Knastrop-Rauxel!“ Mit dieser Einlage begann Karl-Heinz „Kalle“ Pohl seinen launischen Abend hinter Gittern. In der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel waren rund 120 Insassen, Personal und deren Angehörige sowie Nachbarn zusammengekommen und genossen einen launischen und insbesondere abwechslungsreichen Abend. Wir haben für Sie die Highlights in einer Fotostrecke zusammengestellt.
11.03.2015
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Am Akkordeon sang Kalle Pohl mal selbstgedichtete Chansons, mal nordische Töne.© Foto: Marc Siekmann
Mit dem vorlauten Schaf Doloris, das Pohl als Kamel bezeichnete, versuchte sich der Künstler als Bauchredner - das Schaf sprach ihm die Qualitäten ab.© Foto: Marc Siekmann
Auch eine Musicalnummer samt Balletteinlage gehörten zum Programm - Tarzan meets Mamma Mia.© Foto: Marc Siekmann
Das Plakat im Hintergrund beeindruckte sogar den Künstler: "Ich kann so groß sein." Es war in der JVA angefertigt worden.© Foto: Marc Siekmann
Auch den Unterschied zwischen einem Kabarettisten, Komödianten und Comedian machte Pohl gestenreich deutlich. "Comedians nutzen den gebückten Tiger und laufen auf der Bühne hin und her."© Foto: Marc Siekmann
Nach der zweistündigen Vorstellung nahm sich Karl-Heinz "Kalle" Pohl noch viel Zeit, um Autogramme zu schreiben und Fotos zu machen.© Foto: Marc Siekmann
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Im neuen Programm des Kabarettisten und Komödianten ist für jeden Geschmack etwas dabei. So begeistert sich Julius Wandelt, Leiter der JVA, nach der Vorstellung zeigte, so erfreut war schon im Vorhinein gewesen: "Solche Veranstaltungen bringen ein Stück Kultur und helfen uns bei der Resozialisierung."

Auftritt ohne Gage

Am meisten freute sich Wandelt über das Engagement des Künstlers und seiner Agentur: "Man darf nicht vergessen: Wir könnten für so einen Abend nichts bezahlen. Die Künstler treten ohne Gage auf."

Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation für den Künstler und die JVA: Während der Künstler sein Programm vor einer kleinen Audienz testen und korrigieren kann, schwingt zumindest für zwei Stunden Kultur durch die Wände des Gefängnisses. "Man darf ja nicht vergessen, dass viele aus Langeweile und Isolation straffällig geworden sind. Das wollen wir hier verhindern, wir sind ja keine Gefängnisinsel", betonte Wandelt.

Nächster JVA-Kultur-Gast steht schon fest

Um in unregelmäßigen Abständen weiterhin Künstler in die JVA zu holen, will man die Zusammenarbeit mit der "Oniro-Media"-Agentur von Christos Smilanis, bei dem sich Wandelt mehrmals bedankte, weiter intensivieren. So ist ein weiterer Auftritt schon geplant: Am 10. November soll Nora Boeckler ihr Debüt als Solo-Künstlerin am Meisenhof geben. 

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