Krankheit gehört für Familie Kinkeldei zum Alltag

Down-Syndrom

Das "Down-Syndrom" ist eine unheilbare angeborene Krankheit, die bei Menschen körperliche und und vor allem geistige Behinderungen verursacht. Für Familie Kinkeldei gehört die Krankheit zum Alltag, ihr Sohn Valentin ist betroffen. Doch statt zu jammern, erkennt die Familie besonders die positiven Seiten der Erkrankung.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 24.04.2011, 07:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Valentin Kinkeldei ist am "Down-Syndrom" erkrankt.

Valentin Kinkeldei ist am "Down-Syndrom" erkrankt.

Die Geburt Valentins bedeutete einen tiefen Einschnitt ins Leben aller Kinkeldeis, auch der zwei Jahre älteren Johanna. Gleichwohl lehnt die gebürtige Ingolstädterin, die es aufgrund der beruflichen Tätigkeit ihres Mannes 2005 in die Europastadt zog, den Begriff „Schicksalsschlag“ vehement ab. „Wir können nicht wegen jeden Leids immer nur rumjammern“, sagt sie. Zwar räumt die heute 34-Jährige freimütig ein, an Weihnachten 2007, als sie Valentin nach mehrwöchigem Aufenthalt in der Kinderklinik Bochum endlich nach Hause holen durfte, nervlich am Ende gewesen zu sein.Doch in der Rückschau habe sie so viele positive Reaktionen und Entwicklungen erfahren, dass sie ihre Situation alles andere als einen ständiger Klotz am Bein wahrnimmt. „Als Valentin zur Welt kam, haben wir festgestellt, wie viele gute Freunde wir haben“, freut sie immer noch über die spontane Hilfe, die ihr und ihrem Mann bei der Betreuung Johannas in den ersten Wochen zuteil wurde, als sie täglich nach Bochum fahren mussten, wo Valentin zunächst um sein Überleben rang. „Zwischendurch habe ich Johanna teilweise im Auto groß gezogen. Sie musste früh lernen, zurück zu stecken“, macht Elke Kinkeldei deutlich, dass „Normalität“ für Valentin gleichzeitig bedeutet, dass sich der Rest der Familie zurück nehmen muss.

Ein weiterer Glücksfall, so Elke Kinkeldei, sei für Valentin der nahe Kindergarten St. Elisabeth, wo der kleine Mann seit dem Herbst zusammen mit seiner großen Schwester in eine Integrationsgruppe geht. Hier sind noch zwei weitere Kinder mit Down-Syndrom angemeldet. „Die Erzieherinnen dort leisten sehr gute Arbeit“, lobt sie die Einrichtung. Und die Fortschritte, die Valentin in jüngster Zeit gemacht hat, halten sie zusehends auf Trab. Nachdem er sich am Erdbeerkuchen versucht hat, dann aber doch lieber auf sein trockenes Brötchen umgestiegen ist, unternimmt er nun einen Ausflug in den Nachbargarten, von dem ihn die Mutter nur mit Mühe abhalten kann. „Ich wünsche mir, dass er später auch auf eine ganz normale Grundschule geht“, guckt Elke Kinkeldei schon ein wenig in die nähere Zukunft. Etwas, dass ansonsten bei der Ungewissheit über die künftige Entwicklung des Kleinen kaum möglich ist. „Er ist wie ein Schlüssel, er öffnet mir täglich neue Türen, hinter die ich normalerweise nie geschaut hätte“, sieht sich die Mutter als Mitwirkende in einem großen Spiel des Lebens mit völlig ungewissem Ausgang. 

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