Der Kampf gegen die fiese Raupe – so lange werden wir mit ihr leben müssen

mlzEichenprozessionsspinner

Es wird immer wärmer und immer trockener in Deutschland. Das finden nicht nur Sonnenanbeter gut, sondern auch der Eichenprozessionsspinner. Er möchte bleiben. Aber es gibt eine Geheimwaffe.

Castrop-Rauxel

, 08.07.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner ist gekommen, um zu bleiben. Die Klimaerwärmung passt der Raupe sehr gut in den Kram. Milde Frühlingsmonate und trockene Sommer begünstigen die Vermehrung des Krabbeltiers.

Zum Leidwesen der Menschen, die sich in unmittelbarer Nähe zu ihm aufhalten. Denn Gesellschaft passt der Raupe gar nicht. Dann wirft der Eichenprozessionsspinner seine fiesen Brennhaare ab und das ist ziemlich unangenehm für Mensch und Tier.

In ständiger Angst vor dem Eichenprozessionsspinner

Sieht so die Zukunft aus? Jeden Sommer in ständiger Angst vor den Eichenprozessionsspinnern? Jein. Der Prozessionsspinner bleibt, das steht fest. Aber diejenigen, die Geschmack an ihm gefunden haben, werden kommen.

„Mit der Zeit gewöhnen sich Meisen und Spatzen immer mehr an den Geschmack“, erklärt Michael Zielkowski vom Regionalverband Ruhr. Er ist Ranger und auch zuständig für die Entfernung der giftigen Raupen. Ziel ist es, Meisen und Spatzen vermehrt in der Nähe von Eichen anzusiedeln.

Natürliche Geheimwaffe auf Zeit

„Um die Vögel beim Nisten zu unterstützen, werden wir im Herbst beginnen, Nisthilfen aufzuhängen.“ Die Nisthilfen werden an Eichen oder in die Nähe von Eichen im Gebiet des Regionalverbunds Ruhr gehängt. „Über 100 werden es bestimmt werden. 500 wären gut.“

Das sei ein Anfang, aber keine Garantie dafür, dass das Raupen-Problem damit gelöst wäre. „Die Raupen bleiben und bis sich die Vögel an die neue Nahrungsquelle gewöhnt haben und sie den Bestand des Eichenprozessionsspinners reguliert haben, vergehen bestimmt fünf Jahre.“

Der Kampf gegen die fiese Raupe – so lange werden wir mit ihr leben müssen

Spatzen sind auf den Geschmack gekommen: Der Eichenprozessionsspinner steht ab sofort auf dem Speiseplan. © picture alliance/dpa

An manchen Orten muss die giftige Raupe nicht bekämpft werden

Ums Absaugen kommen die Städte also erst mal nicht herum. Aber: Nicht jedes Nest muss abgesaugt werden. Die Bekämpfung ist nur dort sinnvoll, wo auch Menschen direkt betroffen sind. In Wäldern beispielsweise sei das Absaugen laut Stadt Castrop-Rauxel weder sinnvoll noch wünschenswert.

Bereits in diesem Jahr arbeite die Stadt präventiv. Seit Mitte April ist eine Firma beauftrag, die das Mittel „Bacillus thuringiensis“ gegen die Raupen einsetzt. Dieses Mittel wirkt rein biologisch und ist für Menschen und Tiere harmlos – nur eben nicht für Schmetterlings-Raupen. Der zweite Schritt ist das Absaugen der Raupen.

Zwar kümmert sich die Stadt nicht um private Bäume, rät aber dennoch davon ab, selbst Hand anzulegen. Auf keinen Fall sollten Privatpersonen die Tiere mit einem Brenner entfernen. Denn durch die Thermik des Brenners werden die giftigen Haare der Raupe nur noch weiter verteilt.

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