Neuer Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof – dieselben Dreckspatzen als Kunden

mlzKommentar

Der Hauptbahnhof soll belebter werden. Das wurde oft gefordert. Neue Geschäfte gibt es jetzt - und neue Bahnsteige. Wären da nur nicht zwei weitere Ärgernisse. Ein Kommentar.

14.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich ist der Hauptbahnhof wieder etwas vollständiger. Bäcker, Toiletten und seit Donnerstag dann auch der Kiosk: Klingt völlig banal, gehört aber einfach zu einem Bahnhof dazu.

Dass die Deutsche Bahn dann auch noch die Bahnsteige aufgehübscht hat: noch besser. Wird der Hauptbahnhof damit jetzt wieder zum Zentrum des Geschehens in Rauxel? Wohl kaum. Muss er auch nicht.

Das ist ein Bahnhof, eine Transitstation, die man eben als Bahnfahrer nutzt. Man geht morgens hin, steigt in den Zug und fährt weg. Abends andersherum. Oder in meinem Fall: morgens hin und abends zurück.

Öffnungszeiten sind verwunderlich

Aber zumindest hat man das Gefühl, wenn man von den Bahnsteigen hinunter gen Berliner Platz läuft, dass man in einer Stadt ankommt. Morgens die Stulle zu Hause vergessen? Okay, ab zum Bäcker. Durst auf eine Cola? Gibt’s am Kiosk.

Zumindest dann, wenn man zu den Öffnungszeiten vorbeikommt. Die sind für einen Bahnhof etwas, nun ja, ungewohnt. Einen Kiosk, der um 18 Uhr schließt, den habe ich bei mir zu Hause um die Ecke auch.

Der lebt aber primär von den anliegenden Berufsschülern und morgendlichen Besuchen von Handwerkern und Beschäftigten im Gartenlandschaftsbau, nicht von durchreisenden Bahnpendlern.

Neuer Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof – dieselben Dreckspatzen als Kunden

© Marcel Witte

„Welch Ironie: Der neue Bahnhof wird wieder zugemüllt.“
Matthias Stachelhaus

Wenn ich Feierabend habe und gegen 18.30 Uhr durch den Hauptbahnhof laufe, ist der Kiosk schon wieder geschlossen. Schade, denn im Gegensatz zu vergleichbaren Geschäften in den Bahnhöfen Dortmund, Bochum oder Essen hätte ich hier mal ein bisschen Geld gelassen. Unterstützung des lokalen Einzelhandels.

Dreckspatzen versauen frisch gemachten Bahnsteig

Immerhin haben diverse Dreckspatzen keine Chance mehr, ihren frisch eingekauften Müll auf dem Bahnsteig zu verteilen.

Welch Ironie: Da bequemt sich die DB nach gefühlten Äonen und hübscht den Bahnsteig mit Pflaster, Bänken und Mülleimern wenigstens ein bisschen auf – und der Fahrgast nutzt den frisch gemachten Untergrund, um die Fugen schnellstmöglich wieder mit Kippenstummeln, Kaugummipapierchen oder Sonnenblumenkernschalen vollzustopfen.

Man könnte mehr Mülleimer und Aschenbecher aufstellen, meinen Sie? Stimmt, gute Idee. Das funktioniert ja rund um den Marktplatz in der Altstadt auch richtig toll, nicht wahr?

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