Nach Streit: Reiter und Naturschützer nähern sich an

Naturschutzgebiet Wagenbruch

Die Auseinandersetzungen um das Reitverbot im Naturschutzgebiet Wagenbruch und dessen häufige Missachtung war zum Teil sehr hart. Nun gibt es jetzt erste vorsichtige Signale einer Wiederannäherung zwischen Reitern und Naturschützern.

CASTROP-RAUXEL

, 07.02.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Natascha Geesmann und Christian Brodka mit Shetlandponys Maggie und Joy.

Natascha Geesmann und Christian Brodka mit Shetlandponys Maggie und Joy.

„Ich muss sagen, dass ich den Unmut vieler Castrop-Rauxeler über die entstandenen Zerstörungen absolut verstehen kann“, räumte die seit vielen Jahren passionierte Reiterin Natascha Geesmann jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion ein.

Gleichzeitig jedoch fügte sie im Hinblick auf rücksichtslose Mountainbiker oder Hundebesitzer hinzu: „Was mich aber an der Diskussion stört, ist die Tatsache, dass die Tendenz dahin geht, nun alles auf dem Rücken der Reiter auszutragen.“

Kinder von Bekannten nutzen private Pferdehaltung

Die 41-Jährige unterhält an der Karlstraße direkt an der Stadtgrenze zu Herne eine kleine nicht-kommerzielle private Pferdehaltung mit zwei Großpferden und sieben Shetland-Ponys. Auf diesen lässt sie bisweilen Kinder von Bekannten reiten oder stellt sie auch als Gespann für Kutschfahrten zusammen.

Die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn sie mit den Tieren das Gelände verlässt und auf der Karlstraße auf öffentliches Terrain kommt, sind ihr aus leidiger Erfahrung sehr gut bekannt, etwa in Person von sich rücksichtslos bis gefährlich gebärdenden Autofahrern. „Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, sich nicht mehr mit Respekt zu begegnen und sich gegenseitig zu tolerieren“, hat sie ausgemacht.

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Um den Problemen in Castrop-Rauxel im Hinblick auf fehlende Reitweg-Verbindungen aus dem Weg zu gehen, orientiert sie sich selbst in der Regel Richtung Herne und Bochum, wo das Reitwegenetz vorbildlich angelegt sei. Gleichwohl, so die Gesamtschullehrerin, sei ihr natürlich auch eine Lösung für den Wagenbruch wichtig. „Wir dürfen Pferde nicht aus der Natur verbannen“, fordert sie.

Naturschützer zeigt sich bereit für einen Kompromiss

Und ist damit auch gar nicht so ganz weit entfernt von Naturschützer Christian Brodka, der mit seiner offenen Kritik an der Missachtung des Reitverbots im Wagenbruch den Stein ins Rollen gebracht hatte. Auch er zeigte sich jetzt kompromissbereit und offen für eine Lösung, Reitern eine direkte Verbindung vom Hof Knickenberg in Obercastrop zu den beiden Reiterhöfen Mittelviefhaus und Dortmund West im Bövinghauser Dorf zu ermöglichen. Entweder nach Abbau der Fußgängerschleuse mit Hilfe einer getrennten Trasse durch die Talsohle des Wagenbruchs oder aber am Feldrand in Richtung Büchter und ehemals Philippine. Das Biotop Tongrube sowie der Pfad den Wald hinunter soll aber tabu bleiben. „Dort ist inzwischen wieder der Eisvogel, der Fuchs und Brutrevier von Perlhühnern“, so seine Beobachtung.

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Allerdings erwartet Brodka im Gegenzug den bislang verweigerten Dialog mit den Reiterhöfen sowie tätiges Mitanpacken bei Schaffung und Erhalt der Trassen. „Man kann nicht immer nur fordern, sondern muss auch mit anpacken“, erklärte er.

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