Nach Randale in der Spielhalle: Betreiberin lebt in Angst

mlzMann randaliert

Ein 54-jähriger Mann hat in einer Spielhalle an der Lönsstraße in Castrop massiv randaliert. Ein geworfener Blumentopf, ein Geldwechsler und eine Kerze verfehlten die Betreiberin knapp.

Castrop

, 20.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Im August 2017 war der heute 54-Jährige Gast in einer Spielhalle an der Lönsstraße. Bekam gegen Mitternacht Hausverbot, weil er stark betrunken und laut war. Doch das ignorierte er, ging wieder hinein. Und fegte mit dem Arm in seiner Wut alle Gegenstände vom Empfangstreten. Blumentopf, Geldwechsler und eine Duftkerze.

Der Blumentopf verfehlte den Kopf der Inhaberin nur knapp. Es folgte eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Ein Dolmetscher musste her

Doch der Mann musste erst gesucht werden, da er einen neuen Wohnort hat. Und auch der Beginn der Verhandlung am Amtsgericht verzögerte sich jetzt. Erst auf der Anklagebank räumte er ein, einen Dolmetscher zu brauchen. Und der musste erst gerufen werden.

Aber auch der Dolmetscher konnte nur übersetzen, dass der Mann sich nicht erinnern kann. Selbst nicht an eine Wunde über dem linken Auge, aus der er stark geblutet haben soll, als er die Spielhalle erneut betreten hatte.

Zeuge bringt Licht ins Dunkel

Licht ins Dunkel der Erinnerung brachte die Aussage eines Zeugen, mit der der Dolmetscher dem Angeklagten auf die Sprünge half. Der Stammgast bestätigte, dass der Mann ein Hausverbot erhalten hatte. Die Betreiberin der Halle hatte Angst vor ihm bekommen, weil er herumbrüllte. Unschöne Dinge hätten sich dann beide Seiten an den Kopf geworfen.

Der Zeuge hat dann auch die Polizei gerufen, als er der Angeklagte den Tresen abräumte. Der hatte inzwischen doch das Weite gesucht, die Beamten trafen ihn am Busbahnhof, forderten angesichts der blutenden Wunde auch einen Rettungswagen an.

Strafe fällt recht mild aus

An all das konnte sich der Angeklagte überhaupt nicht erinnern, ließ er den Dolmetscher sagen. „Wenn ich das gemacht habe, will ich mich dafür entschuldigen“, fügte er hinzu. Direkt an die Bedrohte konnte er diese Worte nicht richten. „Die Zeugin hat Angst vor Ihnen“, erklärte der Strafrichter. Deshalb habe er zunächst auf ihre Anhörung verzichtet.

Die wird auch nicht mehr nötig sein. Allerdings wurde der Vorwurf der Körperverletzung verworfen, so ging es schließlich nur noch um Ruhestörung und Sachbeschädigung. Und bei der Urteilsfindung wurde zudem noch berücksichtigt, dass der Mann bisher unbescholten durchs Leben gekommen ist.

Das Urteil: Der 54-Jährige wurde mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 10 Euro belegt. Dem Mindestsatz, weil er derzeit arbeitslos ist und wenig Geld hat. Diese 600 Euro muss er nun in Raten zu je 30 Euro abstottern. Gelingt ihm das nicht, könnte sogar Gefängnis drohen - pro Tagessatz ein Tag in Haft.

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