Kriminalitätsstatistik 2019: Castrop-Rauxel ist eine sichere Stadt

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Die Zahl der Straftaten sinkt. Der Kriminalitätsbericht 2019 belegt: Castrop-Rauxel ist sicher. Das subjektive Gefühl vieler Menschen sieht aber anders aus.

Castrop-Rauxel

, 06.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei hat jetzt den Kriminalitätsbericht 2019 vorgelegt. Kaum werden diese Berichte mit Zahlen vorgelegt, regt sich in der Regel öffentlicher Widerspruch gerade in den sozialen Netzwerken.

Speziell die Frage, ob die bei der Polizei angezeigten oder von der Polizei ermittelten Taten überhaupt einen Aufschluss über die Zahl der tatsächlichen Verbrechen geben, wird von Kritikern gerade aus dem rechten Lager in oft scharfer Form in Zweifel gezogen.

Frage der gefühlten Sicherheit

Eine große Rolle in diesem Zusammenhang spielt die immer wieder große Diskrepanz zwischen tatsächlichen Fallzahlen und der gefühlten Sicherheit. Denn obwohl die Zahlen, die Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen jetzt vorlegte, in nahezu allen Bereichen eine ausgesprochen positive Entwicklung aufzeigen, bezeichnen viele Castrop-Rauxeler ihr persönliches Sicherheitsgefühl als schlecht.

Nicht umsonst führt deshalb etwa die örtliche CDU in ihrem Kommunalwahlprogramm 2020 den Themenbereich „Sicherheit und Ordnung“ unter den wichtigsten Schwerpunkten auf. „Auch in Castrop-Rauxel muss es eine Null-Toleranz-Strategie gegen jegliche Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geben“, heißt es dazu.

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Dabei bewegte sich die tatsächliche registrierte Gesamtkriminalität in Castrop-Rauxel laut Polizeibericht mit 5154 Fällen im Jahr 2019 zwar um 326 Fälle über dem Vorjahresniveau, das ist aber immer noch der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Von einer steigenden Tendenz seit 2015, als es die erste große Flüchtlingswelle gab, ist bis heute an den Zahlen nichts abzulesen. „Deutliche Rückgänge an Straftaten bedeutet auch, dass bedeutend weniger Menschen Opfer einer Straftat geworden sind“, sagte Friederike Zurhausen bei der Vorstellung des Kriminalitätsberichts 2019 in Richtung der Skeptiker.

Weniger Sexualdelikte in Castrop-Rauxel

In Castrop-Rauxel hat es - entgegen dem Kreistrend - sogar weniger Sexualdelikte gegeben. In der Kategorie „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ gingen die Zahlen von 79 auf 66 zurück - bei einer Aufklärungsquote von 92,4 Prozent. Bei „Vergewaltigung/sexuelle Nötigung“ halbierte sich die Fallzahl sogar von 17 auf noch 8 angezeigte Fälle.

„Die Erfahrungen zeigen, dass derartige Delikte im persönlichen Umfeld des Täters stattfinden. Hier sensibel zu sein und Auffälligkeiten zu registrieren, sollte Anspruch eines jeden von uns sein“, betonte die Polizeipräsidentin.

ZAHLEN AUS CASTROP-RAUXEL

  • Es gab 2 Tötungsdelikte. Beide wurden aufgeklärt.
  • Es gab 3 Raubdelikte mehr (37 statt 34). Fast 60 Prozent davon wurden aufgeklärt.
  • Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank weiter. Von 150 auf nun 132. Zum Vergleich: 2015 gab es noch 362 Fälle.
  • Die Straßenkriminalität ist rückläufig. 1215 Fälle sind der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Dazu zählen auch Fahrraddiebstähle (151, +47) und Diebstähle aus Autos (280, +8)
  • Angestiegen ist die Zahl der Ladendiebstähle von 271 auf 356.
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