Rezept in der Apotheke abgeben, Ware bestellen, wiederkommen, abholen. So ist es oft. „Ihre Apotheken“ heißt ein Internetportal, mit dem es unkomplizierter geht. Die wenigsten kennen es.

Castrop-Rauxel

, 26.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Noweda-Bestellportal IhreApotheken.de ist seit April online. Dort können Patienten bei einer Apotheke in ihrer Nähe, oder ihrer Wahl, Arzneimittel reservieren und/oder liefern lassen. Auch die Übermittlung von Rezepten ist möglich.

Die Plattform funktioniert zunächst wie eine Versandapotheke: Kunden wählen das Produkt aus und legen es in den Warenkorb. Anstatt am Ende Daten für die Bezahlung einzugeben, wird eine Apotheke ausgesucht. Nach der Bestellung erhält sowohl die Apotheke als auch Noweda eine Nachricht. Hat der Apotheker die Ware nicht vorrätig, wird sie vom Pharmagroßhändler gebracht. Der Kunde erhält eine Bestätigungs-E-Mail und eine Benachrichtigung, wenn sein Artikel zur Abholung bereitliegt.

Zehn Apotheken in Castrop-Rauxel

Grundsätzlich kann jede Apotheke mitmachen, aus Castrop-Rauxel sind es derzeit zehn. Für Kunden, die an der Stadtgrenze wohnen, macht es manchmal mehr Sinn, nach Dortmund, Herne oder Bochum auszuweichen, auch dort gibt es teilnehmende Apotheken.

Noweda-Sprecherin Tanja Kahlert: „Ob die jeweilige Apotheke dieses Angebot nutzen möchte oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung des Apotheken-Inhabers.“

Konkurrenz für Online-Apotheken

Ziel ist es, nach Angaben von Noweda, unter anderem den Online-Apotheken Konkurrenz zu bieten. Kahlert: „IhreApotheken.de richtet sich an Verbraucher, die die Vorteile der Online-Bestellung mit der Verfügbarkeit in der Apotheke um die Ecke kombinieren möchten.“ Vor-Ort-Apotheken können die Arzneimittel meist sofort oder innerhalb weniger Stunden liefern, da könne keine Versandapotheke mithalten. Wenn die Kunden von zu Hause bestellen und die entsprechende Apotheke einen Botendienst anbietet, muss der Kunde sein Haus also gar nicht verlassen.

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Winfried Radinger, Inhaber der Altstadt-Apotheke, ist begeistert von der Plattform: „Das ist eine gute Sache.“ Allerdings erinnert er daran, dass die Kunden ihre Ware auch telefonisch bestellten könnten und im Zweifel würde der Bote sogar das Rezept bei ihnen zu Hause abholen. „Das Ding steckt noch in den Kinderschuhen.“ Es sei kaum beworben worden und bei seinen Kunden kaum bekannt. Nach Angaben von Kahlert soll es bald Kampagnen geben.

Medikamenten-Lieferung ohne Besuch in der Apotheke - neue Plattform wird selten genutzt

Winfried Radinger, Inhaber der Altstadt-Apotheke, glaubt, dass die Plattform Potenzial hat. © Iris Müller

Online-Apotheken sind Radinger naturgemäß ein Dorn im Auge, schließlich verliert er dort Kunden. „Wir sind schneller als die Online-Apotheken, dafür aber etwas teurer“, erklärt er und findet, dass Kunden, die online bestellen, an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Nachts und am Wochenende, wenn es etwa dringend „Die Pille danach“ sein muss, helfe die günstigste Online-Apotheke nicht, sondern nur der Apotheker, der Notdienst schiebt.

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