Messerstecher des Mordes schuldig gesprochen - Lebenslange Haft

Oberste Vöhde

CASTROP-RAUXEL Ein 26-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel ist am Mittwoch wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte am 5. September 2008 seine 23-jährige Ehefrau in der Wohnanlage "Oberste Vöhde" erstochen. Die Gerichtsmediziner hatten später sechs Einstiche in Brust und Rücken gezählt. Auch das Herz war getroffen.

von Von Jörn Hartwich

, 14.10.2009, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Adel J. aus Castrop (r.) wurde im Mordprozess Oberste Vöhde schuldig gesprochen und muss lebenslang hinter Gitter.

Adel J. aus Castrop (r.) wurde im Mordprozess Oberste Vöhde schuldig gesprochen und muss lebenslang hinter Gitter.

Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nur über seinen Bochumer Verteidiger Knuth Meyer-Soltau geäußert. Und der hatte bis zuletzt von einer Affekt-Handlung gesprochen. „Es ist aus ihm herausgebrochen, dann hat er rasend diese furchtbare Tat begangen“, sagte Meyer-Soltau in seinem Plädoyer. Zehn Jahre Haft müssten deshalb reichen. Genau das sahen die Richter jedoch anders. Sie stellten im Urteil außerdem die besondere Schuldschwere fest. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit ausgeschlossen. Bei der Tat (Tatort war die Wohnung der Familie an der Obersten Vöhde in Castrop-Rauxel) hatte der Angeklagte auch seine Schwiegermutter und seine Schwägerin schwer verletzt. Vor allem die Schwiegermutter überlebte den Angriff nur durch Glück und durch die Kunst der Ärzte.

Unmittelbar vor der Urteilsverkündung hatte der Castrop-Rauxeler dann doch noch selbst das Wort ergriffen. Mit gesenktem Kopf – ohne seine im Saal anwesenden Schwägerinnen und seine Schwiegermutter anzusehen – sagte er mit leiser Stimme: „Ich möchte mich bei der Familie entschuldigen.“

Lesen Sie jetzt