Künstler besprüht Wände von Fleischer Willi Bols mit leuchtenden Würsten

Kunstprojekt

Außergewöhnliches Projekt in Obercastrop: Ein Graffiti-Künstler besprüht Beton-Wände mit Farbe. Für Wurst, Schinken und Heimat-Motive.

Obercastrop

, 16.05.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sieht die Wand über der Wurstküche am Grünen Weg fertig aus.

So sieht die Wand über der Wurstküche am Grünen Weg fertig aus. © Bols

Sie sollen ins Auge fallen, keine Frage. Ein bisschen Werbung machen, ein wenig Freude verbreiten und ganz doll für Heimatverbundenheit stehen. In Obercastrop, wo die Fleischerei Bols seit zig Jahren (genauer seit 1897) Geschäft und Handwerk von der Pike an betreibt.

Willi Bols ist mit Leib und Seele Obercastroper.

Willi Bols ist mit Leib und Seele Obercastroper. © privat

„Acht Tage, drei Wände“, so hat Willi Bols das Kunst-Projekt betitelt. Ja, richtig: Kunst-Projekt. Worum es geht: Dem Fleischermeister war das Triste an drei Betonmauern an seinen Häusern am Grünen Weg ein sprichwörtlicher Dorn im Auge. Weil das Umfeld in dieser Ecke von Obercastrop eben sonst schön grün ist.

„Bei ‚Tool of time‘ habe ich das Motiv draußen gesehen, das gefällt mir wirklich gut“, sagt Willi Bols im Gespräch mit unserer Redaktion. Also rief er beim Werkzeug- und Geräteverleiher Martin Dietberg an der Ringstraße an, der informierte ihn über den Mann mit der markanten Sprüh-Handschrift.

Der 38-jährige Graffiti-Künstler kommt aus Wiesbaden

Der Künstler in Aktion am Grünen Weg 3.

Der Künstler in Aktion am Grünen Weg 3. © Abi Schlehenkamp

Der Graffiti-Künstler kommt aus Wiesbaden und firmiert, sagt er, im Internet als Barok-Graffiti. Mit Künstlernamen für den gelernten Maler und Grafiker, der seit 1993 malt, wie der 38-Jährige erzählt. Die Chemie jedenfalls zwischen Bols und dem Grafiker stimmt. Bols berichtete von seinen Vorstellungen, Barok-Graffiti schickte ein paar Entwürfe.

Längst ist die große Wand an der Wurstküche von Bols am Grünen Weg 3 fertiggestellt. Große Schinken, Kräuter, Würste, Speck leuchten da und kommt oben Rauch aus dem Abzug hat das was richtig Handfestes. Eine Ecke weiter, am Grünen Weg 11, sind es zwei Wände, die sich der Mann mit der Farbe und dem Können erobert. Mit heimatlichen Motiven – natürlich aus Castrop-Rauxel.

Tradition und Moderne stehen nebeneinander bei der Fleischerei Bols an der Bochumer Straße

Tradition und Moderne stehen nebeneinander bei der Fleischerei Bols an der Bochumer Straße. © Abi Schlehenkamp

Reiterbrunnen, Schloss Bladenhorst und Bokenkreuz als Motive

Der Reiterbrunnen gehört dazu, das Schloss Bladenhorst, das Schiffshebewerk, ein Bokenkreuz, das hat alles was, auf jeden Fall Charme und weckt Freude beim Betrachter. Und Willi Bols (56) ist begeistert, dass die langgezogene Wand zum Mehrfamilienhaus jetzt ein Hingucker wird.

Der Garagenhof am Grünen Weg 11, die Fläche ist seinerzeit komplett ausgekoffert worden, auf den Garagen ist ebenerdige Wiese.

Der Garagenhof am Grünen Weg 11, die Fläche ist seinerzeit komplett ausgekoffert worden, auf den Garagen ist ebenerdige Wiese. © Abi Schlehenkamp

So, wie auch der kleine Nebenraum neben der Metzgerei an der Bochumer Straße schon seit langer Zeit. Wo Bols Geschichte und Moderne an einer Litfasssäule und seiner Elektrotanke für E-Bikes zusammenbringt. Mit Sachen von anno dazumal und auch der Erinnerung an den Umweltschutzpreis der Stadt, 2003 verliehen, als er noch Willi Bols junior im Betrieb war, aber das Mehrfamilienhaus schon ein wegweisendes für energetische Nachhaltigkeit.

Und so sah es am Dienstag, 12. Mai, am Grünen Weg 11 bei der Kunstaktion aus.

Und so sah es am Dienstag, 12. Mai, am Grünen Weg 11 bei der Kunstaktion aus. © Bols

Drei Wände - acht Tage? Für den Künstler (k)ein Klacks. „Vielleicht schaffe ich es auch ein bisschen schneller“, sagt er. Beleuchtet werden soll das Ganze übrigens demnächst auch.

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