Kyrill: Noch immer wird aufgeräumt

CASTROP-RAUXEL Mit einem blauen Auge davon gekommen: So skizzierte Revierförster Matthias Klar am Dienstagabend im Umweltausschuss noch mal die Folgen des Orkans Kyrill in den heimischen Wäldern.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 30.01.2008, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diesen Baum entwurzelte "Kyrill" an der Pallasstraße.

Diesen Baum entwurzelte "Kyrill" an der Pallasstraße.

Dass Castrop-Rauxel mit seinen insgesamt 361 Hektar Waldbestand unter dem Dach des Regionalverbandes Ruhr (RVR) derart glimpflich davonkam, liegt laut dem Revierförster Klar daran, dass wir hier unter fünf Prozent Nadelholz haben. Kyrill habe zu 90 Prozent im Nadelholz gewütet, nur zu zehn Prozent sei Laubwald betroffen. Während im kompletten RVR-Revier mit seinen 13 000 ha 290 ha Freifläche in den nächsten Jahren aufzuforsten sind, kann in unserer Stadt "normal weitergewirtschaftet werden", so Klar.

Weitere Bäume müssen gefällt werden

Die schon im vergangenen Jahr begonnene Fäll-Maßnahme am Beerenbruch wird 2008 fortgesetzt. Das 80 ha große Waldstück in Ickern wird auf 17 ha durchforstet, unterm Strich sollen dabei 770 Festmeter Holz "geerntet" werden. Über 300 Festmeter liegen noch aus 2007 im Beerenbruch. "Wir kriegen das Zeug nicht raus", zuckt Klar mit den Achseln, "der Boden ist viel zu weich, das gäbe dicke Schäden." Für Klar Folge des Klimawandels, seit drei Jahren kämpfe man hier mit dem warmen Winter, bei dem der Boden nicht fröre.

Im Grutholz (74 Hektar groß) kommt die Säge auf 11,3 ha zum Einsatz, 350 Festmeter Holz sollen dabei abfallen. Im Bereich Nierholz fällt ein Hektar Pappeln, 2009 wird dort mit Esche und Hainbuche wieder aufgeforstet. Im Castroper Holz geht es ebenfalls vorrangig Pappeln an den Kragen - auch die in Sportplatznähe sollen aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Im Langeloh ist eine kleinere Maßnahme geplant, dort muss noch geguckt werden, wie das aufgrund der schwierigen Topographie hinzukriegen ist. Am Fuß der Halde auf Schwerin will der RVR 0,8 ha Altholz rausholen, wie es auf der Plattform weitergeht, wird noch bei einem Vorort-Termin geklärt (RN berichteten). Im südlichen Bereich des Becklemer Buschs werden 12 ha durchforstet. Allles in Allem will Klar 3000 Festmeter in Castrop-Rauxel schlagen.

Aufforstung im Waldstück nähe A 42

Aufgeforstet wird hingegen ein Stück in der Nähe der A 42, dort gibt es noch eine Altschuld zu begleichen, entstanden beim Ankauf des ehemaligen Freizeitparks Bladenhorst, das neue Waldstück wird immerhin 4,6 ha groß. Ausschusschef Udo Weber (Grüne) wollte von Klar wissen, ob womöglich immer mehr Holz in unseren Wäldern geschlagen würde. "Nein", betonte Klar, "das ist über die Jahre konstant." In Becklem, versprach der Revierförster in Richtung BUND-Mann Thomas Krämerkämper, wolle man auf den Fledermaus-Bestand achten.

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