Ickerner soll Kinder der Lebensgefährtin missbraucht haben

mlzLandgericht Dortmund

Ein 35-jähriger Mann aus Ickern soll die beiden Kinder seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben. Ein Junge ließ den mutmaßlichen Täter auffliegen.

Castrop-Rauxel, Dortmund

, 08.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als er eine neue Frau kennenlernte, glaubte ein heute 35 Jahre alter Mann aus Ickern, das große Glück seines Lebens gefunden zu haben. Jetzt steht er vor den Trümmern seiner Existenz. Wegen sexuellen Missbrauchs der beiden Kinder seiner Partnerin muss er sich seit Montag vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Die Übergriffe begannen laut Staatsanwaltschaft im Sommer 2016. Damals waren der Junge und das Mädchen gerade erst sechs beziehungsweise fünf Jahre alt. Beim gemeinsamen Kuscheln auf der Couch im Wohnzimmer der damaligen Wohnung in Herne soll der Angeklagte die Tochter seiner Partnerin ausgezogen und zunächst gestreichelt haben. Nach dem Umzug nach Ickern wenige Monate später folgten offenbar noch weitaus schlimmere Handlungen.

Vier Taten angeklagt

In der Anklageschrift sind insgesamt vier Übergriffe auf die Kinder aufgeführt. Einige davon soll der Angeklagte mit seinem Handy gefilmt und die Videos anschließend auf seinem Computer gespeichert haben. Bei einer Durchsuchung der Familienwohnung in Ickern wurden im Februar 2019 mehrere Videos und Fotos sichergestellt.

Gleich zu Prozessbeginn machte der Angeklagte deutlich, dass er bereit ist, die volle Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. „Was passiert ist, hätte niemals passieren dürfen“, sagte er den Richtern. „Es ist schwer zu erklären, warum ich nicht sofort die Notbremse gezogen habe.“

Sein dringlichster Wunsch sei es nun, dass den Kindern eine Vernehmung durch die Richter erspart bleibe. „Und ich kann nur hoffen, dass bei ihnen keine psychischen Langzeit-Schäden zurückbleiben“, sagte der Ickerner mit tonloser Stimme.

Junge zeigte Videos herum

Die Missbrauchstaten flogen auf, als der Junge Ende 2018 offenbar ein Video von den Übergriffen einer Freundin zeigte. Diese informierte daraufhin ihre Mutter, die sich natürlich sofort mit der Mutter des Jungen kurzschloss. „An diesem Abend gab es dann eine Aussprache“, erinnerte sich der 35-Jährige. Er habe dann sofort eingeräumt, dass da etwas passiert sei, was nicht hätte sein dürfen.

Seit seiner Festnahme versucht der Ickerner eigenen Angaben zufolge, schon die Zeit der Untersuchungshaft dazu zu nutzen, an sich zu arbeiten. Regelmäßig führt er lange Gespräche mit dem Seelsorger des Gefängnisses, um mit der Aufarbeitung der Taten zu beginnen. Eine echte Sexualtherapie wird er jedoch erst machen können, wenn das Verfahren abgeschlossen und er rechtskräftig verurteilt ist.

„Das einzige, was ich machen kann, ist, dafür zu sorgen, dass so etwas nicht wieder vorkommt“, sagte der Angeklagte am Montag. Dazu gehöre auch, dass er aufhören müsse, im Internet nach verbotenen Kinderporno-Dateien zu suchen.

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