Wie sich Tankstellen in Castrop-Rauxel auf mögliche weitere Überfälle vorbereiten

mlzTankstellenräuber

Nach den Überfällen der vergangenen Tage macht man sich an den Tankstellen in Castrop-Rauxel Sorgen um die Sicherheit. Gerade im Spätdienst. Wir sprachen mit Jet- und Aral-Mitarbeitern.

Castrop-Rauxel

, 12.11.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Tankstellenüberfälle in einer Woche, dazu ein Raub in einer Trinkhalle. Immer nach der gleichen Masche, immer mit Waffen im Anschlag: Kein Wunder, dass man sich an anderen Tankstellen in Castrop-Rauxel ein bisschen Sorgen macht.

Zwar wurden die Täter bislang nicht gewalttätig, zwar handelt es sich bei den Schüssen, die sie bis jetzt abgegeben haben, immer um Platzpatronen. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Bisher haben die Überfall-Opfer alle vorbildlich reagiert: Niemand hat versucht, den Helden zu spielen. Das Geld und die Zigaretten wurde den Tätern anstandslos überlassen. Die Tankstellen-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter verhielten sich genau so, wie sie geschult wurden.

„Sorgen um unsere Sicherheit“

Solche Unterweisungen gibt es auch an anderen Tankstellen. Etwa an der Jet-Tankstelle an der Bahnhofstraße unweit von McDonalds und Ernst-Barlach-Gymnasium. „Wir wissen genau, wie wir uns im Fall der Fälle zu verhalten haben“, erzählt Nesrin Uzuntas, die am Montagnachmittag dort Dienst hat.

Wie sich Tankstellen in Castrop-Rauxel auf mögliche weitere Überfälle vorbereiten

Nesrin Uzuntas (l.) und Eylem Oskay arbeiten in der Jet-Tankstelle an der Bahnhofstraße. © Thomas Schroeter

„Aber wir machen uns schon Sorgen um unsere Sicherheit“, gesteht die 22-Jährige. Da kann ihr Eylem Oskay, mit der sie zusammen die Tages-Schicht hat, nur zustimmen. Die beiden Frauen haben wie ihre Kollegen die Ereignisse der vergangene Tage genau verfolgt, wissen um die Überfälle und die Masche der Täter.

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Man spricht über die Situation und hat die Schicht am Abend verstärkt. Denn auch diese Tankstelle könnte in das Beuteschema der Verbrecher passen: Man ist von hier aus schnell auf der B235 oder der Autobahn A42. „Wir hoffen einfach, dass wir verschon bleiben“, sagt Nesrin Uzuntas.

Außerdem sei ihre Tankstelle gerade abends ziemlich gut besucht. So hoffe sie, dass man den Verbrechern keine Chance zum ungestörten Zuschlagen gebe. Irgendwann am Abend schließe man dann auch die Tür ab und öffne nur noch den Nachtschalter.

Noch keinen Überfall erlebt

Diese Hoffnung hat auch Florian Ciric, der seit zehn Jahren an der Aral-Tankstelle an der Wittener Straße in Castrop arbeitet. Auch hier hat man die Taten der Dreier-Bande verfolgt, auch hier macht man sich Sorgen, wenn man zum Dienst geht.

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Nicht zu viele Sorgen, aber eben ein leichtes Bauchgrimmen sei dabei. Florian Ciric, der am Montagabend Spätdienst hat, sagt: „Wir reden hier im Kreise der Mitarbeiter natürlich über solche Dinge, spezielle Vorkehrungen sind bisher aber nicht getroffen worden.“

Beide Tankstellen sind bis heute von Überfällen verschont worden. Tankbetrüger ist man gewohnt, auch Einbrüche hat es etwa an der Jet schon gegeben. Aber bewaffnete Männer nicht. Das solle bitte auch so bleiben, hofft Floria Ciric.

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