Laterne ins Fenster: Auch ohne Martinszug soll es in den Straßen leuchten

Coronavirus

Corona bremst auch Heilige: Sankt-Martins-Züge darf es nicht geben. Doch in den Straßen soll es trotzdem leuchten. Das wünschen sich Kirchen und andere Organisationen und starten eine Aktion.

Castrop-Rauxel

, 04.11.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Egal, ob neu gebastelt oder aus den vergangenen Jahren: Laternen im Fenster sollen an Sankt Martin erinnern, wenn im diesen Jahr wegen Corona alle Umzüge ausfallen müssen.

Egal, ob neu gebastelt oder aus den vergangenen Jahren: Laternen im Fenster sollen an Sankt Martin erinnern, wenn im diesen Jahr wegen Corona alle Umzüge ausfallen müssen. © Natascha Jaschinski

Mitte September, da war man noch verhalten optimistisch in Castrop-Rauxel: Die Kirchen planten noch, ob und wenn ja, wie man in diesem Jahr zu Sankt Martin durch die Straßen ziehen könnte. Und in der Kleingartenanlage Süd war sich der Vorsitzender Dieter Ricken ganz sicher: Auf jeden Fall soll es einen Sankt-Martins-Zug geben, sagte er uns.

Doch das war im September. Jetzt ist November. Deutschland ist im Teil-Lockdown. Und Martinszüge sind seit letzter Woche verboten. Brauchtum und Traditionen sollen trotzdem lebendig bleiben, wünscht sich der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker. „Lasst euch Sankt Martin durch Corona nicht vermiesen.“ So sein Appel. Vor allem an Familien mit Kindern.

Laternen im Fenster sollen Straßen erleuchten

Wie schon andere Organisationen und auch die evangelische Kirche ruft er Familien dazu auf, es rund um den 11. November leuchten zu lassen: indem Laternen ins Fenster gestellt werden. Auch so habe man ein „Ein Lichtermeer zu Martins Ehr“, wie es in dem bekannten Martinslied heißt.

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So basteln Sie Ihre eigene Laterne

In der Kita St. Johannes Werne haben die Kinder die Qual der Wahl: Eine Sonne, einen Frosch, einen Igel oder eine Fledermaus können sie dort basteln. Letztere ist unter den Kleinen am Beliebtesten. Wir erklären, wie Sie den lila Flattermann mit wenig Aufwand nachbasteln können.
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Für eine Laterne braucht man nicht viel: Pappe, Klebstoff, einen Stift zum Vorzeichnen und je nach Alter des Bastelnden Prickelnadeln oder eine Schere. Wichtig, aber nicht auf dem Bild zu sehen ist Transparentpapier und der Leuchtstab, der die Laterne erstrahlen lässt. Außerdem nützlich: Ein Bändchen oder Draht, um die Laterne besser tragen zu können. © Sylva Witzig
Erst einmal müssen die Teile vorgezeichnet und ausgeschnitten werden. Das Grundgerüst, auf dem später die Transparentfolie landet, wird für Kindergärten vom Bastelbedarf geliefert. Wer nicht in die Massenproduktion gehen möchte, kann es natürlich selber ausschneiden. Das Mittelstück besteht aus einem langen Stück, das mit zwei Kreisen verbunden ist.© Sylva Witzig
Beim Ausschneiden ist es wichtig, einen rechten und linken Flügel auszuschneiden. "Selbst wir haben uns da schon vertan", erzählt Erzieherin Andrea Rodrigues, die die Schablonen für die Laternen entworfen hat. Ist alles ausgeschnitten, müssen die Körperteile bemalt werden. Ob sie böse oder freundlich guckt, bleibt der Fantasie der Kinder überlassen.© Sylva Witzig
Flügel, Zähne, Augen, Ohren und Transparentfolie komplettieren, an den richtigen Stellen angebracht, die Fledermaus. Daraufhin muss nur noch das Grundgerüst zusammengeklebt werden. Flüssiger Kleber hält in der Regel besser als ein Klebestift. Damit muss man auch nicht sparsam sein - Die Laterne soll schließlich während der Wanderung nicht auseinanderfallen.© Sylva Witzig
In die Laterne werden kleine Löcher gestochen, durch die ein Band oder ein Draht zum Tragen gesteckt wird. Dann fehlt nur noch der Leuchtstab, der einfach in die Laterne gehängt wird. Nur regnen sollte es beim Martinsumzug mit den Papplaternen nicht. Das Basteln mit Kindern dauert zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde, je nach Motiv und Alter des Kindes.© Sylva Witzig
Auf einem gut sortierten Basteltisch findet sich fast alles, was man für die Laterne braucht. Die Fledermaus im Hintergrund posiert als Vorlage. Auch Wackelaugen wären in der Kita St. Johannes möglich - "Die meisten Kinder wollen aber, dass ihre Laterne genau so aussieht wie die Laterne", erzählt Erzieherin Simone Littau-Hattwig.© Sylva Witzig
Neben der Fledermaus gibt es in diesem Jahr Sonnen, Igel und Frösche. Das kam so: Die Sonne ist ein Klassiker unter den Laternen. Von einem Igel bekommt die Kita St. Johannes öfter auf ihrem Gelände Besuch. Es gibt eine Froschgruppe und kürzlich war ein Fledermaus-Spezialist zu Besuch, der mit den Kindern eine kleine Wanderung unternommen hat. Extrawünsche wie eine rosafarbene Fledermaus gibt es in der Kita St. Johannes übrigens nicht: Die Kinder durften selber aussuchen, welche vier Motive für sie zur Auswahl stehen. Dabei gab es unzählige Vorschläge, beispielsweise Superman oder Paw Patrol. © Sylva Witzig
Für die ganz Kleinen gibt es einfachere Laternen: Zwei Pappteller werden zusammengeklebt und mit Transparentpapier, Augen, Schnabel, Beinen und Federn versehen. In der Kita. St. Johannes basteln erstmals die Erzieher alleine mit den Kindern. Zuvor wurden die Eltern ins Boot geholt, doch da viele berufstätig waren, konnten nicht alle Kinder eine Laterne basteln. © Sylva Witzig
Diese Mädels sind schon gerüstet für den Laternenumzug am 15. November. Die 79 Kinder der Kita. St. Johannes basteln vom 4. bis zum 13. November ihre Laternen. © Sylva Witzig

Andere Martinstraditionen könnten ebenso gepflegt werden: Die katholischen Kindergärten im Erzbistum machten dies auch – soweit Corona es zulasse: Es gibt beispielsweise Martinsspiele innerhalb der Gruppe oder kleine Umzüge durch die verdunkelte Kirche, heißt es beim Erzbistum.

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