Kaputte Straßen und tiefe Löcher: CDU schlägt Alarm

mlzKaputte Straßen

Die CDU in Henrichenburg fühlt ihr Dorf stiefmütterlich behandelt. Der EUV kümmere sich nicht um kaputte Straßen. Besonders frustriert ist man wegen der Denrodtstraße.

Henrichenburg

, 07.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie schieben mächtig Frust in Henrichenburg. „Was macht der EUV hier im Dorf mit uns?“, fragt der langjährige Ratsherr Josef Berkel (CDU). So viele Straßen seien in desolatem Zustand. „Und der Ausbau des Breitbandnetzes ist hier offensichtlich nicht angekommen“, fügt Jonas Ehm hinzu, der Berkel vor einem Jahr an der Spitze der CDU-Ortsunion abgelöst hat.

CDU-Ortsunionschef Jonas Ehm und sein Stellvertreter, das langjährige CDU-Ratsmitglied Josef Berkel, sagen, dass der Stadtteil von der Stadt - und hier besonders vom EUV - sträflich vernachlässigt werde.

CDU-Ortsunionschef Jonas Ehm und sein Stellvertreter, das langjährige CDU-Ratsmitglied Josef Berkel, sagen, dass der Stadtteil von der Stadt - und hier besonders vom EUV - sträflich vernachlässigt werde. © Abi Schlehenkamp

Seit der Eingemeindung Henrichenburgs vor 45 Jahren habe die Stadt eigentlich nichts mehr zur Verbesserung der Situation im Dorf unternommen. Allenfalls kleines Geld sei immer mal wieder in die Hand genommen worden, um notdürftig kaputte Straßen und Gehwege zu flicken.

Eigentlich sollte die Denrodtstraße längst fertiggestellt sein, sagt Jonas Ehm.

Eigentlich sollte die Denrodtstraße längst fertiggestellt sein, sagt Jonas Ehm. Das sei bei einer Bürgerversammlung vor fast zwei Jahren so vom EUV zugesagt worden. © Abi Schlehenkamp

„Aber die Löcher waren schnell wieder da“, sagt Jonas Ehm (23). „Verkehrssicherungspflicht kennen die hier nicht“, schimpft Berkel (73). Kurzfristig sei Hoffnung aufgekeimt, dass die kaputte Decke der Denrodtstraße saniert werden könnte. Das habe der EUV bei einem Nachbarschaftstreffen im Mai 2018 zugesagt.

Sanierung der Straße bei einem Nachbarschaftstreffen zugesagt

Und zwar ohne dass die Anwohner zur Kasse gebeten würden. Also ohne das Kommunale Abgabengesetz (KAG), mit dem die Stadt dem Bürger bei einer Sanierung empfindlich in die Tasche greifen kann.

„Wir dachten, okay 2018 wird‘s wohl nicht klappen, aber dann vielleicht 2019“, sagt Ehm. Nachfragen in diesem Fall wie auch in anderen Problemfällen hätten nichts gebracht.

Der ganze Schöttelkamp hat eine lausige Straßendecke. Das gilt natürlich auch für den Bereich vor dem Hedi 2.

Der ganze Schöttelkamp hat eine lausige Straßendecke. Das gilt natürlich auch für den Bereich vor dem Hedi 2. © Abi Schlehenkamp

„Man lässt uns hier im Regen stehen“, sagt Berkel. Und das eben schon seit vielen, vielen Jahren. Berkel hat da den Schöttelkamp im Sinn. Über die Straße wird der Zulieferverkehr für den Edeka im Hedi I geregelt. Das habe die Stadt seinerzeit Ende der 1980er-Jahre so verlangt.

Der LKW-Verkehr zum Hedi I passiert über den Schöttelkamp. Auch deshalb sei die Straße so kaputt gefahren, schimpft die CDU Henrichenburg.

Der Lkw-Verkehr zum Hedi I passiert über den Schöttelkamp. Auch deshalb sei die Straße so kaputt gefahren, schimpft die CDU Henrichenburg. © Schlehenkamp

Aber damals auch zugesagt, einen Wendehammer zu bauen, damit die Brummis dort vernünftig rumfahren können, ohne etwa Bürgersteige zu ramponieren. Und die Grundstücke der Anwohner würden auch beeinträchtigt.

Schlaglochpiste hinter den beiden Hedis

1992 bekam Berkel vom damaligen städtischen Baudirektor Klaus Reinmann die Auskunft, der Wendehammer sei teuer und könne auch in den Folgejahren im Investitionsplan der Stadt nicht berücksichtigt werden. Mittlerweile ist die Straße zumindest in Höhe von Hedi I und Hedi II eine Schlaglochpiste. „Warum der Rossmann im Hedi II von der anderen Seite rein fahren darf, erschließt sich mir nicht“, sagt Berkel.

„Wir wollen ein Sofortpogramm für Henrichenburg“

Kaputte Decken und tiefe Löcher zählen Berkel und Ohm auch für Hedwig-Kiesekamp-Straße, Am Friedhof, Stoevernstraße auf. Die Liste sei damit aber noch längst nicht komplett. Auf dem Bürgersteig der Becklemer Straße komme weder ein Mensch mit Rollator durch noch jemand mit Kinderwagen. „Wir wollen ein Sofortprogramm für Henrichenburg“, sagt Ehm.

Zwischen der Apotheke in der Neuen Mitte und der Volksbank hätte die CDU Henrichenburg gerne einen Zebrasteifen.

Zwischen der Apotheke in der Neuen Mitte und der Volksbank hätte die CDU Henrichenburg gerne einen Zebrasteifen. Mit dem roten Markierungstreifen nah an der Abzweigung Freiheitstraße/Lambertstraße sind sie nicht glücklich. © Abi Schlehenkamp

Und wenn sie schon beim Wunschkonzert sind, dann bitte auch noch eine identische Vorwahl fürs Festnetz mit Castrop-Rauxel und Glasfaserausbau. Riesenprobleme gebe es, weil das schnelle Netz im Gewerbegebiet an der Industriestraße so gut wie nicht vorhanden sei, meint Ehm. Eigentlich würde die CDU gerne die Schwachstellen begehen. „Aber das sind so viele, die kriegt man bei einem normalen Spaziergang gar nicht hintereinander“, sagt Berkel.

EUV sagt: Wir investieren fast eine halbe Million Euro in Henrichenburg

Zumindest was die Schwachstellen Schöttelkamp und Denrodtstraße angeht, kommt auf Anfrage unserer Redaktion Entwarnung vom Stadtbetrieb EUV. „Die Maßnahmen sind in unserem Paket für den Doppelhaushalt 2020/2021,“ sagt dessen Vorstand Michael Werner. Freigegeben von der Bezirksregierung sei der allerdings noch nicht.

Vorgesehen sei, dass es in diesem Jahr an die vorbereitenden Untersuchungen geht und im kommenden Jahr an die Umsetzung. Investiert werden solle fast eine halbe Million Euro in Henrichenburg. Für das Fitmachen des Schöttelkamps seien 250.000 Euro in den Haushalt eingestellt, für die Denrodtstraße östlich der Lambertstraße (samt Stichwege) 160.000 Euro, für die Sanierung nördlich der Lambertstraße 40.000 Euro.

„Natürlich vorbehaltlich des Ausschreibungsergebnisses“, sagt Michael Werner. Schließlich brumme es überall und die Preise könnten in die Decke schießen. Mehr Geld allerdings könne die Stadt hier nicht in die Hand nehmen – wegen des bekannten Umstands, chronisch pleite zu sein.

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