Nach tödlichem Unfall: Fahrer kam nicht zu Gericht

Anklagebank blieb leer

Bei einem schweren Unfall in Castrop-Rauxel ist im vergangenen Jahr ein 75-Jähriger ums Leben gekommen. Weil der Unfallfahrer seine Strafe nicht akzeptieren wollte, wurde der Fall am Dienstag noch mal verhandelt. Oder besser: Er hätte verhandelt werden sollen.

CASTROP-RAUXEL

, 13.12.2016, 15:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein schreckliches Bild bot sich den Unfall-Helfern im Oktober 2015 auf der Autobahn 42.

Ein schreckliches Bild bot sich den Unfall-Helfern im Oktober 2015 auf der Autobahn 42.

Am 7. Oktober 2015 ereignete sich auf der A42 kurz vor der Anschlussstelle zur A45 der schreckliche Unfall: Ein 32-Jähriger war mit seinem Audi A3 ungebremst auf einen Kleinwagen aufgefahren. Dessen 75-jähriger Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Herbe Enttäuschung für die Verwandten des Opfers

Am Dienstag sollte der Fall vor dem Strafrichter verhandelt werden, da der Unfallverursacher Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hatte. Wollte die Haftstrafe von acht Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, nicht akzeptieren. Doch die Anklagebank blieb leer. Weder der inzwischen 33-jährige Unfallverursacher noch sein Verteidiger waren erschienen. Für die Verwandten des Opfers wie für den Anwalt der Nebenklage eine herbe Enttäuschung. Die Ehefrau des Opfers hatte den schweren Gang in den Gerichtssaal erst gar nicht angetreten.

Trümmer flogen 130 Meter weit

Ihr Mann war an jenem Mittwochabend auf der A42 in östliche Richtung unterwegs, als der Angeklagte vor der Abfahrt auf die A45 mit seinem Auto mit „enormer Wucht“, so das Gutachten, auf seinen Kleinwagen auffuhr. Das Auto war stark deformiert, Trümmer bis zu 130 Meter weit weg geschleudert worden, als das Auto zunächst in die rechte Leitplanke prallte und dann zurück auf die Fahrbahn rutschte. Trotz aller Bemühungen des Notarztes verstarb der 75-Jährige noch am Unfallort.

Auch der Unfallverursacher und sein 59-jähriger Beifahrer wurden bei dem Aufprall erheblich verletzt. Dabei war der Angeklagte trotz eines Fahrverbotes unterwegs. Er war für vier Wochen gesperrt, weil er in einem Jahr bereits zwei Mal wegen zu schnellen Fahrens – mehr als 26 Stundenkilometer über dem erlaubten Tempo außerhalb einer Ortschaft – geblitzt worden war.

Urteil ist jetzt offiziell

Im Gericht ist er dagegen auch mit Verspätung nicht angekommen. Deshalb wurde seinem Einspruch gegen den Strafbefehl auf Beschluss von Richter und Staatsanwalt nicht stattgegeben. Das Urteil über die achtmonatige Bewährungsstrafe ist damit offiziell. 

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