Spenden nötig

Marmeladen-Express des Frauenhauses Castrop-Rauxel wird fest etabliert

Der Marmeladen-Express des Frauenhauses in Castrop-Rauxel wird fest etabliert. Wer Marmelade, Liköre und Co. haben möchte, kann sich melden. Und damit dem Frauenhaus zum großen Ziel verhelfen.
Jutta Lasser organisiert den Marmeladen-Express des Frauenhaus-Vereins in Castrop-Rauxel. © Abi Schlehenkamp

Der Marmeladen-Express des Frauenhauses ist derart gut ins Rollen gekommen, dass er fest etabliert werden soll. „Wir wollen das Angebot nach dem großen Erfolg aus dem vergangenen Jahr auch 2021 aufrecht erhalten“, sagt Jutta Lasser.

Die 66-jährige Schwerinerin, seit vielen Jahren im Trägerverein des Frauenhauses „Frauen helfen Frauen“ am Ball, hatte im Herbst des vergangenen Jahres die Idee, Marmelade, Liköre und Co. spendenwilligen Bürgern per Auto-Express nach Hause zu liefern, nachdem Corona-bedingt alle Advents- und Weihnachtsmärkte in Castrop-Rauxel abgesagt werden mussten.

Bei diesen Veranstaltungen waren in der Vergangenheit die Marmeladen gegen eine Spende abgegeben worden. Spenden, auf die das Frauenhaus bekanntlich dringend angewiesen ist, um den Betrieb der Einrichtung und der Dependance zu gewährleisten.

Über ein Dutzend Einsätze wurden gefahren

Über ein Dutzend Einsätze hat der Marmeladen-Express seit Mitte November bis kurz vor Weihnachten 2020 quer durchs Castrop-Rauxeler Stadtgebiet und darüber hinaus gefahren. Selbstverständlich unter Corona-Bedingungen, also mit Maske und Abstand.

„Bei unseren ehrenamtlichen Einsätzen haben wir neben dem Dienst an der guten Sache auch viel Spaß gehabt“, berichtet Jutta Lasser. Mitunter sei es ein bisschen kniffelig gewesen, die Wohnorte der Spender auch tatsächlich ausfindig zu machen. Denn die Beschilderung sei manchmal wirklich nur suboptimal – etwa in der Anfang der 2000er-Jahre entstandenen Siedlung Am Messenkamp in Castrop.

„Aber wir haben viele schöne Begegnungen gehabt und festgestellt, dass wir Herzen geöffnet haben für unser Frauenhaus“, sagt Jutta Lasser. Das Team des Frauenhauses kocht also weiter unverdrossen und mit viel Optimismus weiter. Und freut sich über neue Anregungen, das Portfolio noch zu erweitern. Dabei gerät das große Ziel nicht aus den Augen.

Perspektivisch muss ein neues Frauenhaus her

„Wir brauchen perspektivisch ein neues Frauenhaus“, sagt Frauenhauschefin Katrin Lasser-Moryson. Nicht nur wegen der Barrierefreiheit und der Enge in der Stamm-Einrichtung. Sondern auch, um sozialpolitisch ein Zeichen zu setzen. Dafür brauche es auch politische Anstrengungen – etwa auf Landesebene. „Gerade in der Corona-Zeit haben wir wieder feststellen müssen, wie unverzichtbar leider unsere Einrichtung ist“, sagt die 42-Jährige.

Dass ein Frauenhaus, um das der Trägerverein in der Castrop-Rauxeler Stadtgesellschaft vor mehr als 30 Jahren derart kämpfen musste, nicht zu 100 Prozent aus öffentlichen Geldern finanziert werde, sei ein No-Go. Das passe gar nicht. „Ich würde mir wünschen, wir wären da weiter, und wir fänden vielleicht sogar parteiübergreifend eine Lösung“, sagt Lasser-Moryson. Fakt sei, dass der Trägerverein des Frauenhauses 20 Prozent der Betriebskosten über Spenden generieren müsse.

Kontakte

  • Der Marmeladen-Express soll sich künftig, je nach Resonanz, zwei- bis dreimal im Monat in Bewegung setzen.
  • Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten zum Frauenhaus und zum Marmeladen-Express gibt es unter frauenhaus-castrop-rauxel.de.

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