Nach einem langen Backtag kann sich das Ergebnis mit vielen verschiedenen Adventsplätzchen sehen lassen. © Ronny von Wangenheim
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Köstliche Adventsplätzchen: Sieben Rezepte zum Selberbacken

Plätzchenbacken im Advent hat Tradition. Engpässe bei Haselnüssen und Mandeln zeigen, dass das in der Coronakrise erst recht gilt. Jede Familie hat ihre Lieblingsrezepte. Hier sind sieben davon.

Woher die Tradition kommt, an Weihnachten süße Plätzchen zu backen, ist nicht sicher. Das Backen zu besonderen Festen war wohl schon zu vorchristlicher Zeit Brauch – auch wenn diese Plätzchen sicher nicht so lecker geschmeckt haben wie heute. Später konnten sich die Mönche in den Klöstern leckere Bäckereien leisten. Bis ins 19. Jahrhundert hinein galt Zucker als Luxusgut, das vor allem den Wohlhabenden zur Verfügung stand.

Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen. Die einen können nicht ohne Vanillekipferl und Zimtsterne unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Vor allem bei Familien mit kleinen Kindern sind Ausstecher mit vielerlei Dekoration beliebt. Sind die Kinder erwachsen, kommen auch mal neue Plätzchen ins Spiel. Andere Sorten müssen dagegen immer gebacken werden. Immer.

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Vom Teig zum fertigen Adventsplätzchen

Dazu gehören bei uns Schokoladenstangen, Heidesand und Husarenkräpfle. Die Rezepte dafür wurden, teils handschriftlich, über Generationen weitergegeben. Auch ein arg zerfleddertes Backbuch wird in jedem Winter hervorgeholt. Weil jeder in der Familie seinen eigenen Favoriten hat, ist die Backliste lang. Deshalb wurden über die Jahre ausgeklügelte Strategien entwickelt, um effizient zu backen.

Wenn Freunde nicht kommen können, bekommen sie Plätzchen geschickt

Das ist in diesem Jahr noch wichtiger. Weil wir in dieser Adventszeit viele Freunde und Verwandte wegen der Corona-Pandemie nicht sehen, wollen wir süße Adventsgrüße als kleines Geschenk verschicken. Die meisten Rezepte haben wir deshalb gleich in zweifacher bis sogar fünffacher Menge gebacken.

Vorweg geschickt: Schönheitskönige müssen unsere Adventsplätzchen nicht sein. Goldperlchen und andere Deko brauchen wir nicht. Wir stehen auf den vollen Geschmack nach Weihnachten. Wir wollen viele Sorten und dafür nicht tagelang in der Küche stehen. Also hat sich ein effektiver und zugegeben langer Backtag zur Tradition entwickelt. Zuerst wird die Weihnachtsplaylist gewählt, ein Fläschchen Prosecco für später kalt gestellt und los geht es.

Logistisch kluger Anfang mit Heidesand

Den Anfang machen immer Heidesand und Schokoladenstangen. Beide Teige kommen ohne Eier aus, sind simpel herzustellen und müssen einige Zeit kalt stehen. Danach aber sind sie einfach, auch zwischendurch zu backen. Und wenn die Zeit doch nicht ausreicht, bleiben sie halt noch einen Tag oder zwei Tage länger im Kühlschrank.

Heidesand

  • 250 g Butter werden in einem Topf zerlassen und leicht gebräunt, bis es schön nussig riecht. Haben sich braune Krümel abgesetzt, das Ganze eventuell durch ein Sieb geben und abkühlen lassen.
  • Dann mit 300 g feinstem Zucker, 1 Vanillezucker schaumig rühren, 375 g Mehl und 1 gestrichener TL Backpulver dazugeben und verkneten.
  • Aus dem Teig werden Rollen geformt und kalt gestellt.
  • Wenn der Backofen frei ist, ca. 1 cm dicke Scheiben abschneiden. Sie backen bei 170 Grad 15 bis 20 Minuten.



Schokoladenstangen

So startet das Backen der Schokoladenstangen.
So startet das Backen der Schokoladenstangen. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Den Teig zu kneten braucht etwas Zeit, weil sich kalte Butter mit vielen Zutaten verbinden muss, die eher staubigen Charakter haben. Aber die Mühe lohnt sich.

  • 300 g Mehl, 150 g Puderzucker, 4 gestrichene EL Kakao auf eine Tischplatte oder in eine breite Schüssel sieben.
  • 2 Tütchen Vanillezucker, 2 Paketen Schokoladen-Puddingpulver, 2 gestr. TL Backpulver und 1 Prise Salz kommen ebenfalls auf den Haufen.
  • 250 g kalte Butter in Flöckchen dazugeben und mit den Händen verkneten. Das dauert wie gesagt lange. Dann werden sie zu Ziegeln geformt, die ca. 4,5 cm breit und 1 cm hoch sind. Da der Teig leicht bricht, muss man ihn eher klopfen und stauchen als ausrollen. Dann kalt stellen, bis die Ziegel hart sind.
  • Vor dem Backen Scheiben abschneiden, bei 200 Grad ca. 10 Minuten backen.
  • Nach dem Erkalten mit Schokoglasur nach Belieben verzieren und genießen.

Husarenkräpfle

Sie sind ein Klassiker bei uns. Es gibt viele Rezepte, die alle etwas anders schmecken. So geht es bei uns:

  • 250 g Butter, 125 g Zucker, 1 Vanillezucker schaumig rühren
  • 4 Eigelb und 350 g Mehl, 1 Prise Salz nach und nach dazugeben und zu rasch zu einer Masse zusammenkneten.
  • Etwas kalt stellen, dann lassen sich besser die kleinen Kugeln formen und aufs Blech legen.
  • In der Mitte mit dem bemehlten Stiel eines Holzlöffels Kuhlen in die Kugeln drücken, alles mit (eventuell mit etwas Milch) verquirltem Eigelb bestreichen, mit gehackten Mandeln bestreuen.
  • Bei 220 Grad ca. 16 Minuten backen.
  • Die noch heißen Husarenkräpfle mit Erdbeermarmelade füllen.
Vor dem Backen werden für die Husarenkräpfle Kugeln gerollt und eine Kuhle hineingedrückt. Dann werden sie mit Eigelb bestrichen und gehackten Mandeln bestreut, bevor es in den Ofen geht.
Vor dem Backen werden für die Husarenkräpfle Kugeln gerollt und eine Kuhle hineingedrückt. Dann werden sie mit Eigelb bestrichen und gehackten Mandeln bestreut, bevor es in den Ofen geht. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

(Weil für die Husarenkräpfle immer Eiweiß übrig bleibt, machen wir auch Makronen. Das variiert immer. Diesmal sind es Nussküsschen. 4 Eiweiß mit 250 g Zucker sehr steif schlagen, 4 EL von der Masse abnehmen. 250 gemahlene Haselnusskerne untermischen, Kleine Kügelchen formen, eine Vertiefung formen, da hinein kommen der weiße Eischnee und eine kleine ganze Haselnuss. Bei 150 Grad 20-25 Minuten backen)


Orangen-Mandel-Stäbchen

Reiche Ausbeute mit Toffifee-Plätzchen (o.r.) Heidesand und Husarenkräpfle (o. Mitte), Orangen-Mandel-Stäbchen (Mitte), Schokoladenstangen (r.) und Nussküsschen (vorne).
Reiche Ausbeute mit Toffifee-Plätzchen (o.r.) Heidesand und Husarenkräpfle (o. Mitte), Orangen-Mandel-Stäbchen (Mitte), Schokoladenstangen (r.) und Nussküsschen (vorne). Die meisten Rezepte wurden in vielfacher Menge gebacken. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Wer es nicht so gerne süß mag, findet in diesen auf Orangeat beruhenden Stäbchen eine gute Alternative. Sie kann man gut machen, wenn der Herd belegt ist, da der Teig im Kochtopf entsteht.

  • 200 g Orangeat fein hacken, mit
  • 200 g gemahlenen Mandeln, 50 g Puderzucker, 2 Eiweiß in einem Topf unter Rühren erhitzen, bis die Masse glänzend ist. Abkühlen lassen.
  • Danach Puderzucker auf Tischplatte sieben, den Teig zu mehreren Rollen formen, davon Scheiben abschneiden, diese zu Stäbchen formen in Bleistiftdicke. Sie sind nicht sehr stabil, das ändert sich, wenn man sie etwas draußen liegen und trocknen lässt.
  • Die Enden in Schokoglasur tauchen. So verbinden sich Herbes und Süßes.

Neu im Sortiment sind bei uns seit wenigen Jahren Toffifee-Plätzchen. Sie sind sehr süß, für Liebhaber dieses Konfekts aber ein Traum. Dafür finden sich viele Rezepte im Internet. Aus Erfahrung können wir sagen, dass man Zitronensaft im Eiweiß, falls angegeben, unbedingt weg lassen sollte, wenn man eine schöne, weiße Haube haben möchte.

Toffifee-Plätzchen (für 48 Plätzchen)

  • 150 g Mehl, 50 g Zucker, 100 g Butter, 1 Eigelb, 1 EL Wasser und 1 Prise Salz zusammenkneten.
  • Eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Danach ausrollen und Kreise ausstechen, die etwas größer als ein Toffifee sind. Hier hat sich ein Schnapsglas bewährt.
  • In die Mitte je ein Toffifee setzen
  • 2 Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen, dabei 150 g Zucker einrieseln lassen.
  • Der Eischnee wird in einen Spritzbeutel oder eine Tüte gefüllt, bei der man eine Ecke abschneidet, und auf die Kreise gespritzt. Die Toffifee müssen ganz bedeckt sein, notfalls mit einem Löffel die Baisermasse noch etwas verstreichen.
  • Bei 175 Grad werden die Plätzchen in 15 bis 20 Minuten fertig gebacken.
Auf den runden Teig wird ein Toffifee gesetzt, das Ganze mit einer Baisermasse bedeckt und ab geht es in den Ofen.
Auf den runden Teig wird ein Toffifee gesetzt, das Ganze mit einer Baisermasse bedeckt und ab geht es in den Ofen. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Baca di Dama

Aus Italien kommt das Rezept für Baca di Dama. Das bedeutet so viel wie „Küsse der Dame“. Daran sollen wohl die beiden halbrunden Teighälften erinnern, die aufeinandergesetzt werden. Damit die Küsse nicht ganz so süß sind, machen wir sie mit Espresso- und Zartbittergeschmack.

  • 225 g weiche Butter und 125 g Puderzucker schaumig rühren.
  • 50 g gemahlene Haselnüsse, ½ TL Espressobohnen gemahlen, 1 EL Zucker, 200 g Mehl, ½ TL Backpulver, 40 g echtes Kakaopulver, 1 EL Rum, ½ TL Backpulver, 1 großzügige Prise Salz dazugeben und verkneten.
  • 2 Stunden kalt stellen.
  • Ofen auf 160 Grad vorheizen, ca. 120 kleine Kugeln formen und 10-12 Minuten backen. Auf dem Blech sehr gut abkühlen lassen.
  • Für die Füllung: 200 g klein gehackte Zartbitterschokolade, 25 g Butter in eine Schüssel geben. 40 ml starker Espresso, 150 g Sahne in einem Topf erhitzen und über Schokoladen-Butter-Mischung gießen. Kurz stehen lassen, dann rühren, bis die Creme schön glänzt. Lauwarm abkühlen lassen (je kälter, desto fester wird die Creme), in einen Spritzbeutel füllen und auf eine Hälfte der Taler spritzen, zweite Hälfte drauf setzen.
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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