Mietern in Schwerin drohte Sperrung des Wassers

In letzter Sekunde verhindert

Plötzlich zu Hause den Wasserhahn abgedreht zu bekommen, das ist schon mehr als hart: kein Trinkwasser, keine Wäsche, keine Toilettenspülung. Noch härter, wenn das ganz ohne eigene Schuld passiert. Diesem Schicksal sind mehrere Mietparteien auf Schwerin nur um Haaresbreite entronnen. In letzter Sekunde.

SCHWERIN

, 11.03.2015, 06:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Dortmunder Straße 115 saßen Mieter fast auf dem Trockenen, weil der Eigentümer kein Trinkwasser bezahlt hat.

In der Dortmunder Straße 115 saßen Mieter fast auf dem Trockenen, weil der Eigentümer kein Trinkwasser bezahlt hat.

Der seit Monaten säumige Eigentümer leistete in letzter Sekunde eine Abschlagszahlung auf seine Rückstände. Diesen Vorgang bestätigte das Unternehmen Gelsenwasser jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Vermieter hat sich am Sonntag bei uns gemeldet und eine Teilzahlung vorgenommen. Es wird aus diesem Grunde keine Sperrung geben“, erklärte Felix Wirtz, Pressesprecher des Unternehmens.

Der Hauseigentümer, dessen Name der Redaktion bekannt ist, war zunächst nicht erreichbar. Nach gesicherten, aber von der Stadtverwaltung nicht bestätigten Informationen, besitzt er mehrere Immobilien im Stadtgebiet, mit denen es ebenfalls Schwierigkeiten gibt.

Dass die betroffenen Mieter - Menschen mit Unterstützungsbedarf - erst wenige Tage zuvor erfahren haben, dass sie in Kürze auf dem Trockenen sitzen, erklärt sich aus der Rechtslage. „Das Problem bei der Wasserversorgung ist, dass Verträge immer nur mit den Hauseigentümern geschlossen werden“, klärt Wirtz auf.

Mieter erfahren spät davon

Das heißt in der Konsequenz, dass der ganze Vorlauf der Korrespondenz zwischen Gelsenwasser und dem Vermieter nach Ausbleiben der Zahlungen durch den Eigentümer den Mietern gar nicht bekannt und bewusst ist.

„Erst wenn wir ernsthaft den Eindruck haben, es passiert nichts mehr, setzen wir die Mietparteien darüber in Kenntnis, dass etwas ansteht“, erklärt Wirtz. Ein solches Schreiben mit der Androhung einer Sperrung ist in dem Mehrfamilienhaus an der Dortmunder Straße am Dienstag eingegangen. Ob es daraufhin seitens der Mieter Druck auf den Vermieter gegeben hat, konnte Wirtz nicht sagen. Fest stehe aber, so der Sprecher weiter, dass das Informationsschreiben an die Mieter „häufig der Anlass ist, schnell Zahlungen auszulösen“.

„Fälle, wo man den Mitarbeitern Geld in die Hand drückt.“

Die Teilzahlung des Vermieters kann aber natürlich nur der erste Schritt sein. „Wir versuchen jetzt, mit dem Vermieter einen Plan zu besprechen, dass alle aufgelaufenen Gelder beglichen werden, damit die Mieter nicht wieder in Schwierigkeiten kommen“, zeichnet Wirtz den von Gelsenwasser geplanten Weg vor.

Dass eine Zahlung auf den letzten Drücker erfolge, sei nicht das erste Mal gewesen. „Wir haben Fälle, wo man den Mitarbeitern, die die Sperrung vor Ort machen wollen, Geld in die Hand drückt“, berichtete der Gelsenwasser-Sprecher. Bei Zahlung fließe das Wasser auch nach einer Sperrung ganz schnell wieder.

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