Neues Modell geht der Basis nicht weit genug

CASTROP-RAUXEL Die SPD lud zur Schuldiskussion ein. Bildungspolitik stand auf dem Programm. Für die einen entgegenkommend. Aber auch zweiflerisch. Für die anderen Grundzug der Politik. Die Gemeinschaftsschule hieße auch selbstständige Schule. Wieder andere taten kund, das dies lediglich ein erster Schritt sein dürfe.

von Von Jörg Laumann

, 19.01.2008, 13:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vorstellung der SPD-Bildungspolitik

Vorstellung der SPD-Bildungspolitik

Zuvor hatte auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung die frühere NRW-Bildungsministerin Ute Schäfer (Foto) die Grundzüge der neuen SPD-Bildungspolitik vorgestellt. "Gemeinschaftsschule heißt für uns selbstständige Schule", bekundete sie. Daher sehe das Modell vor, dass Schulgemeinschaft und Schulträger ab Klasse 7 selbst entscheiden sollen, ob danach separate Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulzweige, ein komplett integriertes Modell oder eine Kombination aus beidem angeboten werden sollen.

Dies ging den Teilnehmern der Podiumsdiskussion und auch einem Großteil der rund 40 Besucher, die sich rege zu Wort meldeten, nicht weit genug. "Dieses Konzept darf nur ein erster Schritt sein", erkärte Helmut Butz, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Castrop-Rauxel. Ziel müsse eine komplett integrierte Schule sein. Rajko Kravanja, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, pflichtete bei. "Wir würden gern sofort einen Schritt weiter gehen."

In Finnland einfach einen Schnitt gemacht

Dies fand auch Zustimmung im Plenum. SPD-Ratsmitglied Elsbeth Kroh gab zu bedenken, dass das deutsche Schulsystem in der Primarstufe bei Pisa- und OECD-Studien durchaus gute Ergebnisse erziele. "Das liegt auch daran, dass die Grundschulen Gemeinschaftsschulen sind", so Kroh. Die Verbesserung der Unterrichtsqualität und der Betreuung der Schüler wurde ebenfalls im Rahmen der Diskussion thematisiert.

In Richtung der nordischen PISA-Musterländer wurde der Blick einige Male gerichtet. "In Finnland hat man seinerzeit einfach einen Schnitt gemacht und ein integriertes Schulsystem eingeführt", so Kroh. "Der Erfolg ist jetzt sichtbar."

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