Kreis RE setzt bei Kontakt-Verfolgung auf Alternative zur Luca-App

Coronavirus

Die konsequente Kontakt-Nachverfolgung ist bei der Vielzahl der Infizierten schwer. Das Gesundheitsamt stößt an Grenzen. Nun gibt es eine digitale Lösung – allerdings eine andere als anderswo.

Kreis Recklinghausen

, 28.04.2021, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Hertener Andreas Weidner hat die Chekko-App zur Kontaktdaten-Erfassung entwickelt.

Der Hertener Andreas Weidner hat die Chekko-App zur Kontaktdaten-Erfassung entwickelt. © Meike Holz

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, ist eine konsequente Nachverfolgung von Kontakten der Infizierten unerlässlich. Die hohe Sieben-Tage-Inzidenz macht den Gesundheitsämtern eine umfassende Nachverfolgung schwer. Deswegen helfen unter anderem Bundeswehrsoldaten der Behörde.

Nun gibt es neue digitale Unterstützung. „Um bei positiven Coronafällen die Kontakte schneller ermitteln zu können, hat der Kreis Recklinghausen eine Schnittstelle zur Anbindung von Apps zur Kontaktverfolgung geschaffen“, heißt es am Mittwoch (28.4.) in einer Pressemitteilung des Kreises.

Jetzt lesen

„Chekko“ heißt die neue App. Und der Anbieter kommt aus Herten. „Ich freue mich, dass wir mit einem Unternehmen aus dem Kreis Recklinghausen nun die digitale Kontaktermittlung starten“, sagt Landrat Bodo Klimpel. „Dieses Mittel kann ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der Pandemie sein.“

Schnittstelle bindet verschiedene Apps an

Die data assembling services GmbH hat im Auftrag des Kreises RE dafür gesorgt, dass die per App ermittelten Daten in die Corona-Software „Tabula Varia“ integriert werden können. Mit diesem System arbeitet das Kreisgesundheitsamt seit einem Jahr in der Kontaktnachverfolgung.

Eine Schnittstelle ermögliche nun eine Anbindung verschiedener Apps zur Nachverfolgung. Durch die Integration könne das Verfahren weiter beschleunigt werden – und das ab sofort.

Zudem prüfe der Kreis, wie auch die Corona-Warn-App des Bundes an das Gesundheitsamt angebunden werden kann. Die App erhielt zuletzt ein umfassendes Update und wurde ebenfalls mit einer Check-In-Funktion ausgestattet.

Jetzt lesen

„Durch das vom Bund verabschiedete Infektionsschutzgesetz sollen Kontakte im Moment weitestgehend vermieden werden“, erklärt Bodo Klimpel. „Den Nutzen von Apps werden wir vor allem dann spüren, wenn Menschen in Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen wieder zusammenkommen dürfen. Die bisherige Zettelwirtschaft kann durch eine digitale Lösung reduziert werden und unserem Gesundheitsamt die Arbeit erleichtern.“

Infrastruktur für Testzentren

Eine Anfrage nach einer Kooperationsvereinbarung bei der bundesweit bisher höher gehandelten Luca-App von Fanta-4-Rapper Smudo sei durch das Unternehmen bislang unbeantwortet geblieben, schreibt der Kreis in seiner Pressemitteilung.

Jetzt lesen

Die Chekko-App kann Testzentren die Infrastruktur zur Digitalisierung zur Verfügung stellen, ermöglicht einen kontrollierten Check-In und dient zur Kontaktdatenerfassung und -verfolgung. Einchecken kann man in Geschäften, Gastronomiebetriebe und Freizeit- oder Sporteinrichtungen. Sollte jemand positiv auf Corona getestet werden, kann das Gesundheitsamt die Daten anfordern, um die Nachverfolgung aufzunehmen und Infektionsketten zu unterbrechen.

Hinweis der Redaktion: In einer ursprünglichen Fassung dieses Textes hieß es in der Überschrift, die App Luca sei „raus“. Das ist so möglicherweise nicht ganz korrekt. Richtig ist: Chekko ist erste Wahl. Der Kreis RE könnte Luca ebenso wie die Corona-Warn-App möglicherweise zusätzlich hinzu nehmen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt