Manfred Fiedler will als Bürgermeister auf anderen Politikstil setzen

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Jetzt ist Manfred Fiedler offiziell gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat von Grünen, Linken und FWI. Vor der Wahl stellte er sein Programm vor. „Beschlossenes auch umsetzen“ ist ein Stichwort.

Castrop-Rauxel

, 16.07.2020, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FWI hatte Manfred Fiedler bereits im Juni als Bürgermeisterkandidat nominiert. Am Mittwoch (15.7.) folgten die Grünen und Linken. Alle elf Stimmen der Linken, eine Gegenstimme von insgesamt 21 bei den Bündnisgrünen – da konnte Manfred Fiedler anschließend lächelnd von einem „stalinistischen Ergebnis“ sprechen.

Die drei Partner hatten sich gemeinsam in der Europahalle getroffen. Bevor Grüne und Linke formell in ihre Mitgliederversammlungen eintraten, stellte Manfred Fiedler sein Wahlprogramm vor. Deshalb war auch die FWI gekommen. Den Rat der Stadt ernster nehmen und Beschlossenes auch umsetzen, das war eine Botschaft.

Die Europahalle bot genug Platz für die Delegierten von Linken und Grünen sowie der FWI, die bereits im Juni Manfred Fiedler als Bürgermeister-Kandidaten nominiert hatte.

Die Europahalle bot genug Platz für die Delegierten von Linken und Grünen sowie der FWI, die bereits im Juni Manfred Fiedler als Bürgermeister-Kandidaten nominiert hatte. © Ronny von Wangenheim

Grünen-Sprecher Uli Werkle hatte das in seiner Begrüßung konkretisiert: „Die offizielle Liste der nicht umgesetzten Ratsbeschlüsse umfasst jetzt 37 Positionen.“ Er stellte Manfred Fiedler als „Gegenentwurf zu Rajko Kravanja und Oliver Lind“ vor und schlug scharfe Töne an in seiner Charakterisierung der Kandidaten von SPD und CDU. Der eine sei „zuverlässig wie Tönnies in Gütersloh“, der andere „ein thematisch eindimensionaler Mensch“. Das gefiel den Mitgliedern der drei Parteien.

Manfred Fiedler will einen anderen Politikstil

Wie wird Castrop-Rauxel in 20 Jahren aussehen? Um diese Frage dreht es sich bei Manfred Fiedler. Auf dem Weg zu einem „lebenswerten Castrop-Rauxel“ will er auf einen anderen Politikstil setzen. Er kritisierte, dass er hier in der Vergangenheit mangelnden Respekt erlebt habe. Und er wolle auf die Menschen zugehen – nicht auf Festivitäten, sondern dort, „wo es Menschen bedürfen“.

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Konsequente Bürgerbeteiligung schon bei der Planung, dafür will Fiedler stehen. Der Alte Garten in Henrichenburg und die Alten Eiche in Habinghorst sind für ihn Beispiele, was das Engagement von Bürgern bewirken kann.

„Es ist wichtig, den Rat ernst zu nehmen“, auch das sagte der Castrop-Rauxeler. „Viele bereits getroffenen Entscheidungen will ich umsetzen, das ist ganz simpel.“ Dazu zählt für ihn als wichtiger Punkt die Personalentwicklung.

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„Armut bekämpfen – Teilhabe sichern“: Unter diesem Punkt mahnte Fiedler einen Inklusions- und Teilhabeplan an, der bereits vor Jahren beschlossen worden sei. Stärken will er die Rolle der Quartiersbeauftragten. „Es gibt sie, aber es gibt keine Planung, was sie machen sollen“, sagte er. Im Kampf für Bildungschancen und gegen Altersarmut sei die Arbeit in den Quartieren sehr wichtig: „Dafür müssen wir Mittel requirieren.“

In der Coronakrise müssen alle Kräfte gebündelt werden

Klimawandel, auch das natürlich ein Thema des Grünen-Politikers. „Wir müssen die Energiewende wieder vorantreiben“, so Fiedler, „das stockt seit einigen Jahren.“ Wichtig ist ihm, die lokale Wirtschaft bei diesem Wandel mitzunehmen. Zwei weitere Punkte: Die Stadt müsse fahrradfreundlicher werden. Und bei Planungen müsse der Klimawandel bedacht werden. Frischluftschneisen und mehr Grüngebiete seien notwendig.

Auch die Corona-Pandemie ist Thema für Manfred Fiedler. Als Bürgermeister wolle er alle Kräfte bündeln: Parteien, Verwaltung, Gewerbetreibende, Gewerkschaften, Verbände. Für ihn steht fest, dass die Krise uns lange begleiten wird. „Ein Bürgermeister muss daran arbeiten, dass es nicht nur Entlastungen für Unternehmen, sondern auch für Bürger gibt.“

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Die Coronakrise wird auch den Wahlkampf bestimmen. Erste Wahlplakate hängen schon. Haustür- oder Straßenwahlkampf wird schwierig, so der Kandidat. Am Ende des Abends sprachen die Grünen im nichtöffentlichen Teil der Mitgliederversammlung über Wahlkampfteam und -budget. Eins sagt Manfred Fiedler schon mal: „Es wird ein sehr digitaler Wahlkampf.“

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Zur Person Manfred Fiedler

  • Der Bürgermeisterkandidat zeichnete in seiner Rede das Bild eines Menschen aus dem Ruhrgebiet, stellte sich als politisch denkenden, wissensdurstigen, kreativen und damit lösungsorientierten Menschen vor.
  • Manfred Fiedler wurde 1960 in Dortmund geboren. Seine familiären Wurzeln liegen im Bergbau.
  • Er ist Diplomsozialwissenschaftler und spezialisiert auf Sozialökonomie und öffentliche Wirtschaft.
  • Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für „Multiprofessionelle Versorgung chronisch kranker Menschen“ der Universität Witten / Herdecke.
  • In seiner Freizeit spielt er unter anderem in einer Rock-Coverband. Dafür will er auch als Bürgermeister noch Zeit finden.
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