Mördersuche in Castrop-Rauxel: Wolfram Schmidt veröffentlicht neues Buch mit alten Fällen

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Mörder, Betrüger und andere Kriminelle hat es auch in den 1920er-Jahren schon rund um Castrop-Rauxel gegeben. Wie die Polizei ermittelte, erzählt Wolfram Schmidt in seinem neuen Buch.

Castrop-Rauxel

, 07.12.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geschichte und Geschichten sind seine Leidenschaft. Dafür setzt sich der 86-jährige Wolfram Schmidt gerne ins Stadtarchiv und liest. Nun hat der ehemalige Lehrer und Kenner der Stadtgeschichte ein neues Buch veröffentlicht: sein mittlerweile zehntes. „Als es ihn noch nicht gab den Polizeiruf 110“ heißt es und es enthält Kriminalfälle aus den Jahren vor 1933.

Mörder und Betrüger rund um Castrop-Rauxel

„Ich habe lange im Archiv gesessen und alte Zeitungen durchforstet“, erzählt Wolfram Schmidt. Gefunden hat der 86-Jährige dabei viele Kriminalfälle, Morde und Betrügereien, oft aus den 1920er-Jahren rund um Castrop-Rauxel, Dortmund und Waltrop. Besonders faszinieren ihn dabei die Methoden der Polizei. „Die Aufklärungsmöglichkeiten waren ja ganz andere“, sagt Schmidt. Keine Computertechnik oder DNA-Spuren.

Selbst die Notrufnummer 110 gab es damals noch nicht, erklärt Schmidt. Die Polizei wurde zwar auch gerufen, sei aber oft zu spät gekommen, sodass einige Spuren schon kalt waren. Oft habe es nur „mittelmäßige Berichte“ in den alten Zeitungen gegeben. So habe er sich in die Fälle reinversetzen müssen. „Dann entstehen die Geschichten“, erklärt Wolfram Schmidt. Dabei beruhen aber alle Geschichten auf den realen Fakten. Etwa die Geschichte eines Doppelmörders aus Castrop-Rauxel, den die Öffentlichkeitsfahndung der Polizei in den Selbstmord treibt.

„Das Lächeln vergeht“

„Die eine oder andere Darstellung eines Vergehens damals wird bei dem Leser vielleicht ein kleines Lächeln über seltsames Verhalten der Beteiligten verursachen“, schreibt Schmidt im Vorwort seines Buchs. Doch oft würde einem das Lächeln auch vergehen, weil das Geschehene auch in unserer heutige Zeit passe. Bis auf technische Abläufe unterscheiden sich die Kriminalfälle der damaligen Zeit nicht von heutigen.

Mördersuche in Castrop-Rauxel: Wolfram Schmidt veröffentlicht neues Buch mit alten Fällen

Rund 150 Seiten hat Band 2 der Polizeiruf-110-Bücher von Wolfram Schmidt. Fotos gibt es nicht darin, die waren zu verschwommen in den alten Quellen. © Jessica Hauck

Etwa 100 Exemplare seines Buchs hat Wolfram Schmidt drucken lassen. Es ist Band zwei über den Polizeiruf 110. Vor drei Jahren hat Schmidt bereits über Kriminalfälle bis 1984 geschrieben. Dieses Buch musste er in zweiter Auflage nachdrucken lassen als alle Exemplare verkauft waren.

Nächstes Buch ist schon geplant

Das nächste Buch hat Wolfram Schmidt derweil schon geplant. „Ich habe noch eins in Arbeit, das sich intensiv mit der Vergangenheit beschäftigt“, sagt der Autor. Es geht um das Ende der DDR und um die Stasi. Dieses Mal soll das Buch autobiografische Teile enthalten. Denn Schmidt ist 1953 selbst bei einem Aufstand aus der DDR geflüchtet. Danach musste er sich im neuen System in der Bundesrepublik zurecht finden. Wie ihn das geprägt hat, soll Teil seines elften Buches werden.

Das Buch im Handel

  • „Als es ihn noch nicht gab den Polizeiruf 110“ von Wolfram Schmidt ist erhältlich in der Leselust, Münsterstraße 14.
  • Das Buch kostet 15 Euro.
  • Auch Band 1 „Auf dem Weg zum Polizeiruf 110“ ist dort wieder erhältlich.
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