Die App „Katwarn" warnt Menschen in Castrop-Rauxel künftig davor, wenn bei Ihnen ein Einbruch bevorstehen könnte. Dafür werden bisherige Einbrüche in der Stadt und der Region analysiert. © Thomas Schroeter
Wohnungseinbrüche

Neues Einbruchsradar will warnen, wenn in Castrop-Rauxel Gefahr droht

In 95 Wohnungen ist im Oktober im Kreis Recklinghausen eingebrochen worden. Und die dunkle Hoch-Zeit der Einbrecher steht noch an. Nun soll ein Einbruchsradar warnen.

Von jetzt an will die Polizei per App in Castrop-Rauxel wie im gesamten Kreis Recklinghausen über Einbruchsgeschehen in der Nachbarschaft informieren. Die Anwendung soll Informationen zu früheren Einbrüchen liefern und auf dieser Basis Prognosen zu Einbruchswahrscheinlichkeiten geben.

Darüber hinaus soll die App aber künftig auch wichtige Präventionshinweise geben. So können sich die Nutzerinnen und Nutzer darüber informieren, wie sie ihre Wohnungen besser vor Einbrechern sichern und werden an die regionalen Beratungsstellen der Polizei verwiesen. So die Idee.

Das Angebot wurde vom Innenministerium des Landes gemeinsam mit der Provinzial-Versicherung und Fraunhofer Fokus entwickelt und ist eine neue Funktion der bereits bestehenden „Mehrwetter“-App, die von der Versicherung betrieben wird. Außerdem werden bestimmte Funktionen in die App „Katwarn“ eingebunden.

Landeskriminalamt arbeitet vorhandene Daten auf

Datenbasis dafür ist eine landesweit und auch beim Polizeipräsidium Recklinghausen bereits genutzte Software. Sie heißt „Skala“ – die Abkürzung für „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation.“ Vom Landeskriminalamt aufbereitete lokale Prognosedaten sollen den Menschen nun digital zur Verfügung stehen. Der Kreis Recklinghausen gehört zu 16 Polizeipräsidien in NRW, in denen diese Tatort-Daten abrufbar sind.

Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in Castrop-Rauxel wie im Kreis und dem gesamten Bundesland NRW in den vergangenen Jahren kontinuierlich sinkt, ist ihre Bekämpfung immer noch ein Schwerpunkt der Polizei.

Die neue Einbruchs-Prognose soll in der Regel als Push-Mitteilung an jedem Montag für die vorab vom User in der App festgelegten Orte kommen: Sofern zeitlich und regional eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit prognostiziert wurde.

Einbrecher sollen sich nicht orientieren können

Um nur die Betroffenen auf das Risiko aufmerksam zu machen, sollen die Meldungen nur für maximal sieben registrierte Orte in der App ausgegeben werden, für die eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit besteht. Und nachträglich registrierte Ortsfavoriten werden nicht berücksichtigt.

Denn man will natürlich Einbrechern nicht zeigen, wo man ihre Einbrüche vorhersagt.

Ziel der Software ist es laut Polizei, die Prävention weiter zu stärken und die Bevölkerung mit einem modernen Ansatz für das Thema Einbruchsdiebstahl zu sensibilisieren. Auf diese Weise wird das bereits bestehende Angebot der polizeilichen Kriminalprävention sinnvoll ergänzt.

Die Apps „Katwarn“ und „Mehrwetter“ dazu gibt es kostenlos im App Store und im Google Play Store.

So geht das dann mit der „Mehrwetter“-App

Zunächst muss man einen Ort anlegen, für den Einbruchmeldungen in der Pilotierung versendet werden. Sofern für den dann gewählten und abonnierten Ort eine erhöhte Einbruchwahrscheinlichkeit prognostiziert wird, erhält man eine Push-Meldung. „Natürlich werden zahlreiche abonnierte Orte nicht mit einer Push-Meldung beglückt, da für diese Orte keine „erhöhte Einbruchwahrscheinlichkeit“ vorhergesagt wird“, so erklärt Jens Wußmann vom Verband öffentlicher Versicherer e.V. die App.

Ein Erklärvideo zum Thema „erhöhte Einbruchwahrscheinlichkeit“ sowie die schriftliche Erläuterung finde man dann in der App. Für alle Nutzer seien der Status für den Ort, die Heatmaps (Einbruchhistorie) sowie Tipps und Hinweise jederzeit in der App abrufbar.

In unserer Region, so Wußmann weiter, werde die App erst noch nach und nach ausgerollt und zum Teil erst in den nächsten Tagen komplett nutzbar sein. Bei Katwarn dagegen seien bereits alle 16 Polizeipräsidien verfügbar.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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