Für die geplante Hochzeit wurde ein Mann zum Urkundenfälscher

mlzLohnabrechnungen frisiert

Türkische Hochzeiten sind oft rauschende Feste. 500 oder 1000 Gäste keine Seltenheit. Zahlen muss der Bräutigam. Weil ein 27-Jähriger nur wenig Geld hatte, kam er auf eine fatale Idee.

Castrop-Rauxel

, 29.09.2019, 10:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn sich ein türkisches Paar das Ja-Wort gibt, wird das auch in Deutschland gern traditionell gefeiert. Und das heißt groß. Eingeladen werden nicht nur die Familien und einige Freunde, sondern alle, die man kennt – oder sogar auch nicht kennt.

Das kostet, fängt schon mit der Miete eines entsprechend großen Saales an. Und diese immensen Kosten, geschätzt einige Zehntausend Euro, sind für manch einen Heiratswilligen und seine Eltern eine riesige Hürde.

27-Jähriger wollte seiner Braut ein angemessenes Fest bieten

So auch für den 27-Jährigen, der verlobt war und seiner Braut ein angemessenes Fest bieten wollte. Er ist noch in der Ausbildung und verdient weniger als 1000 Euro monatlich. Keine gute Basis, um einen Kredit gewährt zu bekommen, doch ohne Hilfe einer Bank war eine Hochzeitsfeier undenkbar.

Was tun? Der Heiratswillige hatte eine folgenschwere Idee. Weil es bei Banken üblich ist, drei Lohnabrechnungen in Folge vorzulegen, um die eigene finanzielle Lage und die Sicherheit zu belegen, dass das geliehene Geld auch zurückgezahlt wird, wurde der 27-Jährige offenbar zum Fälscher.

Mann bastelte sich ein höheres Einkommen

Er setzte sich an den Computer und bastelte sich seine Bescheinigungen selbst. Andere Firma, höheres Einkommen. So waren es in einem Monat statt 775,88 stolze 2775,88 Euro, die beiden weiteren Monate wurden ähnlich „angehoben“.

Ende April ging der Mann mit diesen Papieren zur Bank und beantragte einen Kredit über knapp 36.000 Euro. Sah sich der Traumhochzeit schon nah.

Doch die Bank erkannte die Fälschungen. Den Kreditantrag lehnte sie ab, zeigte den 27-Jährigen sogar bei der Polizei an. Urkundenfälschung. Gerichtsverhandlung.

„Wie haben Sie sich das denn gedacht?“, fragte der Strafrichter. „Ich stand unter Druck, wollte meine Verlobte nicht verlieren“, sagte der Angeklagte. Den Kredit habe er mit den in der Regel großzügigen Geldgeschenken, die er anlässlich seiner Hochzeit erwartet hatte, umgehend zurückzahlen wollen.

Angeklagter kam glimpflich davon

Doch die Rechnung ging nicht auf. Weil der Angeklagte sein Vergehen sofort einräumte und noch keine Vorstrafen hatte, kam er glimpflich davon. Mit einer Geldstrafe über 60 Tagessätze zu je 15 Euro.

Weniger Glück hatte er dagegen mit seiner Verlobten. Die Beziehung ist inzwischen in die Brüche gegangen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt