Coronavirus: Castrop-Rauxeler können bei Reisebuchungen auf neue Stornobedingungen setzen

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Das Coronavirus wirkt sich auch auf die Reisebranche aus. Reisebüros aus Castrop-Rauxel erklären, worauf sich Urlauber einstellen können und was man in den nächsten Wochen beachten sollte.

Castrop-Rauxel

, 11.03.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

  • Wegen des Coronavirus bieten immer mehr Reiseveranstalter für Neubuchungen kostenlose Stornierungen an.
  • Das Auswärtige Amt rät von nicht erforderlichen Reisen nach Italien derzeit ab.
  • Wer seine Reise in ein Urlaubsland nicht antreten möchte, sollte versuchen, die Reise zu verschieben. Das ist einfacher als eine Stornierung.
  • Als Deutscher kommt man derzeit außer in Italien auch in Israel nicht mehr ins Land.

In den Castrop-Rauxeler Reisebüros sind Anfragen besorgter Reisender inzwischen Standard. Die zahlreichen Corona-Fälle in Oberitalien sorgen dort schon seit Tagen für Nachfragen, ob Reisen stattfinden können. Das hat Heike Häusler, Reiseverkehrskauffrau im Tui-Travelstar-Reisebüro Riedel an der Münsterstraße, in den vergangenen Tagen erlebt.

Auswärtiges Amt rät von Italien-Reisen ab

Jetzt aber hat Italien sein Dekret vom 9. März mit Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit für zunächst einzelne Regionen am Dienstag, 10. März, auf ganz Italien ausgeweitet. Ausnahmen von der Einschränkung bestehen lediglich für nachweisbare berufsbedingte Fahrten, im Fall von gesundheitlich bedingten Gründen oder in sonstigen Notsituationen.

Das Auswärtige Amt (AA) rät darum von nicht erforderlichen Reisen nach Italien derzeit ab: „Sollten Sie eine Reise geplant haben, erkundigen Sie sich bitte beim Reiseveranstalter bzw. bei der Fluggesellschaft, ob diese weiterhin durchgeführt werden kann.“

Aber nicht nur Italien ist inzwischen als Urlaubsland erst einmal gestorben. Israel etwa lässt keine Urlauber ins Land, Reisenden aus Deutschland ist zudem die Einreise nach El Salvador, Kasachstan und in einige pazifische Inselstaaten wie Samoa verboten. Die Ausbreitung der Atemwegserkrankung Covid-19 führt laut AA aber sogar in der Schweiz vielerorts zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen, in Einzelfällen auch Einreisesperren.

Viele Castrop-Rauxeler warten noch ab

Führt die gesamte Situation in Castrop-Rauxel zu vielen Stornierungen? Heike Häusler: „Die Menschen, die gebucht haben, wollen ihre Reisen schon antreten, die freuen sich ja auf ihren Urlaub. Wer die Buchung fürs Frühjahr oder den Sommer noch vor sich hat, der wartet gerade ab, das merken wir klar.“

Italienreisen sind derzeit quasi nicht möglich, das Auswärtige Amt hat auch eine offizielle Reisewarnung herausgegeben.

Italienreisen sind derzeit quasi nicht möglich, das Auswärtige Amt hat auch eine offizielle Reisewarnung herausgegeben. © Thomas Schroeter

Immer mehr Reiseveranstalter, so die Reisebüro-Mitarbeiterin, hätten als Reaktion auf die um sich greifende Verunsicherung aber auch neue Stornobedingungen für die typische Pauschalreise herausgebracht. So könne man bei einer jetzt anstehenden Neubuchung für eine Reise bis zum Ende der Sommersaison, teilweise bis zum 31. Oktober, bis teilweise Ende April kostenlos stornieren.

„Bis Ende April wird sich ja hoffentlich manche Frage geklärt haben“, hofft Heike Häusler mit ihren Kunden. Derzeit bekomme man täglich neue Meldungen und es falle schwer, da den Überblick zu behalten.

Last-Minute-Buchungen werden kommen

Grundsätzlich aber, das betont Jasmin Kiwitz vom Reisemarkt Castrop an der Langen Straße, wollen die Leute noch reisen. „Man freut sich ja auf den Urlaub, gerade in dieser Jahreszeit.“ Stornierungen habe sie bisher nicht gehabt, eine für Mai geplante China-Reise sei aber natürlich abgesagt worden.

„Ansonsten versuchen Kunden, sich Alternativen zu ihrem eigentlich gedachten Urlaubsort zu suchen oder setzen für den Sommer auf Last-Minute-Buchungen“, sind ihre Erfahrungen.

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Alina Ohlberger von DT Reisen im Real-Markt an der Siemenstraße hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Es gibt schon die besorgten Kunden, da ist aber wenn dann eher die Frage da, ob man die Reise nach hinten verschieben kann. Ein Kunde etwa hat jetzt seine Griechenland-Reise vom April auf Februar 2021 verlegt.“ Eine Verschiebung sei auch viel einfacher als eine Stornierung.

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