Kommt das kostenlose Wasser für alle Schüler in Castrop-Rauxel?

mlzUmweltschutz

Die ersten Refill-Stationen, an denen man kostenlos Trinkwasser bekommt, sind in Castrop-Rauxel eingerichtet. Die Schulen könnten diesem Vorbild folgen. Wie das gehen kann, testet die Stadt.

Castrop-Rauxel

, 10.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine kostenlose Trinkwasser-Abgabe für alle Menschen in Castrop-Rauxel: Das ist noch Zukunftsmusik. Der Weg ebnet sich aber gerade. Die Non-Profit-Organisation Refill Deutschland hat im gesamten Land bereits 3000 Refill-Stationen (Geschäfte, Restaurants, Büros) gewinnen können, wo man mitgebrachte Trinkflaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen darf. Zwei davon liegen in Castrop-Rauxel.

Das Hauptziel der Bewegung ist die Minderung des Verbrauchs von Plastiktrinkflaschen. Grund: Selbst wenn es Pfandflaschen sind, werden diese oftmals nur einmal benutzt und nach der Rücknahme geschreddert.

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Die FWI und die Linken haben im Sommer angeregt, auch an den Schulen in der Europastadt die Wasser-Frage grundsätzlich zu überdenken. Bisher bringen die meisten Schüler ihre Getränke in Plastikflaschen mit in die Schule oder kaufen ihre Getränke in der Mensa oder in der Pause an einer nah gelegenen Trinkhalle.

Das soll sich ändern, so FWI und Linke, die die Problematik unabhängig voneinander angegangen sind.

Plastikflaschen-Menge soll reduziert werden

Die FWI hatte bereits im Mai einen Prüfantrag für gekennzeichnete Entnahmestellen für Trinkwasser an allen Castrop-Rauxeler Schulen gestellt. Von Anfang an sei die FWI der Meinung gewesen, dass es am allerwichtigsten ist, „Kinder und Jugendliche davon zu überzeugen, dass wir ein hervorragendes Trinkwasser haben und es nicht nötig ist, Wasser oder andere Getränke in Plastikflaschen zu kaufen“, so Christel Sperz nun gegenüber unserer Redaktion.

Die FWI-Argumentation: „Bislang gibt es in Schulen Trinkbrunnen, die aufgefüllt und gewartet werden müssen. Die Kosten werden auf die Schülerinnen und Schüler umgelegt. Wir wollen, dass sie nicht dafür bezahlen müssen.“

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Die Linke brachte die Idee ein, sich am Beispiel der städtischen Realschule Datteln zu orientieren, wo in einem Technikkurs ein System entwickelt worden sei, um die SchülerInnen in der Schule durch die Aufstellung von Wasserspendern mit Trinkwasser zu versorgen. Gleichzeitig wurde dort ein Verbot der Nutzung von PET-Flaschen ausgesprochen.

Um vom Wust der Plastikflaschen wegzukommen, regte die FWI zugleich an, zu prüfen, ob den Kindern zur Einschulung nicht nur eine Brotdose, sondern zugleich auch eine wieder befüllbare Trinkflasche überreicht werden könne.

Zwei Schulen als Testlauf-Kandidaten

Die Stadt hat die Prüfung auch durchgeführt und beschlossen, die kostenlose Wasserausgabe zunächst an einer weiterführenden sowie an einer Grundschule einzuführen und danach zu gucken, wie sich das System bewährt. Unterstützung erhält die Stadt dabei von Gelsenwasser.

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