Lamborghini gestohlen - Betrüger steht vor Gericht

Prozess in Bochum

So dreist muss man erst einmal sein: Im Sommer lieh sich ein 51-jähriger Betrüger einen 250.000 Euro teuren Lamborghini aus und brachte ihn nicht mehr zurück. Seit Freitag steht der Mann, der angeblich in Castrop-Rauxel gemeldet war, in Bochum vor Gericht.

BOCHUM/CASTROP-RAUXEL

02.12.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieser schwarze Lamborghini wurde zuletzt am Alten Hellweg in Marten gesehen.

Dieser schwarze Lamborghini wurde zuletzt am Alten Hellweg in Marten gesehen.

Schwarzer Anzug, schwarzes Hemd, die langen Haare mit Pomade nach hinten gekämmt: Von seinem Aussehen her passt der Angeklagte sicher in jedes Mafia-Klischee. Vor allem, da auch gleich noch die Papiere passten. Als er festgenommen wurde, hatte er einen gefälschten italienischen Pass und einen gefälschten italienischen Führerschein dabei. Und das, obwohl er mit Italien eigentlich gar nichts zu tun hatte.

Geboren in der Türkei, aufgewachsen in Holland, gelandet in Deutschland: Vor rund 15 Jahren will der Angeklagte über die Grenze gekommen sein – auch der Liebe wegen.

Wo sind die Autos gelandet? Der Angeklagte schweigt

Die Betrugsmasche mit Luxus-Limousinen hat im Sommer begonnen. Immer wieder war der Angeklagte damals bei Autovermietungen aufgetaucht und hatte mit seinen falschen Papieren Autos gemietet. Meist legte er dabei auch eine Meldebestätigung aus Castrop-Rauxel vor. Doch auch die war nicht echt.

Dennoch erhielt der Mann bei der Autovermietung in Düsseldorf den schwarzen Sportwagen. Der tauchte später in Herne und Dortmund-Marten auf. Dann aber war er weg.

Das war wohl Teil der Masche, wie sich vor Gericht zeigte: Die Miete für die Fahrzeuge wurde immer sofort bezahlt, die Autos selbst wurden nie zurückgebracht. Was mit ihnen passiert ist? Der Angeklagte will es angeblich nicht wissen. Das sei Sache seiner Komplizen gewesen.

"Lieber gesund im Gefängnis als Ärger mit den Auftraggebern"

Wer die Hintermänner waren, will er aber nicht verraten – aus Angst. Wofür zumindest sein Verteidiger Siegmund Benecken Verständnis zeigte: „Lieber gesund im Gefängnis als Ärger mit den Auftraggebern“, sagte der Anwalt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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