Warum die Sonne nur im Urlaub genießen, wenn man gleich am Pool arbeiten kann? Fotograf Uwe Wortmann aus Castrop-Rauxel tut genau das und gründet ein zweites Unternehmen auf Teneriffa.

Castrop-Rauxel Teneriffa

, 19.08.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Keep Smile“ heißt das Fotostudio von Uwe Wortmann im alten Rathaus von Castrop-Rauxel. Pass- und Bewerbungsbilder, Fotoshootings von der Hochzeit, Familienfotos und erotische Fotografie gehören zum Programm im unteren Geschoss der Ringstraße 29.

Außerdem betreibt Wortmann eine Webagentur unter gleichem Namen. Primär betreut er hier lokale Unternehmen bei der Suchmaschinenoptimierung des eigenen Internetauftritts und gibt Kurse für interessierte Unternehmer.

Keep Smile

Fotos und Webseitenoptimierung made in Castrop-Rauxel

  • Fotoshooting für Paare, biometrische Passbilder oder erotische Bilder für den Partner. Im Fotostudio von Uwe Wortmann im alten Rathaus, Ringstraße 29, ist das alles möglich. Alle nötigen Infos findet gibt es auf der Homepage von Keep Smile.
  • Für Inhaber von Unternehmen bietet Wortmann mit seiner Webagentur Keep Smile Design alles von Suchmaschinenoptimierung (SEO) bis zur Internetseitengestaltung an.
  • Wer einen Blick auf Wortmanns Internetauftritt für die Webagentur online-on-tenrife werfen möchte, wird auch hier auf der entsprechenden Homepage fündig.

Ein neues Projekt, das Wortmann seit Ende vergangenen Jahres einstielt, ist ein zweites Unternehmen. Wieder eine Webagentur. Nur hat die ihren Standort nicht im Ruhrpott, sondern in Spanien. Auf Teneriffa, um genau zu sein.

Vom sonnigen Urlaubsziel zum Arbeitsplatz

„Ich bin Teneriffa-Liebhaber. Wir fliegen schon seit zehn, zwölf Jahren regelmäßig nach Teneriffa in den Urlaub“, sagt Wortmann zu dem Standort, der fast 4000 Kilometer weit entfernt liegt. Dort soll es bald auch ein Keep Smile Büro vor Ort geben.

Eigentlich eher zufällig haben sich die Geschäftskontakte auf der spanischen Insel westlich von Afrika ergeben. „Man unterhält sich mit einigen Leuten im Hotel oder mit den Angestellten. Und dann kamen plötzlich die ersten Aufträge. Da habe ich dann einige Hotels fotografiert.“

„Ein riesen Potenzial“

Spätestens als er bei einem Poolgespräch über den Internetauftritt eines Unternehmers schauen sollte und „im gleichen Augenblick die Hände überm Kopf zusammengeschlagen“ habe, war klar: „Da gibt es für mich ein riesen Potenzial.“

„Keep Smile“-Fotograf Uwe Wortmann baut sich eine zweite Existenz auf Teneriffa auf

Der Ausblick aus Wortmanns Arbeitszimmer der Zukunft auf Teneriffa. Da kann man schon mal neidisch werden. © Privat

Weniger für Fotos, mehr für Optimierung der Internetauftritte, erläutert Wortmann. Denn was hilft die schönste Internetseite, wenn das Unternehmen nicht über Google, Bing und Co. gefunden wird? Nicht viel. Das war mein erster Webseitenauftrag auf Teneriffa.“

Fachmann für die DSGVO

Ein weiterer Teil der Gleichung ist die berühmt berüchtigte DSGVO (Datenschutzgrundverordnung). Die macht vielen Unternehmen seit ihrem Inkrafttreten im Mai 2018 noch bis heute Probleme.

„Keep Smile“-Fotograf Uwe Wortmann baut sich eine zweite Existenz auf Teneriffa auf

© Matthias Stachelhaus

„Ich sitze häufiger auch mal am Hotelpool und arbeite dort.“
Uwe Wortmann

„Das ist auf Teneriffa noch viel, viel schlimmer als in Deutschland. Da gibt es Unternehmen die sagen, ich soll sie damit einfach in Ruhe lassen, das wäre für sie überhaupt nicht interessant.“ Bei solchen Aufträgen muss Wortmann sich dann mehrfach schriftlich absichern. Denn Gesetz ist Gesetz.

Neben dem großen potenziellen (und teilweise schon bestehenden) Kundenstamm, gibt es für Wortmann natürlich noch weitere Gründe, eine zweite Existenz auf Teneriffa aufzubauen.

Arbeiten am Pool

„Ich sitze häufiger auch mal am Hotelpool und arbeite dort. Das ist schon schön.“ Der Ansage „Der macht da ja nur Urlaub“ kann Wortmann allerdings nur ein Lächeln abringen. Der Arbeitstag auf der Insel beginne für ihn um 8 Uhr, genau wie hier. Und manchmal gebe es dann auch um 21 Uhr noch eine Besprechung.

Allerdings „hat man mittags auch mal eine Lücke, wo man mal an den Strand kann. Heute geht alles mit Laptop und Smartphone.“ Auch wirtschaftlich betrachtet habe Teneriffa Reize. „In Deutschland haben wir 19 Prozent Mehrwertsteuer. Auf Teneriffa zahlt man 6,5 Prozent.“

Außerdem müsse man sich nach einer gewissen Zeit und wenn man größer werde ohnehin auch in Spanien anmelden. Die notwendigen Papiere hat Wortmann schon. Im September geht es wieder in den Süden. Kundentermine.

„Keep Smile“-Fotograf Uwe Wortmann baut sich eine zweite Existenz auf Teneriffa auf

Wenn nötig arbeitet Wortmann auch von einer Liege am Pool oder aus der Hängematte heraus. "Das ist schon schön." © Privat

Spanische Kunden besser verstehen

Aber wenn Uwe Wortmann doch problemlos vom Pool aus arbeiten kann, wozu dann die Büroräume und eigene Mitarbeiter? „Mein Problem sind die Sprachen. Ich spreche fließend englisch. Spanisch nur rudimentär, nenne ich es mal.“

Zur Person

Das Hobby zum Beruf gemacht

  • Uwe Wortmann hat ursprünglich eine kaufmännische Lehre gemacht, BWL studiert und war lange im Vorstand einer Investment Bank tätig.
  • 2004 machte der heute 57-Jährige einen Schlussstrich unter seine Banker-Karriere. Der Familie zu Liebe, wie er sagt. Seit dem ist er selbstständiger Fotograf.
  • 2008 gründete Wortman seine Webagentur.
  • 2018 kam die neue Webagentur auf Teneriffa dazu. Jetzt soll das Unternehmen auch einen realen Standort auf der spanischen Insel bekommen.
  • Uwe Wortmann ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Deswegen seien ihm schon Aufträge durch die Lappen gegangen. „Die Unternehmen waren zwar überzeugt vom Konzept, aber die Mitarbeiter sprachen nur spanisch.“ Das sei dem Chef dann zu kompliziert gewesen.

Also keine Fotografenaufgaben auf Teneriffa? „Eher für die Unternehmerseite“, sagt Wortmann. „Fast jedes Hotel hat einen eigenen Fotografen. Die fahren mit denen auch raus zu den schönsten Ecken.“ Das Touristengeschäft lohnt sich für ihn also in Spanien nicht.

Teneriffa als zweite Heimat neben Castrop-Rauxel

Weil das Fotostudio im alten Rathaus von Castrop in Deutschland bleiben soll, wird Wortmann in Zukunft gewissermaßen in beiden Ländern beheimatet sein.

Begleitet wird der Ickerner dabei - so oft wie möglich - von seiner Frau. Die ist ebenfalls großer Teneriffa-Fan. Sie ist beruflich für die Stadt Dortmund tätig, also auch an Deutschland gebunden.

Und auch wenn es keine Auswanderung auf Dauer ist, wie der Castrop-Rauxeler Holger Bombien es medienwirksam vorgemacht hat, ein wenig neidisch macht es schon, wenn man Wortmanns Arbeitsplatz in Spanien sieht. In einer Hängematte, am Pool oder im Büro mit Blick auf die Küste von Teneriffa.

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