Mit müden Füßen zum Bio-Picknick

3. Tag: Nico wandert

Der mobile Reporter ist im August so richtig mobil und durchwandert unsere Region. In seiner Serie "Nico wandert" berichtet RN-Reporter Nico Drimecker von seinen Erlebnisen aus der Region. Am Mittwoch erreichte er Castrop-Rauxel.

CASTROP RAUXEL

von Von Nico Drimecker

, 17.08.2011, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ludger Vollmer und seine Lebenspartnerin Ulla Greulich haben Nico Drimecker zu einem Picknick mit Blick auf den Erin-Turm eingeladen.

Ludger Vollmer und seine Lebenspartnerin Ulla Greulich haben Nico Drimecker zu einem Picknick mit Blick auf den Erin-Turm eingeladen.

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Nico wandert Tag 3&4: Witten - Castrop-Rauxel - Olfen

Am Montagmorgen hat er seine 140 km lange Wanderung durch die Region begonnen - der Mobile Reporter der Ruhr Nachrichten, Nico Drimecker. Am Mittwoch, dem dritten Tag, hat er sich von Witten aus auf den Weg nach Castrop-Rauxel gemacht, am Donnerstag ging es weiter nach Olfen.
17.08.2011
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Wo soll es lang gehen? Die Karte gibt dem Mobilen Reporter Nico Drimecker auf seiner Wanderung von Witten nach Castrop-Rauxel Rat.© Foto: RN
Pause machen: Der Rucksack ist fast 25 Kilo schwer.© Foto: RN
Impression von der Wegstrecke.© Foto: RN
In Castrop-Rauxel angekommen, gibt es ein Picknick auf dem Hügel direkt am Erin-Turm: Drei Stühle, ein Tisch, eine Kühltruhe, ein Picknickkorb - an alles haben seine Gastgeber Ludger Vollmer und Ulla Greulich gedacht.© Foto: RN
Nico Drimecker (l.) mit dem Bioladenbetreiber und seine Lebensgefährtin.© Foto: RN
Antipasti aus dem Bioladen - mit BVB-Fähnchen.© Foto: RN
So eine Stärkung hat sich der Wanderer nach der langen Strecke verdient.© Foto: RN
Die Pause hat die Füße und den Kopf des Wanderers gestärkt - jetzt kann es weiter gehen.© Foto: RN
Hier wird der Mobile Reporter schon erwartet: Auf Schloss Bladenhorst.© Foto: Nico Drimecker
Nico Drimecker wird adlig residieren: Der Schlossherr hat ihn eingeladen, die Nacht im Südflügel zu verbringen.© Foto: Nico Drimecker
Durch das Torhaus geht es in den Hof.© Foto: RN
Schlossherr Bodo Möhrke heißt den Wanderer willkommen.© Foto: Nico Drimecker
Dokumentiert die Stationen seiner Route: Nico Drimecker.© Foto: RN
Gemütliches Beisammensein im Schlosshof: Gabi und Peter sitzen auf den Bänken.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke schenkt den Korn ein, den Nico Drimecker auch seinen Gastgebern auf Schloss Bladenhorst als Dank für einen Schlafplatz angeboten hat. Allerdings: Bei so vielen Gastgebern wurde der Korn geleert.© Foto: Nico Drimecker
Am Ende des Abends ist die Flasche leer.© Foto: Nico Drimecker
Doch Nico wird das Schloss erneut mit Geschenken verlassen: Marmelade und Kuchen im Glas hat er überreicht bekommen.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke und Nico Drimecker frühstücken im Rittersaal.© Foto: Nico Drimecker
Nach dem Frühstück geht es zum Yachthofen Pöppinghausen - dann auf dem Dortmund-Ems-Kanal nach Olfen: Die Mitfahrgelegenheit auf dem Kahn hat Karl-Heinz Kunzer organisiert.© Foto: Nico Drimecker
Kunzer zeigt Nico, wo er wieder an Land gehen wird.© Foto: Nico Drimecker
Und das ist das Fortbewegungsmittel: "Käpt. Kersekiek".© Foto: Nico Drimecker
Karlheinz Zöllner, einer der zwei Hafenmeister in Pöppinghausen, nimmt den Mobilen Reporter mit.© Foto: Nico Drimecker
Unterwegs wird der leckere Kuchen aus dem Glas verputzt, den Nico auf dem Schloss geschenkt bekommen hat.© Foto: Nico Drimecker
Während der Fahrt taucht das Eon-Kraftwerk in Datteln am Rande des Kanals auf.© Foto: Nico Drimecker
Nico hat sein Ziel erreicht: An der Dattelner Schleuse geht er an Land - und setzt seinen Weg nach Olfen fort.© Foto: RN
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Links oder rechts an Lütgendortmund vorbei? In beide Richtungen führen Wanderwege. Einige Minuten überlege ich, die Gedanken gehen weder nach rechts noch nach links, sondern nach Hause oder ins Gras, jedenfalls dorthin, wo ich die Füße hochlegen kann. Ein Mann, weißes Haar, randlose Brille, Ende 60, kommt die Steigung von links hochgejoggt. Seine Lauf-Kleidung und schlanke Statur lassen erahnen: Er legt regelmäßig mehr Kilometer am Tag zurück als ich. „Wo wollen Sie denn hin?“, fragt er noch im Laufen. Während ich noch von der Karte in die Ferne gucke und von den weit entfernten Kirchtürmen Lütgendortmunds wieder auf die Karte, schiebt er hinterher: „Ich kenne mich hier bestens aus.“

Um Lütgendortmund möchte ich herum, „aber den kürzeren Weg“. Eigentlich hatte ich den Dortmunder Stadtteil im Osten umgehen wollen, Haus Dellwig wollte ich passieren, durch Frohlinde marschieren, unter der So-da-Brücke kampieren. Aber die Füße wollen rasch aus den Schuhen, und zwar für den Rest des Tages. „Links ist der kürzere Weg und der schönere Weg“, sagt der Mann, der sich bestens auskennt. In einem Fluss erklärt er den Weg bis nach Castrop-Rauxel – mit diversen Optionen zum Abbiegen. Also links vorbei, wo der Weg durch den Wald an der Deipenbeck führt, entlang der S-Bahn-Schienen und vorbei an Bövinghausen. Zwischen Obercastrop und Schwerin muss eine letzte kleine Steigung erklommen werden – eine Handvoll Senioren grüßt: „Frisch auf!“ Drei Stunden hinter dem Scheideweg kenne ich meinen Weg: zuerst in eine Apotheke. Schmerzsalbe kaufen. In der Alten Apotheke erkennt die Frau den Ruhr-Nachrichten-Wanderer, gibt zur Salbe noch Pflaster und Magnesium. „Wenn Sie mal einen Krampf haben, werfen Sie sich ins Gras oder nehmen Magnesium und wandern weiter.“ Ich wandere weiter, zum Bioladen von Ludger Vollmer. Er hat mich eingeladen zu einem Picknick. Alles ist schon organisiert, als ich ankomme. „Nur einmal kurz telefonieren.“ Er spricht ins Telefon: „Wir gehen jetzt los.“

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Nico wandert Tag 3&4: Witten - Castrop-Rauxel - Olfen

Am Montagmorgen hat er seine 140 km lange Wanderung durch die Region begonnen - der Mobile Reporter der Ruhr Nachrichten, Nico Drimecker. Am Mittwoch, dem dritten Tag, hat er sich von Witten aus auf den Weg nach Castrop-Rauxel gemacht, am Donnerstag ging es weiter nach Olfen.
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Wo soll es lang gehen? Die Karte gibt dem Mobilen Reporter Nico Drimecker auf seiner Wanderung von Witten nach Castrop-Rauxel Rat.© Foto: RN
Pause machen: Der Rucksack ist fast 25 Kilo schwer.© Foto: RN
Impression von der Wegstrecke.© Foto: RN
In Castrop-Rauxel angekommen, gibt es ein Picknick auf dem Hügel direkt am Erin-Turm: Drei Stühle, ein Tisch, eine Kühltruhe, ein Picknickkorb - an alles haben seine Gastgeber Ludger Vollmer und Ulla Greulich gedacht.© Foto: RN
Nico Drimecker (l.) mit dem Bioladenbetreiber und seine Lebensgefährtin.© Foto: RN
Antipasti aus dem Bioladen - mit BVB-Fähnchen.© Foto: RN
So eine Stärkung hat sich der Wanderer nach der langen Strecke verdient.© Foto: RN
Die Pause hat die Füße und den Kopf des Wanderers gestärkt - jetzt kann es weiter gehen.© Foto: RN
Hier wird der Mobile Reporter schon erwartet: Auf Schloss Bladenhorst.© Foto: Nico Drimecker
Nico Drimecker wird adlig residieren: Der Schlossherr hat ihn eingeladen, die Nacht im Südflügel zu verbringen.© Foto: Nico Drimecker
Durch das Torhaus geht es in den Hof.© Foto: RN
Schlossherr Bodo Möhrke heißt den Wanderer willkommen.© Foto: Nico Drimecker
Dokumentiert die Stationen seiner Route: Nico Drimecker.© Foto: RN
Gemütliches Beisammensein im Schlosshof: Gabi und Peter sitzen auf den Bänken.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke schenkt den Korn ein, den Nico Drimecker auch seinen Gastgebern auf Schloss Bladenhorst als Dank für einen Schlafplatz angeboten hat. Allerdings: Bei so vielen Gastgebern wurde der Korn geleert.© Foto: Nico Drimecker
Am Ende des Abends ist die Flasche leer.© Foto: Nico Drimecker
Doch Nico wird das Schloss erneut mit Geschenken verlassen: Marmelade und Kuchen im Glas hat er überreicht bekommen.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke und Nico Drimecker frühstücken im Rittersaal.© Foto: Nico Drimecker
Nach dem Frühstück geht es zum Yachthofen Pöppinghausen - dann auf dem Dortmund-Ems-Kanal nach Olfen: Die Mitfahrgelegenheit auf dem Kahn hat Karl-Heinz Kunzer organisiert.© Foto: Nico Drimecker
Kunzer zeigt Nico, wo er wieder an Land gehen wird.© Foto: Nico Drimecker
Und das ist das Fortbewegungsmittel: "Käpt. Kersekiek".© Foto: Nico Drimecker
Karlheinz Zöllner, einer der zwei Hafenmeister in Pöppinghausen, nimmt den Mobilen Reporter mit.© Foto: Nico Drimecker
Unterwegs wird der leckere Kuchen aus dem Glas verputzt, den Nico auf dem Schloss geschenkt bekommen hat.© Foto: Nico Drimecker
Während der Fahrt taucht das Eon-Kraftwerk in Datteln am Rande des Kanals auf.© Foto: Nico Drimecker
Nico hat sein Ziel erreicht: An der Dattelner Schleuse geht er an Land - und setzt seinen Weg nach Olfen fort.© Foto: RN
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Seine Lebensgefährtin Ulla Greulich kommt auch und bringt alles mit. Durch das Einkaufszentrum Widumer Platz zum Gewerbepark Erin. Dort wartet Ulla, alles ist im Kofferraum verstaut: drei Stühle, ein Tisch, eine Kühltruhe, ein Picknickkorb. Letzterer sei „noch von 1800“, witzelt Ludger Vollmer und grinst. Wir schlagen das Lager auf dem Hügel direkt vor dem Erinturm auf. Ludger und Ulla klappen Tisch und Stühle auf, es gibt eine Tischdecke mit Obst-Motiv, Servietten, Weingläser und in den Antipasti stecken BVB-Fähnchen. Alle Lebensmittel stammen aus seinem Bioladen. „Das ist ja das Gute: Hast du so einen Laden, haste immer Futter.“ Und so ein Laden ist natürlich viel besser zum Balzen als jede Ü 30-Party – ironisches Ludger-Grinsen. Ulla grinst auch, sie war schließlich nur seine Kundin, bevor die beiden vor acht Jahren zusammen gefunden haben. So einen Picknick-Mittag auf dem Erin-Hügel stärkt die Füße und den Kopf des Wanderers. „Das machen wir jetzt jeden Mittwoch“, sagt Ludger Vollmer und grinst wieder. Wir packen zusammen, und ich gehe weiter. 22,8 Kilometer war die Tagesstrecke, bis zu meinem Übernachtungsort Schloss Bladenhorst sind es noch einmal vier. Die Füße schmerzen.

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