Castrop-Rauxeler soll zugeschlagen haben: Ex-Freundin verwirrt mit widersprüchlichen Aussagen

mlzKörperverletzung

Es war eine schwierige Beziehung: Ein 31-jähriger Castrop-Rauxeler soll seine Freundin auf dem Kopf geschlagen haben. Im Prozess trugen die Aussagen der Frau aber nicht zur Klärung bei.

Castrop-Rauxel

, 12.03.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 31-jähriger Castrop-Rauxeler soll seine Freundin geschlagen haben. Deshalb stand er nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht. Im September 2019 soll er der Frau mit der geballten Faust auf den Kopf geschlagen haben. So steht es in der Anzeige. Doch bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht, drifteten die Schilderungen des Angeklagten und der Geschädigten drifteten weit auseinander.

Der Angeklagte berichtete, dass er sich mit seiner Freundin in seiner Wohnung verabredet habe. „Um sich zu unterhalten, über die Beziehung, die Zukunft“, sagte der 31-Jährige. Das sei aber in Streit ausgeartet, weil seine Freundin ihn im Bekanntenkreis als „Ratte“ und „Junkie“ bezeichnet habe.

Streit im Flur

Sie habe es abgestritten, er aber Beweise gehabt. Deshalb habe er sie im Flur festgehalten, wollte sie am Gehen hindern, sagte der 31-Jährige aus. Mehr definitiv nicht, beteuerte der Angeklagte. Die Freundin sei dann doch gegangen und mit ihrem Auto weggefahren.

Die Aussage der Freundin ließ dann Verwirrung aufkommen, als die 44-jährige Zeugin berichtete, mit ihrem Mofa zum Freund gefahren zu sein. „Es geht doch um die Freiheitsberaubung?“, fragte sie nach. Sie berichtete, dass ihr Freund extrem eifersüchtig gewesen sei und wissen wollte, wo sie zuvor war.

Er habe sie von der Tür zurück in die Küche geschubst, wo sie dann auf eine neue Gelegenheit gewartet habe, gehen zu können. Mehrfach habe der Mann auf ihren Kopf geschlagen. Zwischen 17 und 18 Uhr habe sie dann die Polizei informiert, nachdem sie die Wohnung verlassen hatte.

Zeugenaussage stimmt nicht mit Akte überein

Allein, die Polizeiakte nennt andere Fakten. So soll sich die Zeugin nicht am frühen Abend, sondern nachts nach 3 Uhr mehrfach telefonisch gemeldet haben. Zuerst aus ihrem Bad in ihrer Bochumer Wohnung, wohin sie sich geflüchtet habe, später aus ihrem Auto.

Mit den Unstimmigkeiten konfrontiert, erinnerte die Frau sich an eine weitere Begebenheit, diesmal in Castrop-Rauxel, in der Wohnung des Bekannten. Aber an einem anderen Tag. „Da hat die Polizei was durcheinandergewürfelt“, sagte sie, bevor sie mit einem dritten Datum für noch mehr Verwirrung sorgte.

„Nicht besonders glaubwürdig“

Trotz dieser Vorkommnisse seien die beiden weiterhin bis vor zwei Wochen noch ein Paar gewesen, erzählte der Angeklagte. Jetzt fand die schwierige Beziehung auch im Gerichtssaal ein Ende.

Obwohl der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft ist, konnte ihm die vorsätzliche Körperverletzung nicht nachgewiesen werden. „Die Zeugin ist nicht besonders glaubwürdig“, sagte die Staatsanwältin. Kopfnicken bei Verteidiger und Richter. Das Verfahren endete mit einem Freispruch für den 31-Jährigen.

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