Kinderpornos eines 32-Jährigen zeigten sogar eindeutige Missbrauchshandlungen

mlzPornografie

Die Anklage lastete schwer: Besitz von Kinderpornos in zahlreichen Fällen. Auf dem Notebook und dem Handy des 32-Jährigen fanden sich widerliche Bilder, die dem Gericht vorlagen.

Castrop-Rauxel

, 13.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anklageschrift nennt einen Zeitraum von rund einem Jahr, von Mitte 2017 bis 2018: In dieser Zeit wurden bei dem 32-jährigen Angeklagten hunderte Fotos und zahlreiche Videos auf dem Notebook gefunden. Alle zeigten minderjährige Mädchen, alle unter zehn Jahre, manch eine erst im Kindergartenalter oder gar noch jünger. Alle waren in sexuell aufreizenden Posen zu sehen. Viele zeigten dabei sogar eindeutige Missbrauchshandlungen.

Funde auf dem Rechner und auf Speichermedien

Aufgefallen war dieser verbotene Besitz von kinderpornografischen Darstellungen, weil das Hochladen der Objekte verfolgt werden konnte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung an einer anderen Adresse, wo sich der Angeklagte auch aufhielt, wurden ein Jahr später zusätzlich zahlreiche Speichermedien gefunden. Auch die mit einschlägigem Inhalt. Wieder massenhaft Fotos und viele Videos - mit Kindern und Jugendlichen. Die Darstellungen zeigten schweren sexuellen Missbrauch.

Der Angeklagte hockte im Gericht mager und zusammengesunken neben seinem Anwalt. Der gab an, dass sein Mandant daran denke, sich wegen seiner Pädophilie in psychologische Behandlung begeben zu wollen.

Ein später Entschluss, für den es bislang auch nur diese Absichtserklärung gibt. Denn der 32-Jährige sitzt bereits zum dritten Mal auf der Anklagebank. Und zwar stets wegen des Besitzes von Kinderpornos.

Mann war schon zweimal einschlägig verurteilt

Die erste Verurteilung stammt aus dem Jahr 2010. Damals kassierte er eine Geldstrafe. Drei Jahre später dann das nächste Gerichtsverfahren. Diesmal wurde der Mann wegen des Besitzes von Kinderpornos zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten verurteilt. In der dreijährigen Bewährungszeit blieb er unauffällig, die Haftstrafe wurde erlassen.

Wirkung haben die beiden Urteile nicht gezeigt, wie die dritte Anklage nun belegt. Das Urteil fiel entsprechend hart aus. Der Richter verhängte eine Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Er war sich dabei einig mit der Staatsanwältin, die in ihrem Plädoyer das Gleiche gefordert hatte.

Notebook und Handy bleiben beschlagnahmt.

“Das ist das Ende der Fahnenstange“, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung zur verhängten Haftstrafe. Das Strafrecht folge dem Prinzip der Eskalation, da die vorherigen Strafen nichts bewirkt hätten. Daran konnte auch das Versprechen „Es wird nicht wieder vorkommen“ nichts ändern.

Allerdings zeigte der Richter dem Angeklagten einen Weg auf. Er könne in die Berufung gehen, das Urteil also anfechten, und in der Zeit bis zur Verhandlung vor dem Dortmunder Landgericht eine Therapie absolvieren. Dann könnte vielleicht doch noch einmal eine Bewährung heraus kommen.

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