Mit Leidenschaft seit 60 Jahren DRK-Retter

Michael Noack

Er lebt, um Leben zu retten: Michael Noack ist seit über 60 Jahren Mitglied des Deutschen Roten Kreuz in Castrop-Rauxel. Erst ehrenamtlich, dann hauptamtlich. Trotz Ruhestand denkt der 71-Jährige nicht daran, aufzuhören. Es liegen auch schwere Zeiten hinter ihm, vor allem aber denkt er an die schönen Momente.

CASTROP-RAUXEL

, 02.04.2016, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michael Noack blättert gerne in den Unterlagen, die zeigen, wie viele Fortbildungen er in 60 Jahren beim DRK gemacht hat. In dem Ordner finden sich auch viele Urkunden.

Michael Noack blättert gerne in den Unterlagen, die zeigen, wie viele Fortbildungen er in 60 Jahren beim DRK gemacht hat. In dem Ordner finden sich auch viele Urkunden.

Seit der Schulzeit ist Michael Noack im DRK tätig, erst ehrenamtlich, dann hauptberuflich als Rettungssanitäter und Ausbilder. Die Urkunde über 60 Jahre Mitgliedschaft hat er bereits im Ordner. 

Angefangen hat alles in der ehemaligen DDR. Geboren und aufgewachsen ist Michael Noack in Magdeburg. Dort tritt er dem Schulsanitätsdienst bei. 1958, Michael Noack ist gerade 13 Jahre alt, kommt er mit seinen Eltern nach Castrop-Rauxel. Er tritt auch hier ins Deutsche Rote Kreuz ein und ist im Schulsanitätsdienst tätig – ehrenamtlich.

Aufgabe: Menschen retten

Eine Institution, die der Westen vom Osten übernommen hat. Denn „nicht alles war schlecht in der DDR“, sagt Noack. Er macht eine Ausbildung zum Stahlbauschlosser, ist weiterhin ehrenamtlich beim DRK aktiv. Am 1. Januar 1968 wechselt er hauptamtlich als Rettungssanitäter zum DRK. Seine Aufgabe: Menschen retten.

Vieles ist davon in Erinnerung geblieben, so, als wäre es gestern gewesen. „Ich kann mich an den Jungen erinnern, der aus dem Fenster gestürzt ist“, sagt Michael Noack, während er alte Zeitungsausschnitte anschaut. „Der hatte einen großen Schutzengel.“

Seine Frau hatte immer Verständnis

Solche Momente gab es viele, Michael Noack hat aber auch viel Schlimmes gesehen. Darüber reden möchte er lieber nicht. Denn das, was überwiegt, seien die schönen Momente. Er übt seinen Beruf mit Leidenschaft aus. Es ist ein schöner Beruf, denn „da ist man so nah an den Menschen“, sagt er.

Seine Frau hatte immer Verständnis. Als sie als OP-Schwester im EvK arbeitet, lernen sie sich kennen, beide arbeiten im Schichtdienst und wissen, wie zehrend der Job des anderen sein kann. 2017 feiern sie ihre Goldene Hochzeit.

Noack wird Ausbilder 

Schon 1963, als Michael Noack noch Ehrenamtler beim DRK ist, nimmt ihn ein Kollege, der auch Ausbilder ist, mit zu einer Schulung. Michael Noack macht daraufhin seinen Ausbilderschein. Immer wieder bildet er danach auch aus und gibt Erste-Hilfe-Kurse – an Schulen, Kindergärten und in Unternehmen.

Kinder liegen ihm besonders am Herzen. „Wenn wir in Kindergärten waren, haben wir den Rettungswagen direkt vor der Tür geparkt, da haben alle Kinder große Augen gemacht und sich gefreut“, sagt Michael Noack. Auch der Trick mit der „schwebenden Kindergärtnerin“ kam gut an. „Dass wir das Fußpedal der Trage bedient haben, haben die Kinder nicht gesehen“, so Noack.

In der Rente Zeit fürs Hobby

Er selbst hat drei Kinder, zwei Mädchen und einen Jungen, die mittlerweile erwachsen sind und eigene Kinder haben. Früher wussten die Kinder, dass Papa manchmal 24 Stunden am Stück nicht da ist. „Dafür war ich dann aber drei Tage zu Hause und konnte mich nur um sie kümmern“, sagt Michael Noack.

Heute ist er 71 Jahre alt und Rentner. 2009 hat er sich nach Altersteilzeit in den Ruhestand verabschiedet. Langeweile kennt er nicht. Er hat jetzt mehr Zeit für sein Hobby: die Modelleisenbahn. Auch die Enkelkinder freuen sich über die Zeit mit dem Opa.

Vom Hauptamtlichen wieder zum Ehrenamt

Und noch immer ist er für das DRK im Einsatz – aber nur noch ehrenamtlich, gibt Erste-Hilfe-Kurse. Immer dann, wenn jemand ausfällt springt er ein.

Damit will er weitermachen, solange es geht. „Hauptsache, die Gesundheit macht mit“, sagt er. Als Ehrenamtler hat er angefangen, als Ehrenamtler hört er auf, so schließt sich der Kreis.  

 

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