Mit schwangerer Frau, aber ohne Führerschein auf dem Weg ins Krankenhaus erwischt

Gericht

Statt den Krankenwagen zu rufen, fuhr ein Vater seine schwangere Frau selbst in die Klinik. Er hatte aber keine Fahrerlaubnis und wurde erwischt. Nicht sein einziges Problem.

Castrop-Rauxel

, 13.12.2019, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit schwangerer Frau, aber ohne Führerschein auf dem Weg ins Krankenhaus erwischt

Ein 33-Jähriger hat seine schwangere Frau ins Krankenhaus gebracht. Er besaß aber keinen Führerschein und wurde von der Polizei erwischt. © picture alliance / dpa

Gleich zwei Anklagepunkte hatte der Staatsanwalt im Amtsgericht Castrop-Rauxel zu verlesen. Dem 33-jährigen Angeklagten wurde vorgeworfen, ohne Fahrerlaubnis ein Auto gefahren zu haben. An der Herner Straße wurde er erwischt. Außerdem soll er eine Person körperlich misshandelt und mit einem Messer bedroht haben.

Der Anlass für die verbotene Autofahrt war mit ins Gericht gekommen: Ein Baby, dass die Ehefrau des Angeklagten während der Schwangerschaft in helle Aufregung versetzt hatte.

Mit dem Baby ins Krankenhaus

Gesundheitliche Probleme, weswegen sie ihr Mann schnellstmöglich ins Krankenhaus bringen wollte. Weil die Polizei diese Tour verhinderte, übernahm ein Rettungswagen. Alles ging gut. Im Nachhinein betrachtet wäre der Rettungswagen sicher sofort die beste Lösung gewesen.

Daneben gab es aber auch handfeste Probleme in der Beziehung. Anlass für die Frau, die zu diesem Zeitpunkt sogar an Scheidung gedacht hat, ihren Bruder zur Hilfe zu rufen. Der soll, so will es ein Nachbar gesehen haben, gleich mit Verstärkung angerückt sein.

An der Tür, so die Anklageschrift, sei der 33-Jährige mit einem Messer auf den Schwager losgegangen. Das Beweismittel, ein Küchenmesser, packte der Richter aus und zeigte es. „Kenne ich nicht“, so die Antwort des Angeklagten.

Dass er selbst nach dem Überraschungsbesuch ziemlich mitgenommen ausgesehen haben soll, tat er ab.

Aus dem Gesicht geschlagen

Stattdessen wurde nach und nach durch seine und die Aussage der Ehefrau klar, was der eigentliche Auslöser für den Ehestreit war. Danach hatte der Angeklagte wohl Rot gesehen, als sich seine Ehefrau in der Küche eine Zigarette ansteckte.

Weil Ramadan war und er ein gläubiger Muslim ist, durfte er solange es hell war, weder essen noch trinken und auch nicht rauchen.

Ein Verzicht, der schwerfiel. So schlug er seiner Frau die Zigarette aus dem Gesicht. Die war so sauer, dass sie ihren Bruder rief.

Seit diesem Vorfall herrsche Funkstille zwischen Bruder und Schwester. Die hat sich mit dem Ehemann versöhnt, ist mit ihm und den beiden gemeinsamen Kindern in eine Nachbarstadt gezogen. Weder sie noch der Bruder hatten noch Interesse an einer Ahndung der Tat.

Geldstrafe verhängt

Der Vorwurf der Körperverletzung und Bedrohung wurde daraufhin eingestellt. Auch mit Blick auf das andere Delikt, das Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Denn hierbei wurde der Angeklagte nicht zum ersten Mal erwischt. Schon zweimal zuvor war er aufgefallen und hatte Geldstrafen kassiert.

Diesmal wurde er zu 80 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Und bekam den Rat, sich nach Ablauf der auferlegten Sperrfrist doch mal um eine gültige Fahrerlaubnis zu kümmern.

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