Lange angekündigt, doch Castroper Rennverein wartet noch immer auf seine Wiedergründung

Pferderennen

Beim Neujahrsempfang 2019 war es die Nachricht des Abends: Kravanja will den alten Castroper Rennverein reaktivieren. Doch ein Jahr später ist der Verein noch immer nicht wiedergegründet. Warum?

Castrop-Rauxel

, 08.02.2020, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Aufnahme aus dem Jahr 1965 bringt vieles zum Ausdruck, was in Castrop-Rauxel eng mit dem Bergbau verknüpft ist: Hinten die Zeche Erin, im Mittelgrund die Emschertalbahn und im Vordergrund eines der Castroper Rennen, die von 1875 bis 1970 stattfanden und vom Iren William Thomas Mulvany, einem Bergbau-Pionier in unserer Stadt, importiert wurden.

Diese Aufnahme aus dem Jahr 1965 bringt vieles zum Ausdruck, was in Castrop-Rauxel eng mit dem Bergbau verknüpft ist: Hinten die Zeche Erin, im Mittelgrund die Emschertalbahn und im Vordergrund eines der Castroper Rennen, die von 1875 bis 1970 stattfanden und vom Iren William Thomas Mulvany, einem Bergbau-Pionier in unserer Stadt, importiert wurden. © Klaus Michael Lehmann

In Castrop-Rauxel gab es auf einer Naturhindernis-Rennbahn früher Pferderennen. Was man sich heute kaum vorstellen kann, gehört zur Stadtgeschichte wie die Zechen und die Bauernhöfe. Nicht umsonst ist der Reiterbrunnen am Castroper Marktplatz für viele Castrop-Rauxeler das Wahrzeichen der Stadt.

1874 wurde der Verein gegründet, der die Rennen organisierte. 97 gab es insgesamt, das letzte wurde am 28. Juni 1970 ausgetragen. Während vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zu 20.000 Zuschauer die einzelnen Rennen verfolgten, waren es beim letzten Rennen 421 zahlende Zuschauer.

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Die Rennbahn ist auch heute noch da, 50 Jahre nach dem letzten Rennen. Sie steht unter Denkmalschutz, ist als Parklandschaft beliebt und verbindet die Stadtteile Schwerin und Castrop miteinander. Es ist der Ort mit der höchsten Bolzplatz-Dichte Castrop-Rauxels, extrem beliebt als Rodelhügel und hat einen der wenigen öffentlichen Grillplätze oben am Hang.

Wann ist es soweit?

Es ist explizit nicht das Ansinnen des Bürgermeisters Rajko Kravanja, wieder Pferderennen zu veranstalten. Aber den Rennverein will er wiederbeleben. Nur wann ist es soweit? Das ist die Frage.

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2019 hatte Kravanja das zu Jahresanfang angekündigt. Im Frühjahr hieß es dann, dass man bis Herbst eine Wiedergründungs-Sitzung einberufen wolle. Denn der Verein hat sich nie aufgelöst. Man hatte sogar im März schon Einladungen verschickt, die allerdings zurückgezogen wurden. Dann hieß es, man werde nach den Sommerferien neu einladen. Und nun? Nun ist Februar 2020 und es ist immer noch nichts passiert. Zumindest vordergründig.

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt Kravanja, dass das rechtlich-organisatorische Gründe habe. „Wir haben kürzlich zusammengesessen und diverse Dinge besprochen“, so der Bürgermeister. „Wir müssen nun mit dem Amtsgericht klären, wie wir weiter vorgehen.“

Satzung komplett neu aufgelegt

Der Verein habe dem Amtsgericht eine komplett veränderte Form der Satzung vorgelegt. Die Satzung sei in dem Gusto gestrickt, dass es einmal den Teil des Rennvereins selbst gibt. „Der soll die Rennen symbolisch wieder beleben, auch wenn wir kein echtes Pferderennen hinbekommen“, so Kravanja. „Der andere Teil soll ein großer gesamtstädtischer Heimatverein werden. Den haben wir in Castrop-Rauxel bisher nicht.“

Die letzten Rückmeldungen von Amtsgericht und Finanzamt hätten etwas gedauert. „Aber ich will das vor der Sommerpause geregelt haben.“ Fest stehe das weitere Prozedere: Er sei bestellter Notvorstand und beauftragt, eine Mitgliederversammlung einzuberufen. „Die muss dann einen Vorstand wählen“, so Kravanja.

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