Vergebliche Raumsuche der AfD bekommt viel Beifall in Castrop-Rauxel

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Die Alternative für Deutschland bekommt in Castrop-Rauxel offenbar keine Räume. Sie erkennt darin Kalkül und Absicht, aber die Reaktionen auf die Berichterstattung fallen wohlwollend aus.

Castrop-Rauxel

, 12.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Mit welcher Selbstverständlichkeit der Vertreter der AfD Räumlichkeiten von der Stadt einfordert, ist mehr als unverschämt“: Das schreibt Udo Behrenspöhler nach unserem Bericht über die Klage der Alternative für Deutschland, sie werde in Castrop-Rauxel daran gehindert, sich zu versammeln.

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„Eine Partei, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, diese Demokratie, in der wir seit über 70 Jahren mit unterschiedlichen Menschen leben, von innen heraus zu zerstören, hat ihr Recht auf die Verfügungstellung von öffentlichen Räumen verwirkt“, schreibt Behrenspöhler, SPD-Parteimitglied und Gewerkschafter aus Obercastrop.

„Castrop-Rauxel ist bunt, nicht braun“

Genauso deutlich, wie der ehemalige Ratsherr sich gegen die AfD positioniert, tun das weitere Leser unseres Internetportals. Von 34 Kommentaren auf der Facebookseite gehen fast alle in eine Richtung: „Super! AfD hat keinen Platz in Castrop-Rauxel“. „Kein Millimeter nach Rechts und kein Raum für Nazis.“ „Herrlich!“ „Castrop-Rauxel ist bunt, nicht braun.“

„Das ist nicht gerade demokratisch“, kommentiert dagegen Nutzerin „Diana Ma“. Ein anderer redet von einer Diktatur. Sie sind zwei der wenigen Ausnahmen. „Die Demokratie benutzen, um sie abzuschaffen“, ist eine Antwort darauf.

Der Vorwurf der AfD, die Stadt enthalte ihr bewusst Räume vor, lässt sich trotz verschiedener Recherchen unserer Redaktion nicht erhärten. Stadtverbands-Sprecher Peter Lipa schreibt: „Für mindestens 19 Termine wurden von der AfD ab 2017 Räume angefragt. Davon 11 in der Aula vom Adalbert-Stifter-Gymnasium und 8 im Bürgerhaus in der Leonhardstraße.“ Diese Termine, so der Vorwurf, seien „zum Zeitpunkt der Anfrage nach Angaben der für die Belegung zuständigen Stellen noch offen“ gewesen.

Daniel Djan, Vorsitzender der Jusos, kommentiert das AfD-Thema so: „Die Herren wurden vom Bündnis für Demokratie, vom Kijupa und von mir für die Jusos zu Veranstaltungen eingeladen, um sich dort zu präsentieren und der Debatte zu stellen - es kam nicht einmal eine Antwort, obwohl die Nachrichten gelesen wurden. Das ist der größte Witz daran!“

„AfD inszeniert sich als bürgerliche Partei“

Udo Behrenspöhler sagt: „Die AfD vergiftet wie sonst niemand das gesellschaftliche Klima. Sie inszeniert sich als ‚bürgerliche Partei‘, ihre Mitglieder wollen sich in Organisationen einnisten. Dafür benötigen sie Räume. Diese perfide Strategie muss die Stadtgesellschaft durchkreuzen. Die AfD ist keine normale Partei – sie ist rechtsextrem.“

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