Familie Wittekind sorgte für Weihnachtsstimmung im Lambertus-Seniorenheim. © Dieter Düwel
Weihnachtssingen

Lieder, Texte und Gebete: Pfarrerfamilie feiert Heiligabend am Seniorenheim

Gerade ältere Menschen vermissen den Gottesdienst an Weihnachten. Daher sangen Pfarrer Wittekind und seine Familie an Heiligabend Weihnachtslieder im Innenhof des Seniorenheims St. Lambertus.

Es ist ein ungewöhnlicher Heiligabend. Auch und gerade für evangelische Pfarrer und ihre Familien: „Wir sind ja als Pfarrfamilie in diesem Jahr an Heiligabend praktisch arbeitslos. Das ist für uns sehr ungewohnt und auch schmerzhaft“, bedauert Arno Wittekind, Pfarrer der evangelischen Paulusgemeinde Castrop-Rauxel die Absage der Präsenz-Gottesdienste kurz vor den Weihnachtstagen.

Für ihn sind es gerade die älteren Menschen in den Seniorenheimen, die darunter leiden: „Sie sind am meisten abgehängt in dieser Zeit. Wir machen zwar auch viel online, aber in der digitalen Welt sind die älteren Menschen meistens nicht zuhause. Oft gibt es auch kein WLAN in den Altenheimen.“

Daher hatte er zusammen mit seinen Kollegen Christine Rosner und Johannes Ditthardt die Idee, Castrop-Rauxeler Seniorenheime zu besuchen und traditionelle Weihnachtslieder vor den Wohnungen und Zimmern zu singen. Weihnachtslieder, die im Gedächtnis der alten Menschen oft tief verankert sind.

Traditionelle Weihnachtslieder und Gebet

Am Nachmittag des Heiligen Abends besuchten Arno Wittekind und seine Familie das Seniorenheim St. Lambertus an der Dortmunder Straße. Der Pfarrer erklärte: „Wir sind aus einem Haushalt und dürfen zusammen Musik machen.“ Wittekinds Sohn Stefan ist Kirchenmusiker und Theologiestudent.

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Pfarrerfamilie feiert Heiligabend am Seniorenheim

Er begleitete seinen Vater sowie seine Mutter Petra und seine Schwester Lena am Digitalpiano. Von „Stille Nacht“ über „Leise rieselt der Schnee“ bis zum abschließenden „O du fröhliche“ reichte das Repertoire der Familie, unterbrochen von Lesungen der Weihnachtsgeschichte und des Gedichts „Von drauß‘ vom Walde komm ich her“. Das abschließende Gebet des Pfarrers machte die Gottesdienst-Atmosphäre vollkommen.

Die Weihnachtsmusikanten (v.l.n.r.) Lena Wittkind, Pfarrer Arno Wittekind, Stefan Wittekind und Mutter Petra Stach-Wittekind
Die Weihnachtsmusikanten (v.l.n.r.) Lena Wittkind, Pfarrer Arno Wittekind, Stefan Wittekind und Mutter Petra Stach-Wittekind © Dieter Düwel © Dieter Düwel

Zahlreiche Senioren lauschten der Vorstellung auf ihren Balkonen, an Fenstern und im Gemeinschaftssaal. Und es wurde kräftig mitgesungen. Es herrschte Einigkeit unter den älteren Menschen: „Das war mehr als ein Ersatz für den Gottesdienst. Es kam richtig Weihnachtsstimmung auf!“

Online Alternativen zu Präsenz-Gottesdiensten

Ganz ohne Gottesdienst ging der Heilige Abend dann doch nicht über die Bühne. Die Paulusgemeinde bot zwei (Online-)Alternativen zu den Präsenz-Gottesdiensten an. Ab 14 Uhr wurde ein Gottesdienst für Jung und Alt ins Netz gestellt. Dazu Arno Wittekind: „Wir haben das Ganze in den letzten Wochen mit Kindern zum Teil auf einem Bauernhof, zum Teil in der Kirche gedreht. Viele Familien der Gemeinde waren daran beteiligt.“

Auf die Christvesper in der Lutherkirche mussten die Gläubigen an Heiligabend ebenso wenig verzichten. Für den Online-Gottesdienst hatten die Chöre der Gemeinde im Innenhof von Schulte Rauxel Weihnachtslieder eingesungen.

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In Castrop-Rauxel geboren und in der Heimatstadt geblieben. Schätzt die ehrliche und direkte Art der Menschen im Ruhrgebiet. Besonders interessiert am Sport und den tollen Radwegen im Revier.
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Dieter Düwel

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