Neuer Leerstand am Biesenkamp

Ladenlokale

CASTROP-RAUXEL Aufbruchstimmung in der Fußgängerzone – zunehmende Tristesse am Biesenkamp: Die City bietet derzeit ein Bild der Gegensätze. Licht und Leere liegen ganz eng beieinander, wenn das City Center demnächst Besucherscharen lockt und am Biesenkamp immer mehr Ladenlokale verwaisen.

von Von Michael Fritsch

, 13.10.2009, 20:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Während die Fußgängerzone sich für einen Neuanfang rüstet, herrscht in den Ladenlokalen des Biesenkamps und des unteren Brückenwegs zunehmend Leere.

Während die Fußgängerzone sich für einen Neuanfang rüstet, herrscht in den Ladenlokalen des Biesenkamps und des unteren Brückenwegs zunehmend Leere.

Der Grund: eine saftige Mietpreiserhöhung von 300 auf 1150 Euro. Der bisherige Inhaber, ein Anbieter von Oberbekleidung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, wollte und konnte diesen Aufschlag mitten in der Wirtschaftskrise nicht mehr tragen und ist unterdessen mit Erfolg auf das Marktgeschäft ausgewichen, wie er Geschäftsfreunde wissen ließ. Mit dem neuen Leerstand ist jetzt bereits das vierte Geschäft auf kurzer Distanz verwaist: Schräg gegenüber wartet die ehemalige Annington-Beratungsstelle ebenso auf eine neue Verwendung wie ein 80-Quadratmeter-Lokal auf derselben Straßenseite sowie die ehemalige Tanz-Etage auf dem unteren Brückenweg.

Das 90-Quadratmeter große Ladenlokal am Biesenkamp 6 steht inzwischen für 1080 Euro Monatsmiete bei Immobilien Hendus im Internetportal. Das ist ein Betrag, der einem Quadratmeterpreis von zwölf Euro entspricht. Zu hoch für eine so genannte 1b-Lage in Castrop? Wirtschaftsförderer Herbert Ramme sagt dazu: „Wie in allen Mittel- und Kleinstädten hat es auch in der Castroper Altstadt in den letzten zehn bis 15 Jahren erhebliche Wertverluste bei den Immobilien gegeben, die sich natürlich auch auf die Mietpreise niederschlagen.“ Hätten Vermieter seinerzeit in den 1a-Lagen noch über 40 Euro erzielen können, liege dort heute die Schmerzgrenze bei etwa 30 Euro.

Einen entsprechenden Verfall habe es analog auch bei den 1a- und 2-Lagen gegeben. Zwar müssten, so Ramme weiter, die Eigentümer selbst entscheiden, wie sie mit ihrem Eigentum umzugehen gedenken. Gleichzeitig machte er aber auch klar: „Der Werteverfall ist ein schmerzhafter Prozess, den kein Eigentümer auf Dauer ignorieren kann.“ Insofern seien aus seiner Sicht zehn Euro für 1b-Lagen in der Castroper City „völlig ok“.

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