Masterplan Mobilität vorgestellt - Diskussion über Pro und Contra zu "Neuer Hellweg"

Städtischer Infoabend

CASTROP-RAUXEL Der städtische Infoabend zum Masterplan Mobilität geriet mehr zu einer Plattform über Pro und Contra "Neuer Hellweg" denn zu einer Auseinandersetzung mit dem umfangreichen Datenmaterial, das als Grundlagen-Baustein für Verkehrsplanung und Infrastruktur bis zum Jahr 2025 dienen soll.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 28.10.2009, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sämtliche Einzelheiten des rund 100.000 Euro teuren Masterplans sind seit Donnerstag auch auf der städtischen Homepage zu finden. Was lernen wir daraus? Unter anderem diese Fakten: Alle Bürger unserer Stadt legen an einem Werktag rund 200.000 Fahrten und Wege zurück. 82 Prozent aller Einwohner sind an einem normalen Werktag unterwegs, 18 Prozent gehen aus unterschiedlichen Gründen nicht aus dem Haus. Signifikant interessanter sind natürlich die Verkehrszählungen auf den Straßen und die unterschiedlichen Szenarien, die sich aus der Vollendung der Klöcknerstraße sowie dem Bau der L 654 n und der B 447n ergeben. Besorgniserregend gilt allemal die deutliche Zunahme des prognostizierten Verkehrs auf dem Deininghauser Weg.

Grundsätzlich hielt Kuprat fest, dass sich sämtliche Kreuzungen auch als Kreisel gestalten ließen – die Finanzierbarkeit mal außer Acht gelassen. Das gilt auch für die empfohlene Verbesserung von „Gestaltungsdefiziten“ für Radfahrer und Fußgänger an Freiheitstraße, Recklinghauser Straße, Römer- und Victorstraße. Den verbalen Schlagabtausch zwischen Befürwortern der L 654n, Anwohnern der Gerther Straße und Mitgliedern der Initiative Pro Wagenbruch, begegnete Kuprat mit der Aussage, dass eine Bewertung des Straßenbaus aufgrund der neuen Zahlen neu einsetzen müsse. Wie berichtet, drubbelt es sich insbesondere an der B 235 im Einmündungsbereich Gerther Straße (plus Bahnübergang). Gemessen am Verkehrsaufkommen anderer Straßen allerdings mit 7000 Kfz kein herausragender Wert. An diesem Stück allerdings brächte die neue Tangente eine Entlastung um 47 Prozent.

Warum die Anwohner der Gerther Straße morgens schon um 4 Uhr von Brummis aus dem Schlaf gerissen werden, darauf gab‘s keine befriedigende Antwort. Im Gewerbegebiet an der Dieselstraße gelten Betriebszeiten ab 6 Uhr. „Da muss es doch Stellschrauben geben“, verdeutlichte Burkhard Sibbe von der Initiative Pro Wagenbruch. Der Chef der Stadtentwicklung, Martin Oldengott, will das Thema in einigen Tagen bei einem „kontinuierlichen Abstimmungsgespräch“ mit der Stadt Bochum zur Sprache bringen. Dr. Aloys Kopshoff, Anwohner der Wittener Straße, bat einmal mehr um Besserung bei den über die alten Schienen ratternden und rasenden LKW. „Ich habe da noch nie den Messwagen gesehen.“

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