Lange Wartezeiten im Castrop-Rauxeler Bürgerbüro

Keine Besserung in Sicht

Auch in dieser Woche mussten Kunden im Bürgerbüro wieder reichlich Geduld aufbringen. Zur Mittagszeit ging am Montag für mehr als eine Stunde überhaupt nichts mehr. Die Stadt bittet um Nachsicht, konnte aber kurzfristig keine Besserung in Aussicht stellen.

CASTROP-RAUXEL

, 01.09.2016, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lange Gesichte im Wartezimmer des Bürgerbüros. Die Kunden mussten am Montag bis zu vier Stunden warten.

Lange Gesichte im Wartezimmer des Bürgerbüros. Die Kunden mussten am Montag bis zu vier Stunden warten.

Knapp 30 Leute warteten am Montagmittag im dafür vorgesehenen Raum und auf den Fluren des Rathauses auf einen Termin im Bürgerbüro. Zwei Mitarbeiter – und damit doppelt so viele wie am vergangenen Freitag – bearbeiteten die Anliegen der Bürger so gut und schnell es ging. Oder etwa nicht?

Gegen Mittag tat sich plötzlich gar nichts mehr auf der Anzeigetafel mit den Wartenummern. Nach gut einer Stunde Stillstand reichte es Renate Ludwig-Schmiemann. Sie beschwerte sich zunächst im Vorzimmer von Bürgermeister Rajko Kravanja und rief dann die Redaktion dieser Zeitung an.

„Uns hat ja niemand informiert“, sagt sie. „Da waren zwei Mütter, die ihre Kinder beruhigen mussten. Keiner wusste, was Sache ist.“ Schnell waren die Wartenden sich einig: Die Mitarbeiter des Bürgerbüros machen trotz des Andrangs eine ausgedehnte gemeinsame Mittagspause.

Hintergrundarbeiten

Diesen Vorwurf weist Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann zurück und begründet den Leerlauf zur Mittagszeit mit Arbeiten, die nicht im Beisein der Kunden anfallen: „Es ist ja nicht so, dass wenn ein Bürger aufsteht, der Vorgang damit sofort abgeschlossen ist. Dann finden Hintergrundarbeiten statt, die in diesem Fall für die lange Wartezeit verantwortlich waren.“ Ihre Mittagspausen hätten die Mitarbeiter getrennt voneinander und im vorgesehenen Zeitfenster von 30 Minuten abgehalten.

Renate Ludwig-Schmiemann will diese Version nicht so einfach schlucken. „Ich habe beim Anruf im Vorzimmer des Bürgermeisters auch angekündigt, dass ich mich an die Presse wende. Danach ging auf einmal wieder alles ganz zügig.“

Dennoch habe sie inklusive An- und Abreise gute vier Stunden gebraucht, um an ihren Reisepass zu kommen. „Und das für eine Sache, die letztlich vielleicht drei Minuten gedauert hat.“ Vielleicht könne man solche kleineren Anliegen ja anders bearbeiten, solange die Personalnot im Bürgerbüro so groß ist, schlägt sie vor. „Am Infostand saß zwischendurch auch mal ein Mitarbeiter, der könnte doch zum Beispiel die Pässe ausgeben.“

Keine Besserung

„Die Mitarbeiter vor Ort tun, was sie können“, versicherte Maresa Hilleringmann. „Es tut uns leid, aber auch in den nächsten Tagen ist keine Besserung in Sicht.“

Deshalb sind auch die Bürger aufgerufen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und „alles, was warten kann, warten zu lassen.“

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