Neben dem Diakonischen Zentrum soll immer noch Einzelhandel entstehen

Kleine Lönsstraße

Um die Bebauung an der Kleinen Lönsstraße gibt es weiter Diskussionen. Ein neuer Bebauungsplan soll Klärung bringen.

Castrop

, 10.02.2019, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Standort Kleine Lönsstraße

Standort Kleine Lönsstraße © Volker Engel

Die Entwicklung an der Kleinen Lönsstraße bleibt spannend. Dort will die Investorenfamilie Heier ein Diakonisches Zentrum errichten. Und die Stadt möchte einen neuen Bebauungsplan für das Gesamt-Areal aufstellen. Der insgesamt 2,3 Hektar große Bereich liegt nördlich der Herner Straße, grenzt unmittelbar an den Altstadtring und wird außerdem begrenzt von der Emschertalbahn, der Dammstraße und dem Gelände der Schule.

Schon seit 2011 gibt es dort keine gewerbliche Nutzung mehr. Stattdessen mehr oder minder die alte Diskussion und die politische Beschlusslage zu Einzelhandel und Zentrenschädlichkeit, gerichtliche Auseinandersetzungen und einen reparierten Bebauungsplan. Jetzt soll ein neuer mit der Nummer 255 her, um zeitnah Rechtssicherheit für die Steuerung des Einzelhandels herzustellen.

Ausgang des Rechtsstreits nicht vorhersehbar

Der bestehende Bebauungsplan mit der Nummer 225 ist aus Sicht der Verwaltung dafür nur begrenzt geeignet, weil der Ausgang des laufenden Rechtsstreits nicht vorhersehbar ist. „Großflächiger Einzelhandel ist da nicht gestattet“, sagt der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt.

Vor einigen Jahren hatte Heier zwar einen Vorbescheid zur Erweiterung des damaligen Aldis auf 799 Quadratmeter bekommen, aber das ist genau so wie andere Konzepte zur städtebaulichen Aufwertung es sind, Schnee von gestern. „Die jetzigen Aktivitäten von Heier sind ausdrücklich erwünscht“, sagt Dobrindt. Sie passten hervorragend an den Standort. Neben dem Diakonischen Zentrum sollen zwei Demenz-WGs mit 24 Plätzen und 25 weitere barrierefrei Wohnungen errichtet werden.

Einzelhandel ist weiter Ziel

Nebenan möchte Heinrich Dräger nach wie vor Einzelhandel realisieren. Und zwar in einer Größenordnung von 1500 Quadratmetern, wie schon vor Jahren eingereicht. Wobei Dräger sich jetzt vorstellen kann, auch zweigleisig zu denken. „Wohnbebauung oder Einzelhandel, beides zusammen nicht,“ sagt er. Die Grünen haben unterdessen die Pläne rund um ein Diakonisches Zentrum an der Kleinen Lönsstraße begrüßt. „Wir waren immer der Meinung, dass die Entwicklung eines großflächigen Nahversorgers an dieser Stelle die Stadt massiv schädigt“, erklärt Fraktionschef Bert Wagener.

Die zentrumsnahen Wohnungen würden zu einer Belebung der Innenstadt beitragen. So sei diese fußläufig und auf sicherem Weg zu erreichen. Übrigens genau das Argument der Befürworter von Einzelhandel an der Kleinen Lönsstraße.

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