Keine Lösung: Bahn und Stadt mauern in Sachen Bahnübergang am Westring

mlzLange Wartezeiten

Der Bahnübergang am Westring ärgert seit 2017 Verkehrsteilnehmer. Bahn und Stadt wollten sich nach eigenen Angaben um Lösungen bemühen. Fragt man nach, warum sich nichts tut, mauern beide.

Castrop-Rauxel

, 01.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Sommer 2017 ist der Bahnübergang am Westring ein Dauerärgernis für Verkehrsteilnehmer. Damals wurden Halbschranken gegen Vollschranken getauscht und neue Technik eingebaut. Die sei sicherer, heißt es von der Bahn, erfordere aber längere Schließzeiten. Und so steht man vor dem Bahnübergang auch schon mal länger als 20 Minuten.

All das sollte, so hatte eine Bahnsprecherin schon 2018 versprochen, durch den Einbau einer veränderten Technik wieder ein Ende haben. Wann, so sagte Kirsten Verbeek, die Chefin der Bahnkommunikation in Düsseldorf, damals, sei noch nicht klar. Klar ist aber: Passiert ist seit 2018 nichts.

Antworten sind nur schwer zu bekommen

Antworten, warum das so ist, sind von der Bahn und von der Stadt nur sehr schwer zu bekommen. Am Dienstag (26. Mai) haben wir sowohl bei der Pressestelle der Deutschen Bahn als auch bei der Pressestelle der Stadtverwaltung wieder einmal nachgefragt, wie lange Autofahrer denn noch mit dem Problem am Westring zu leben hätten.

Der Bahn stellten wir vier Fragen: „1. Sind endlich Lösungen der Probleme in Sicht? 2. Wenn nicht: Woran hapert es, da es ja offenbar technische Lösungen geben könnte? 3. Wenn ja: Wann wird der Bahnübergang Westring umgerüstet? 4. Wie ist der Stand am Bahnübergang Deininghauser Weg?“

Auf diese Fragen bekamen wir am Donnerstag (28. Mai) folgende Antwort:

„Die Bahn arbeitet seit Jahren mit Nachdruck daran, gemeinsam mit dem Eigentümer der Straße und dem Bund die Zahl der Bahnübergänge zu reduzieren. Seit 1950 hat sich der Bestand an Bahnübergängen im Netz der Deutschen Bahn bereits mehr als halbiert. (....) Bahn, Gemeinde und Eigentümer der Straße entscheiden dabei gemeinsam über die Beseitigung von Bahnübergängen. Zur Zeit wird seitens der Stadt Castrop-Rauxel die Machbarkeit und Umfang einer höhenfreien Kreuzung am Westring unter Berücksichtigung der zukünftigen Verkehrsprognosen geprüft, mehr dazu erfahren Sie bei den Kollegen der Stadt.“

Konkrete Antwort auf die Frage bleibt aus

Da die Frage nach einer technischen Lösung dabei überhaupt nicht beantwortet wurde, fragten wir am Freitagmorgen noch einmal per Mail nach. Hier der Wortlaut der Anfrage: „Danke für die Antwort. Eine meiner zentralen Fragen blieb aber unbeantwortet. Im März 2018 hatte Kirsten Verbeek, Pressesprecherin der Deutschen Bahn, gesagt: „Eine technische Lösung des Problems soll kommen.“ Was ist aus dieser technischen Lösung geworden? Ich bitte dringend um Antwort noch am Freitag.“
Eine Antwort darauf bekamen wir vor dem Pfingstwochenende nicht.

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Bei der Stadt fragten wir ebenfalls am Dienstagmorgen an: „Mehrfach war von Stadt- wie von Bahnseite erklärt worden, dass man in Gesprächen über das Problem sei und es möglicherweise eine andere technische Lösung geben könne, um den Wartemarathon zu beenden. Meine Fragen: Gibt es zu diesem Thema eine neue Entwicklung? Haben Gespräche mit der Bahn stattgefunden? Ist eine Lösung im Sinne der Autofahrer möglich?“

Stadt antwortet einfach gar nicht

Da bis Donnerstag keine Antwort vorlag, baten wir auf Grundlage der Bahn-Antwort noch einmal um Beantwortung der gestellten Fragen bis Ende der Woche und ergänzten die Fragen noch einmal um die Frage von Machbarkeit und Umfang einer höhenfreien Kreuzung am Westring : „Darf ich etwas über dieses Thema erfahren? Gab es Gespräche mit der Bahn über die Wartesituation? Wie ist der Stand der von der Bahn erwähnten Prüfung einer höhenfreien Kreuzung?“
Auch von der Stadt bekamen wir darauf bis Freitag keine Antwort.

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