Kundenansturm nach Corona: Fahrrad-Verkauf boomt in Castrop-Rauxel

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Viele Menschen suchen in der Coronazeit Alternativen, um ihre Freizeit zu gestalten. Besonders das Fahrrad erlebt einen Aufschwung. Das spüren auch die Fahrradhändler in Castrop-Rauxel.

von Nora Varga

Castrop-Rauxel

, 08.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Volker Anderl hat in seinem Fahrradladen 2Rad Anderl an der Emscherstraße in Ickern alle Hände voll zu tun. Seit er wieder öffnen darf, rennen die Kunden ihm den Laden ein. Die ganze Branche erlebe gerade den Ansturm der Menschen, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion.

In seinem Laden kaufen die Castrop-Rauxeler besonders E-Bikes. Der Trend zum elektrisierten Zweirad mache vor keiner Altersgruppe halt. Auch Kinder und Jugendliche kauften verstärkt E-Bikes. Generell erstrecke sich der Fahrrad-Boom auf Menschen aller Gesellschaftsgruppen.

E-Bikes stehen an der Spitze des neuen Fahrradbooms.

E-Bikes stehen an der Spitze des neuen Fahrradbooms. © picture alliance/dpa

Über die Ursache der hohen Nachfrage kann Volker Anderl nur spekulieren. „Es gibt einen Trend zum Fahrrad. Viele Menschen wollen nicht mehr mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.“ Dieses Bedürfnis habe sich durch die Corona-Vorgaben in Bussen und Bahnen noch verstärkt. Dort müssen Fahrgäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Reparaturanfragen sind explosionsartig angestiegen

Auch die Nachfrage nach Reparaturen sei explosionsartig in die Höhe geschossen. „Wir können die Anfragen nicht mehr bewältigen“, berichtet Anderl. Wer heute mit einem platten Reifen in die Werkstatt kommt, müsse mitunter mit einer Wartezeit von fünf bis sechs Werktagen rechnen.

Der Inhaber von 2Rad Anderl ist skeptisch, ob die aktuelle Nachfrage nach Rädern Castrop-Rauxel zu einer Fahrradstadt machen kann. Um hier eine Wende einzuleiten, müsste es einen ganz anderen Anschub geben. In den vergangenen 50 Jahren sei die Verkehrspolitik in Castrop-Rauxel „nur für Autos gemacht worden“.

Es braucht eine neue Verkehrspolitik

Fahrradstreifen seien vor allem für unerfahrene und neue Fahrradfahrer nicht geeignet. Anderl wünscht sich in Castrop-Rauxel Fahrradwege wie sie im Moment in Berlin oder Dortmund spontan geschaffen werden, räumlich getrennt vom Autoverkehr.

Solche Fahrradstreifen sind vor allem für unerfahrene Radler ungeeignet und eine echte Gefahr.

Solche Fahrradstreifen sind vor allem für unerfahrene Radler ungeeignet und eine echte Gefahrenquelle. © Reinhard Schmitz

Erst wenn solche „Pop-Up-Radwege“ auch in Castrop-Rauxel entstehen, könnte das Fahrrad für viele eine echte Alternative werden.

Hohe Nachfrage auch bei Zweirad Schmitz

Im Fahrradhandel Zweirad Schmitz in der Marsstraße 25 bestätigt man die hohe Nachfrage nach Rädern. Ob sie durch das Coronavirus hervorgerufen wird oder ob die Leute die Räder ohne Corona schon früher im Jahr gekauft hätten, kann man nicht einschätzen.

„Das Fahrrad und E-Bike bietet auf jeden Fall reichliche Möglichkeiten, was Mobilität, Fitness, Freizeit- und Urlaubsgestaltung angeht, um für sehr viele Menschen im Fokus des Interesses zu stehen“, teilt die Inhaberin des Geschäftes mit.

Durch die Corona-Auflagen ist es aber auch bei Zweirad Schmitz schwerer geworden, alle Kundenwünsche zu erfüllen. Denn Leistungen wie Probefahrten, das Einstellen von Räder und der Verkauf von Ersatzteilen werden weiterhin angeboten.

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