Kurz nach der Übernahme kam Corona: „Die Tanzetage“ trotzt der Krise

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Seit 1991 sind Tänzer und Mitarbeiter der „Tanzetage“ eine Art Familie. Die neuen Inhaberinnen Lea Witthaus und Marina Heberle trotzen der Corona-Krise - und hoffen auf den Normalbetrieb.

Castrop-Rauxel

, 29.06.2020, 08:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Alles war am Anfang sehr aufregend, man musste sich erst einmal in die Selbständigkeit einarbeiten“, erinnert sich Lea Witthaus an den Oktober vergangenen Jahres, als sie zusammen mit Marina Heberle die Tanzschule „Die Tanzetage“ von Barbara Manegold übernahm. „Barbara hatte sich entschieden, in Rente zu gehen“, berichtet Marina Heberle. „Jüngere sollten die Tanzetage übernehmen und frischen Wind hineinbringen.“

Da lag es nahe, dass Lea und Marina, die praktisch von Kindesbeinen an als Schülerinnen und dann als Trainerinnen in der Tanzschule aktiv sind, das Ruder übernahmen. „Für uns war aber klar, dass das angesichts unserer familiären und beruflichen Verpflichtungen nur im Team möglich sein würde“, sagt Lea Witthaus.

Tanzclub ist zweites Zuhause geworden

Die 24-Jährige studiert an der Ruhr-Universität Bochum Medienwissenschaften und steht kurz vor ihrem Abschluss. Nebenher jobbt sie als Produktionsassistentin bei WDR 4 in Dortmund. Außerdem betreibt sie ihre zweite sportliche Leidenschaft als Korfballerin beim Schweriner KC recht intensiv. Marina Heberle (30) ist examinierte Sozialpädagogin und arbeitet bei der Caritas in Castrop-Rauxel, unter anderem als Babylotsin.

Die beiden neuen Inhaberinnen heben die familiäre Atmosphäre in der Tanzetage hervor, wie Marina Heberle erzählt: „Zusammen mit unseren Trainerinnen sind wir eine große Tanzfamilie geworden. Vor mehr als 20 Jahren habe ich begonnen, hier zu tanzen. Schnell ist dieser Ort zu meinem zweiten Zuhause geworden.“ Kaum ein Tag sei vergangen, an dem sie nicht da war.

Veränderungen durch Corona-Krise

Nach der Übernahme der Tanzetage im Oktober hatte sich für die beiden Jungunternehmerinnen der Betrieb ziemlich schnell eingespielt. Doch dann kam der Rückschlag. Die Corona-Krise schob dem Tanzgeschehen am Brückenweg von heute auf morgen einen Riegel vor.

Der Dancehall-Kurs mit Trainerin Lea Witthaus in der "Tanzetage“.

Der Dancehall-Kurs mit Trainerin Lea Witthaus in der "Tanzetage“. © Dieter Düwel

Marina Heberle erinnert sich: „Im Februar hatten wir noch unseren traditionellen Auftritt in der Stadthalle, im März wurden wir dann vom Lockdown überrumpelt und mussten schließen. Wir haben aber die Zeit genutzt und unsere Räume renoviert. Außerdem konnten wir uns intensiver um unsere Internetseite kümmern.“

Der Kontakt mit den Tanzschülerinnen hielten sie trotz der Schließung aufrecht. Übers regelmäßige Internet-Meetings und Tanzspiele regten sie vor allem die 4- bis 10-Jährigen dazu an, beim Tanzen zu bleiben. Mit Unterstützung vieler Eltern entwickelten sie einige Tänze weiter.

Im Mai konnte dann die Tanzetage wieder öffnen, natürlich unter Auflagen. Dazu Lea Witthaus: „Das bedeutet: maximal zehn Teilnehmer pro Kurs, Abstand halten, alles desinfizieren und ständiges Lüften der Räume. Mund- und Nasenschutz mussten wir nicht tragen. Beim Tanzen unter Corona-Auflagen ist das Abstandhalten am wichtigsten, aber das ist relativ leicht umzusetzen, da in den meisten Tanzarten jeder für sich tanzt, Partnerteile werden noch ausgelassen.“

Kooperation mit Schulen

Die beiden Inhaberinnen sind froh, fast alle Kurse wieder anbieten zu können. Vor allem freuen sie sich auf die Ferien-Workshops, die in der nächsten Woche beginnen. Marina Heberle verweist auf das breite Angebot an Tanzarten: „Von Hip Hop über Jazz Dance bis Partnering & Lifts ist für jeden etwas dabei. Außerdem bieten wir Yoga-Kurse an. Freunde, Familienmitglieder und Interessierte sind willkommen.“

Der Jazz Dance Kurs der „Tanzetage“ bei der Vorbesprechung mit Trainerin Lea Witthaus

Der Jazz Dance Kurs der „Tanzetage“ bei der Vorbesprechung mit Trainerin Lea Witthaus © Dieter Düwel

Großen Wert legt die Tanzetage auf die Kooperation mit Castrop-Rauxeler Schulen. Eine Arbeitsgemeinschaft „Hip Hop“ besteht am Ernst-Barlach-Gymnasium. Lea Witthaus hat eine Jazz-AG an der Wilhelmschule betrieben und möchte sie auch im nächsten Schuljahr wieder aufleben lassen.

Positiver Blick in die Zukunft

Trotz der Corona-Einschränkungen schauen Lea Witthaus und Marina Heberle voller Zuversicht in die Zukunft. „Insgesamt sind wir bisher ganz gut durch die Krise gekommen“, sagt Marina Heberle. Man freue sich auf die Auftritte bei „Castrop kocht über“ und in der Agora im nächsten Jahr. Nach den Sommerferien hoffe man auf Normalbetrieb, damit der geplante Kurs Jazz für Frauen Ü40 wie geplant laufen könne.

Auch Lea Witthaus zieht ein positives Fazit nach den ersten Monaten: „Den Weg in die Selbständigkeit haben wir auf keinen Fall bereut.“

Tanzschule besteht seit 1991

  • „Die Tanzetage“ ist eine Tanz- und Ballettschule in Castrop-Rauxel. Unterrichtet werden unter anderem Ballett, Jazz- und Modern Dance, Hip Hop, Dancehall und Kreativer Kindertanz für jede Alters- und Leistungsgruppe.
  • Die Tanzschule besteht seit 1991. Neben den Kursen und Workshops finden regelmäßig kreative Tanzauftritte in Castrop-Rauxel statt.
  • Das Team der „Tanzetage“ besteht aus Marina Heberle, Lea Witthaus und fünf Trainerinnen.
  • Informationen zu den Kursen und Workshops findet man auf der Homepage https://dietanzetage.com/
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