Mit 2,17 Promille am Steuer erwischt: Castrop-Rauxeler verschläft seinen Prozess

mlzAlkoholproblem

Schon mehrfach wurde ein 48-Jähriger betrunken am Steuer eines Autos erwischt. Jetzt muss sich der Castrop-Rauxeler vor Gericht verantworten. So schnell wird er nicht wieder fahren dürfen.

Castrop-Rauxel

, 07.03.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 48-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel ist mit über zwei Promille am Steuer eines Autos von der Polizei erwischt worden. Nun musste er sich am Amtsgericht dafür verantworten. Strafrichter und Verteidigerin sind bereit, aber bei Aufruf des Angeklagten tat sich nichts.

Der Richter wählte wiederholt die Rufnummer des Angeklagten. Nichts. Dann noch ein Anruf, diesmal bei der Polizei, mit der Bitte, den Angeklagten vorzuführen.

Eine dreiviertel Stunde später brachten zwei Polizisten den Gesuchten in den Gerichtssaal. Der 48-Jährige gab sich reumütig: „Verschlafen“, gab er zu. Dabei habe er die Ladung zur Verhandlung an der Kühlschranktür gehängt. Doch erst habe den Termin erst für den folgenden Tag auf dem Schirm gehabt.

Führerschein entzogen

Es folgte die Verlesung der Anklage. Dem Castrop-Rauxeler wird vorgeworfen, im Dezember mit 2,17 Promille im Blut am Steuer eines Autos auf der Bergstraße gestoppt worden zu sein. Seitdem ist auch sein Führerschein konfisziert.

Wie sich im Laufe der Verhandlung herausstellte, nicht zum ersten Mal. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte der 48-Jährige seinen Führerschein nach einjähriger Sperre zurückbekommen. Auch damals eingezogen wegen einer Trunkenheitsfahrt.

Und dass nur Bier im Spiel war, mochte der Richter angesichts des hohen Promillegehaltes nicht glauben. Der Angeklagte wusste es nicht mehr so genau. Vielleicht war auch der Alkoholkonsum am Abend zuvor noch nicht abgebaut. Denn Alkohol, das bekannte der Angeklagte, sei schon seit einiger Zeit ein Problem. Er wolle auch unbedingt eine Therapie, sagte er aus.

Mit einem Freund Fußball geguckt

An dem fraglichen Tag, einem Samstag, war er mit einem Freund am frühen Mittag Zuschauer bei einem Fußballspiel, sagte der 48-Jährige vor Gericht aus. Dazu gab es Bier, wie auch später daheim wieder. Als dann am Abend die Tochter anrief und bat, von der Arbeit abgeholt zu werden, stieg der Angeklagte in deren Auto und fuhr los.

„Da war ich wohl etwas benebelt“, sagte der 48-Jährige vor Gericht. Doch nicht sein Fahrverhalten, sondern ein schlappes Licht war Anlass für eine Polizeistreife, ihn zu stoppen. Dann folgte ein Alkoholtest. „Unentschuldbar“, sagte der Angeklagte selbst.

Mann ist einschlägig vorbestraft

„Er ist zwar geständig, aber schon einschlägig vorbestraft“, sagte die Staatsanwältin und forderte eine Geldstrafe von 1800 Euro. Das reduzierte der Richter in seinem Urteil angesichts der finanziellen Lage des Mannes auf 1200 Euro und verhängte ein erneutes Fahrverbot von zwölf Monaten. Und weil der Alkoholspiegel so hoch war, wird der Angeklagte um eine MPU, die medizinisch-psychologische Untersuchung, nicht herumkommen, um seinen Führerschein wieder zurück zu bekommen.

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