Linke fordern eine städtische Wohnungsbaufirma

Im Stadtrat

Da haben die Linken in Castrop-Rauxel bei der Koalition auf Granit gebissen: Linken-Fraktionschef Ingo Boxhammer wollte im Stadtrat die Gründung einer städtischen Wohnungsbaufirma durchdrücken - ohne Erfolg. Doch dass es in der Stadt an Wohnungen mangelt, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

CASTROP-RAUXEL

, 11.10.2016, 11:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Luftbild der Fläche für Drabig-City an der Recklinghauser Straße

Luftbild der Fläche für Drabig-City an der Recklinghauser Straße

Die Linke hat sich vergeblich bemüht, beim Thema kommunales Wohnungsbauunternehmen aufs Gaspedal zu drücken. In der Ratssitzung am Donnerstagabend wollte Linken-Fraktionschef Ingo Boxhammer bereits jetzt die Gründung einer städtischen Wohnungsbaufirma durchdrücken - und stieß damit bei der Koalition nicht gerade auf Zustimmung.

Erst sollen belastbare Daten auf den Tisch: Zahlen, Grundstücke, Hintergründe. Dass es in der Stadt an rund 300 Wohnungen mangelt, wird schon seit dem vergangenen Jahr kommuniziert. Es geht dabei um Wohnungen im preiswerten Segment.

Und auch die Gründung eines eigenen Wohnungsbauunternehmens steht auf der Lösungs-Liste für die drängendsten Probleme der Stadt. „Das Problem haben wir auf dem Schirm“, erklärte Uli Werkle (Grüne). Durch den Zuzug von Flüchtlingen sei es noch mehr ins Bewusstsein gerückt. Aber die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht.

"Eklatantes Versagen der Wohnungswirtschaft"

„Ich erinnere an Drabig-City in Ickern und an die Neue Mitte Merklinde, wo wir die Grabeländer vertrieben haben“, sagte Werkle. Aber von den Investoren sei schon lange nichts mehr zu hören.

„Es gibt da ein eklatantes Versagen der Wohnungswirtschaft bei uns“, meinte Werkle am Donnerstag im Rat. Fakt sei, dass die Verwaltung seit Anfang dieses Jahres an dem Thema arbeite. Ein solches städtisches Unternehmen ins Leben zu rufen ergebe nur Sinn, wenn es wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen könne.

Das sieht auch die CDU in der Opposition so, wenngleich deren Bauexperte Oliver Lind noch ganz andere Probleme wittert: „Wir werden Probleme mit den Flächen haben, weil wir nicht genug haben“, so Lind – ein Nachtreten gegen den vor wenigen Jahren neu aufgestellten Flächennutzungsplan mit seiner Ausrichtung auf Bestand der Grünflächen.

Warten auf fundierte Fakten

„Auch da warten wir, bis wir fundierte Fakten vorliegen haben“, stellte Bürgermeister Rajko Kravanja klar. Der Rat gab mit großer Mehrheit grünes Licht dafür, dass die Verwaltung die Untersuchungen zur Gründung einer kommunalen Wohnungsbaufirma zügig fortsetzt und möglichst in der ersten Ratssitzung 2017 offene Fragen beantwortet. Es geht unter anderem um die Wirtschaftlichkeit und die Gesellschaftsform.

Stadt verkaufte "GeWo"
Vor 15 Jahren verkaufte die Stadt die GeWo, die Gesellschaft für Wohnungsbau, an die LEG. Die gehört längst ausländischen Investorengemeinschaften. Jetzt gibt es finanzielle Hilfe vom Land, wenn Städte Wohnungsbaufirmen gründen.

Lesen Sie jetzt