1964 wurde Wilhelm Huth Chefarzt am Rochus-Hospital. Später lebte er in Bad Godesberg und zuletzt in Worms. © Michael Fritsch
Herzspezialist

Langjähriger Chefarzt und Pionier im St.-Rochus-Hospital ist gestorben

Ein Mann, der die Geschichte des katholischen St.-Rochus-Hospitals entscheidend mitgeprägt hat, ist tot. Der langjährige Rochus-Chefarzt Wilhelm Huth ist jetzt mit fast 97 Jahren verstorben.

Mit fast 97 Jahren ist jetzt der langjährige Rochus-Chefarzt Wilhelm Huth, zuletzt wohnhaft in Worms, verstorben.

Zum Jahreswechsel 1963/64 sollte eine neue Doppelspitze von jungen, kompetenten und möglichst charismatischen Chefärzten das Gesicht des Hospitals nach innen verkörpern und nach außen prägen. 60 Mediziner wollten gerne die Stellen besetzen, ausgewählt wurden schließlich der Internist Dr. Claaßen (geb. 1924), zuletzt als Oberarzt in Hildesheim tätig, sowie der im Josefs-Hospital Bochum als Oberarzt arbeitende, fast gleichaltrige gebürtige Unterfranke Dr. Wilhelm Huth (geb. 1923).

Doppelspitze nahm ein tragisches Ende

Diesen hatte es bereits nach Beendigung seines Medizinstudiums in Würzburg 1951 zunächst als Assistenten nach Winterberg, ab 1952 nach Dortmund-Hombruch und schließlich nach Bochum verschlagen. Von dort aus hatte Dr. Huth sich auf mehrere Chefarztstellen beworben und dabei als erstes die Zusage in Castrop erhalten.

Die neue Ärzte-Doppelspitze nahm allerdings bereits rasch ein tragisches Ende. Ein plötzlicher Tod riss Dr. Claaßen bereits am 8. Juli 1965 früh aus dem Leben und damit gleichzeitig eine Lücke in das Rochus-Hospital, die aufgrund des hohen Arbeitsanfalls rasch wieder gefüllt werden musste.

Bereits am 1. September 1965 trat auf Empfehlung von Dr. Huth mit dem seinerzeit 41-jährigen Internisten Johann Georg Schlitter von den Städtischen Kliniken Dortmund ein neuer Chefarzt seinen Dienst im Rochus an.

Dr. Huth und Dr. Schlitter begründeten Mitte der 60er-Jahre eine ein Vierteljahrhundert währende Ära am Rochus. In der Zeit wurde dort durchaus auch ein Stück „große“ Medizingeschichte geschrieben. Gemeinsam implantierten die beiden 1967 nämlich erstmals einer Patientin einen Herzschrittmacher, was zu dieser Zeit eine chirurgische Pionierleistung darstellte, von der zahlreiche größere Häuser in den Nachbarstädten Dortmund und Bochum noch entfernt waren.

Als Dortmund sich zwei Jahre später dafür groß in der Presse feiern ließ, habe man nur geschmunzelt, berichtete Dr. Huth in einem Gespräch für die Festschrift des Rochus-Hospitals zum 150-jährigen Bestehen in Bad Godesberg.

Einer der ersten Herzschrittmacher in ganz NRW

Dort lebte der ehemalige Rochus-Chef seit seinem Fortzug aus Castrop 1993. An die Herzschrittmacher-OP hatte er auch ein halbes Jahrhundert später noch lebhafte Erinnerungen: „Ich gehörte damals zu den ersten in NRW, die Herzschrittmacher implantiert haben.“

Kollege Schlitter, der eine solche OP unter Zenker in Marburg bereits mitgemacht hatte, habe ihn ermutigt und gesagt: „Lass uns das mal machen.“

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