Nach dem scharfen Lockdown im Frühjahr, als auch Schulen geschlossen waren, freuten sich die Marktschüler in Ickern, als sie wieder in die Klasen gehen durften. Damals galt: im Klassenraum keine Masken. Nun empfiehlt der Kreis Recklinghausen doch das Tragen von Mund-Nase-Schutz. In weiterführenden Schulen gilt das bereits NRW-weit als verpflichtend. © Schlehenkamp (A)
Coronavirus

Maskenpflicht im Grundschul-Unterricht: „Das wird schwierig“

Auch Grundschüler sollen nun nach dem Willen des Kreises eine Maske im Unterricht tragen. Claudia Stein von der Marktschule in Ickern hat Bedenken – nicht wegen fehlender Disziplin der Kinder.

Masken jetzt auch an Grundschulen – über diesen Satz kann Claudia Stein, Konrektorin der Marktschule in Ickern, nur lächeln. „Masken zu tragen, das ist den Kindern in Fleisch und Blut übergegangen“, sagt sie. Anders wird es aber, wenn ihre Schule jetzt der Empfehlung des Kreises Recklinghausen folgen würde, dass Kinder auch im Unterricht am Platz eine Maske tragen sollen.

Der Kreis Recklinghausen hat am Mittwochvormittag in einer Pressemitteilung mitgeteilt, diese Empfehlung für Grundschulen auszusprechen, um so weiteren Ansteckungen im Schulkontext vorzubeugen. Die Nachricht war da noch nicht in der Grundschule in Ickern angekommen.

Maskentragen, so erläutert Claudia Stein, ist auf dem Schulgelände und den Fluren verpflichtend. Auch in den Klassen ziehen die Kinder die Maske an, wenn sie von ihrem Platz aufstehen. „Das ist Alltag für die Kinder. Sie sind sehr diszipliniert. Da könnte sich so mancher Erwachsener eine Scheibe von abschneiden“, sagt sie.

Lockerung der Regelung vor den Herbstferien nicht übernommen

Als kurz vor den Herbstferien die Meldung kam, dass die Kinder im Klassenverband sich ohne Maske frei bewegen dürften, haben sie das an der Markschule gar nicht erst umgesetzt. Auch nach den Ferien, so Claudia Stein, wurde die alte Regelung beibehalten.

Weiterhin haben Kinder und Lehrer die Maske nur am Platz abgelegt. Laut der Empfehlung des Kreises ginge das jetzt nicht mehr. Denn der Mindestabstand von 1,5 Metern kann in den Klassen nicht eingehalten werden.

Claudia Stein ist Konrektorin der Marktschule Ickern.
Claudia Stein ist Konrektorin der Marktschule Ickern. © privat © privat

„Das wird spannend“, sagt Claudia Stein in einer ersten Stellungnahme. Und meint damit: schwierig. „Es geht nicht um die Disziplin der Kinder. Die sind toll.“ Sondern um die Qualität des Unterrichts. Man werde jetzt mit dem Kollegium „den goldenen Weg finden müssen.“

Auf der einen Seite sei die Sicherheit, so die Konrektorin, dafür wolle man alles tun. Andererseits sei aber gerade für Grundschüler Gestik und Mimik ungemein wichtig, das habe einen anderen Stellenwert als an weiterführenden Schulen.

Maske macht es schwerer, den Lehrer zu verstehen

„Wir haben sehr viele Dinge, die über Sprache vermittelt werden“, sagt Claudia Stein. Sie spricht vom Schreiblernprozess, von den Schwierigkeiten bei Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen oder Hörproblemen. Die Maske beeinträchtige da. Das müsse jetzt alles abgewogen werden.

Und natürlich sei es für Grundschüler auch nicht leicht, den ganzen Schultag die Maske tragen zu müssen. Claudia Stein sieht da auch Unterschiede zwischen einem Erst- und einem Viertklässler. Erst einmal hofft sie, dass es bei einer Empfehlung bleibt. Damit die Marktschule ihren goldenen Weg finden kann.

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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