Der Real-Markt an der Siemensstraße könnte bald einen neuen Besitzer und damit einen neuen Namen bekommen. © Thomas Schroeter
Lebensmittelhandel

Kaufland, Globus, Edeka? Wie geht es mit Castrop-Rauxeler Real weiter?

Die Warenhauskette Real wird zerschlagen. Kaufland wird viele Filialen übernehmen, und es gibt noch weitere Interessenten. Was bedeutet das für den Castrop-Rauxeler Real-Markt?

Das Bundeskartellamt hat den Weg für die Zerschlagung der kriselnden Warenhauskette Real frei gemacht. Kaufland hat von der Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Übernahme von bis zu 92 Real-Märkten bekommen. Die Supermarktkette Globus bekam die Freigabe für den Erwerb von bis zu 24 Real-Standorten.

Einer der insgesamt 270 Real-Standorte ist in Castrop-Rauxel an der Siemensstraße. Was die Kartellamts-Entscheidung für den Standort Castrop-Rauxel bedeutet, ist aber weiter unklar.

Die Pressestelle von Real verweist auf Kaufland als Antragsteller beim Bundeskartellamt. Doch auch bei dem Großflächen-Discounter Kaufland hält man sich noch bedeckt. „Da wir die Märkte sukzessive übernehmen werden und die Übernahme noch von verschiedenen Faktoren abhängig ist, bitten wir um Verständnis, dass wir keine Übersicht der Märkte veröffentlichen“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Nach Medienberichten soll die Übernahme der Real-Märkte im März 2021 beginnen.

Ähnliche Informationen kommen aus der Pressestelle von Globus. „Die konkrete Anzahl der letztlich von Globus zu übernehmenden Märkte hängt von den derzeit noch laufenden Gesprächen mit den Vermietern der Immobilien ab“, heißt es da. Man sei zuversichtlich, im nächsten Frühjahr mit der Integration der ersten Märkte beginnen zu können, so hatte Jochen Baab, Sprecher der Geschäftsführung Globus SB-Warenhaus, erklärt. Globus ist zurzeit im Ruhrgebiet noch nicht mit Märkten vertreten.

Kaufland wollte ursprünglich sogar 101 Real-Filialen übernehmen

Auch Edeka ist an Standorten von Real interessiert. Hier steht noch eine Entscheidung des Bundeskartellamtes aus. Für Kaufland ist es die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte. Das Unternehmen betreibt bundesweit 670 SB-Warenhäuser und gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, dem größten Lebensmitteleinzelhändler Europas. Ursprünglich hatte Kaufland sogar bis zu 101 Real-Filialen übernehmen wollen.

„Wir bieten den Real-Mitarbeitern eine neue berufliche Perspektive und freuen uns darauf, mit ihnen gemeinsam die Märkte erfolgreich weiter zu betreiben. In den kommenden Monaten werden wir die Märkte integrieren und als regionale Nahversorger für die Kunden erhalten“, hatte Kaufland-Chef Ralf Imhof anlässlich des Bundeskartellamt-Entscheids erklärt.

Real hat bereits Sozialplan festgelegt

Die Real-Geschäftsführung, so Pressemitteilungen, strebe weiterhin an, Märkte möglichst als „Betriebsübergang“ zu übergeben, um die Mitarbeiter abzusichern. Bereits im November wurde aber ein Sozialplan für mehr als 90 Prozent aller Real-Standorte und damit die Mehrheit der rund 33.000 Beschäftigten festgelegt. Am Real-Standort an der Siemensstraße sind rund 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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