Keimzelle von Henrichenburg wird aufgemöbelt: Ende einer Hundekot-Wiese?

mlzHeimatministerium fördert

Der Landschaftsarchäologische Park liegt zwar eher am Rande Henrichenburgs. Er gilt aber als Keimzelle des Castrop-Rauxeler Stadtteils. Jetzt werden hier 127.000 Euro investiert. Wofür eigentlich?

Henrichenburg

, 09.06.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Henrichenburger gehen hier gern mit dem Hund spazieren: Am Kanalufer an der Freiheitstraße in Henrichenburg liegt der Landschaftsarchäologische Park, der als historische Keimzelle des Stadtteils von Castrop-Rauxel gilt. Hier stand einmal die Henrichenburg - und 1998/99 wurde hier im Zuge der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA) ein Park angelegt.

Jetzt hat die Landesregierung gelobt, dass der Burgplatz ausgewählt wurde, um mit Geld des Landes schöner zu werden: „Sie bekommen hier ein Update für einen Platz, der strahlt“, erklärte der Staatssekretär des NRW-Heimatministeriums, Dr. Jan Heinisch (CDU), am Montagabend bei einem Besuch vor Ort.

Es sind „Massen an Geld“ vorhanden

Dort ermunterte Heinisch am Montagabend die Stadtbaurätin Bettina Lenort und CDU-Lokalpolitiker, die diesen Termin anberaumt hatten, weiterhin aktiv Akquise aus dem 150-Millionen-Topf der Heimatförderung zu betreiben. Es seien, so Heinisch, „Massen an Geld“ vorhanden, um die lokale Identität der Menschen zu stärken.

Das ist der Landschaftsarchäologische Park in Henrichenburg. Hier werden 127.000 Euro investiert.

Das ist der Landschaftsarchäologische Park in Henrichenburg. Hier werden 127.000 Euro investiert. © Archiv

Für die geplanten Verbesserungen am Burgplatz in Henrichenburg hat das Ministerium bereits 127.000 Euro bewilligt. Das Geld muss in den kommenden drei Jahren verbaut sein. Auf Wunsch von Bettina Lenort soll die Summe jedoch nicht wie vorgesehen in drei Teilen fließen, sondern gleich in einem, damit es zügig losgehen kann.

Nach den Worten des zuständigen städtischen Projektbearbeiters Riccardo Maestro wird noch 2020 umgebaut. Geplant sind eine angemessene Beleuchtung, da man bislang im Dunkeln von der Kanalbrücke an der Wartburgstraße kommend „in ein schwarzes Loch blickt“, wie Maestro es ausdrückte. Neben der Funktionsbeleuchtung mit Laternen gebe es aber auch Bodenstrahler an den Säulenbäumen der Burghecke, um einen besonderen Lichteffekt zu erzielen.

Jeden Tag ein Radfahrer-Sturz?

Bänke und eine ebenfalls beleuchtete Infotafel sollen hinzu kommen. Über eine dringend gewünschte Pflasterung des geschotterten Radweges, zumindest in seinem abschüssigen Teil, sei allerdings noch nicht entschieden. „Hier liegt fast jeden Tag ein Radfahrer auf der Nase“, meinte der Henrichenburger CDU-Ratsherr Josef Berkel, Ideengeber des Projekts. Eine Befestigung sei notwendig. Berkel hatte auch schon häufiger kritisiert, dass es sich hier um eine Hundekot-Wiese handle.

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Die Versorgung des Platzes mit Strom mache auch Veranstaltungen möglich, erklärte Maestro - allerdings kleine. „Ein Mittelaltermarkt würde sehr gut passen“, nannte er als Beispiel. CDU-Bürgermeisterkandidat Oliver Lind lobte die Verwaltung, die den Antrag zügig voran getrieben habe: „Mit 127.000 Euro kann man eine Menge machen.“

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